Toller Sex! Aber mein Herz bekommst du nicht!

Das Wochenende wird zum Highlight. Eine Woche muss man sich durchkämpfen, bis von Freitag bis Sonntag dann wieder gefeiert werden kann. Neben der Musik, den Freunden, dem Betrinken und Tanzen kann als Hauptattraktion des Feiergeschehens die Hoffnung, einen Liebes- oder Sexualpartner zu finden, ausgemacht werden. Männer sowieso nicht, aber auch immer weniger Frauen sind dem wöchenendlichen One-Night-Stand abgeneigt. Man tanzt sich an, immer näher, bis irgendwann feststeht, dass man heute zusammen heimgeht. Wie der andere sich fühlt, welche Sehnsüchte, Enttäuschungen, liebenswerte Eigenheiten und Verletzungen er hat, ist zweitrangig und wird nicht angesprochen. Denn man hat einen unausgesprochenen Deal: „Dein Körper gegen meinen. Wir berauschen uns aneinander und verabschieden uns dann.“.

Sex wird auf verschiedene Arten erlebt. Manchmal schöner, manchmal weniger schön, manchmal erfüllt, manchmal leer, manchmal geliebt, manchmal benutzt. Was macht ihn im Kern aus? Was macht ihn zu etwas so Großem?
Auf der einen Seite die körperliche Ekstase, die sexuelle Erregung. Auf der anderen Seite etwas viel Tieferes, nämlich das wissen, dass das Schönste, was man sich vorstellen kann, nämlich ein Mensch, sich einem voll und ganz hingibt. Darin liegt die tiefe Befriedigung. Ein Mensch zeigt seine Liebe, indem er aus vollstem Herzen nicht nur sich, sondern auch seinen Körper schenkt. Beim Sex gibt man seinen Körper und im schönsten Fall auch sein Herz. Was für ein großer Moment! Zu wissen, dass man einen Menschen in seinem Innersten, Verletzlichsten und Schützenswertesten erobert hat. Was für ein Vertrauen, was für eine Zuneigung! Das lässt den Sex zu mehr werden als ein bloßes körperliches Erregungsgefühl, das, bald nachdem es vorbei ist, noch mehr Erregung fordert.

Wie kommt es, dass die Menschen heute im Bezug auf Sex so flexibel sind? Häufig wechselnde Partner sind keine Seltenheit. Wo doch das Herz ein so sensibler und zerbrechlicher Teil von uns ist? Wo ein erfreutes Herz einem die höchsten Wonnen erleben lassen kann und ein verletztes Herz einen in die tiefsten Abgründe stürtzen kann? Die Bibel sagt: Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist. Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens. (Sprüche 4,23)
Wie lässt sich das Herz so schnell verschenken und so schnell zurücknehmen? Wie schaffen es die vielen empfindlichen Herzen, so oft Sex mit verschiedenen Partner auszuhalten?
Ganz einfach, indem es nicht mitverschenkt wird. Man gibt seinen Körper, aber sein Herz hält man zurück. Die One-Night-Standler wachen in der früh nebeneinander auf und denken sich: „Guter Sex! Aber mein Innerstes bekommst du nicht!“. Sex ja, aber Verbinden nein. Sex ja, aber lass mein Herz in Ruhe. Sex ja, aber komm mir nicht zu nahe. Sex ja, aber von Liebe wollen wir jetzt nicht reden. „Du bedeutest mir nichts, aber dein Körper macht Spaß. Du darfst an meine persönlichsten Körperteile, aber du darfst mir nicht persönlichste Fragen stellen.“. Es ist leicht, sich körperlich so nahe zu kommen, aber es ist viel schwerer, sich als Mensch nahe zu kommen.

Das Herz zu verschenken ist etwas viel Größeres. Etwas viel Schöneres und etwas viel Schwereres. Man schafft es einmal und wenn die geschenkte Liebe zu Bruch ging vielleicht nocheinmal. Aber wenn das Herz erst einmal geschenkt wurde, dann bewirkt eine Trennung einen derart zerfetzenden Schmerz, dass man eine höchste Vorsicht, sogar eine Angst entwickelt, dass Herz nochmal an irgendjemand zu hängen. Weil man auf Sex aber trotzdem nicht verzichten will, trennt man sich als Mensch von seinem Körper. Den Körper setzt man ein, im Spiel, andere Körper zu gewinnen. Aber das Herz wäre ein zu hoher Einsatz. Es ist zu zerbrechlich. Zu wertvoll. Vertrauen, wahre Zuneigung und wahre Liebe sind zu wertvolle Güter, um sie jedem der Partner zu schenken. Der Zerbruch einer ernstgemeinten Beziehung schreckt einen zu sehr ab. Wie halten Prostituierte die ständig wechselnden Sexualpartner aus? Indem sie sagen: „Mein Körper ist das eine, ich als Mensch bin das andere.“

Das Tragische daran ist: Mit jedem mal Sex ohne Herz gewöhnt man sich ein Stück mehr an den Trugschluss, dass die höchsten Freuden auch ohne wirklichen Einsatz zu erleben seien. Das kann soweit gehen, dass man sich in der Situation wiederfindet, dass man nicht mehr fähig ist, sich tatsächlich auf einen Menschen einzulassen. Es mindert Berührungsängste, aber es fördert Bindungsängste. Und damit ist dann schließlich wahre Liebe unterwandert. Denn die Liebe wird gerade dann zu etwas so Schönem, wenn nicht nur der Körper, sondern vor allem das Herz geschenkt wird. Immer mehr Menschen wird ihre Beziehungsunfähigkeit schmerzlich bewusst. Das Versprechen auf schnellen Sex betrügt einen um den Preis tiefer bleibender Liebe. Der Wert des anderen wird mit jedem mal etwas mehr in seiner sexuellen Performance, und weniger in seiner Persönlichkeit gesehen. Man würde gerne lieben, aber das wäre zu gefährlich. Was gibt es Schöneres, aber auch Beängstigenderes und Furchtbareres, als sein Herz zu verschenken. Wenn man es einmal gemacht hat, macht man es so einfach nicht wieder.

„Heiraten will man vielleicht schon mal, aber man muss doch zuerst mal ein paar Erfahrungen sammeln.“ wird empfohlen. Doch je mehr Erfahrungen man sammelt, desto schwieriger wird es, wirklich zu lieben. Desto mehr Angst hat man, sich wirklich zu binden und sich auf Liebe einzulassen. An der Liebe ist ja gerade schön, dass der eine für den anderen etwas aufgibt. Je mehr man füreinander aufgibt, desto größer die Liebe. Durch das Heiraten schenkt man so große Liebe, dass man die Aussicht auf alle anderen Partner, die noch kommen könnten, aufgibt. Man sichert zu: „Du, und nur Du! Dir gehöre ich und niemand anderem.“. In diesem Wissen, geliebt zu werden, liegt tiefe Ruhe und tiefe Erfüllung. Für den sexfreudigen Draufgänger klingt das einengend. Doch er steht vor einer Entscheidung: Viele Partner, von denen er keinen, außer vielleicht den Ersten, wirklich liebt. Oder ein Partner, der zwar nicht die Schönheiten vieler Personen in sich vereinen kann, den er aber lieben kann.
Keine Heirat bedeutet: „Ich mag dich schon, aber behalte mir ein Rückgaberecht vor, für den Fall, dass ich einmal einen Besseren als dich treffe.“. Die Sicherheit, als Person geliebt zu werden, unabhängig von guten und schlechten Zeiten, gibt es dann nicht mehr.

Der Gott der Bibel sagt uns als unser Schöpfer, dass wir uns auf nur einen Partner einlassen sollen, dann aber im vollen Maße. Wir sollen nur einem unser Herz und unsere Sexualität schenken. Er sagt das nicht, um uns einzuengen. Sondern er will, dass wir das Beste erleben, anstatt uns mit schnellem Sex die Möglichkeit zur Liebe verbauen. Die Ehe wird oft als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet. Dabei ergibt sie sich als folgerichtige Konsequenz aus zwei Voraussetzungen, denen jeder zustimmt. Nämlich
1) Beziehungen sind etwas Gutes. Und
2) Trennungen sind etwas Schlechtes.
Daraus ergibt sich als bestes Modell des Zusammenlebens eine einzige Beziehung, die nicht beeendet wird. Das ist die Ehe, denn sie enthält nur Beziehung, aber keine Trennung. Natürlich gibt es viele Ehen, die katastrophal sind oder in Scherben enden. Das sollte aber kein Grund sein, die Ehe als Beziehungsmodell an sich aufzugeben. Es heißt nur, dass man sich vorher umso genauer überlegen sollte, was man tut und auf wen man sich einlässt. Außerdem kommt man nicht drumrum, stetig in die Beziehung zu investieren. Man darf nicht jedem Wind der Leidenschaft folgen, wenn man sein Herz bewahren will. Man sollte sich vorher über die Kosten im Klaren sein, bevor man eine, zugegeben mutige, Entscheidung trifft.

Gott will, dass wir ihm unser Herz anvertrauen und es an ihn hängen. Das ist nicht einfach. Denn wir haben wenige Beispiele von Personen, die ein anvertrautes Herz zum Besten bewahrt haben. Wenige Beispiele von Menschen, in deren Liebe man sich loslassen konnte, ohne dass die dadurch entstandende Verletzbarkeit nicht zum Schmerz geführt hätte. Wem kann man sich anvertrauen? Wo findet man Heimat und Geborgenheit? Gott will dein Vater sein. Aber er ist kein Despot, wie viele Menschen es von ihrem eigenen Vater gewohnt sind. Gott will unser Bestes. Auch wenn es mit ihm schmerzhafte Zeiten gibt, ist unser Herz bei ihm gut aufgehoben. Der Weg zu Gott, dem Vater ist Jesus Christus. Er hat die Schuld für unsere Gleichgültigkeit und unsere egoistischen Wege durch den Tod am Kreuz bezahlt. Jesus, der Sohn Gottes, ist der Weg zu Gott.

Bewahre dein Herz mehr als alles andere, was zu bewahren ist. Vielleicht musstest du durch großen Schmerz gehen, weil du dein Herz leichtfertig verschenkt hast. Vielleicht traust du dich nicht, nocheinmal zu lieben. Vielleicht macht dich die Vorstellung traurig, dass es niemanden mehr geben könnte, den du nochmal lieben könntest. Probiere es ein letztes mal bei dem, der dich so sehr liebt, dass er für deine Schuld mit dem Tod am Kreuz bezahlt hat. Traue dich ein letztes mal, dein Herz zu verschenken, an Jesus, der verspricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. (Johannes 6,37)

Jesus kann auch die verlorengegangene Fähigkeit zu Lieben wieder heilen.