Die Suche nach der wahren Liebe

Alles wäre viel einfacher, wenn Männer immer gleich
die richtige Frau finden würden und umgekehrt. Aber
weit gefehlt – oder wie es einst der Kabarettist
Hanns-Dieter Hüsch ausdrückte: „Einmal vertan, zweimal
vertan, dreimal vertan, viermal vertan, fünfmal
vertan… und dann ist das Leben vorbei.“ Manche
vertreten sogar die Ansicht: Männer und Frauen passen
grundsätzlich nicht zusammen. Der Dichter Karl Kraus,
ein überzeugter Junggeselle, bemerkte etwa: „Von einem
Bekannten hörte ich, dass er durch Vorlesen einer
meiner Arbeiten eine Frau gewonnen hat. Das rechne ich
zu meinen schönsten Erfolgen. Denn wie leicht hätte
ich selbst in diese fatale Situation kommen können.“

Trotzdem wird übriggebliebenen Single immer wieder mal
von angeblich wohlmeinenden Freunden zugeraunt:
„Versuchs doch mal mit ’ner Partnervermittlung!“ Als
ob es eine Einrichtung gäbe, die die jeweils richtigen
schließlich doch heraussuchen und zusammenführen kann.
Partnervermittlungen könnten den Geschäftsbetrieb
einstellen, wenn die Leute nicht überzeugt wären, dass
sie das Unmögliche doch schaffen. Nun weckt die
Internetfirma Parship.de aber wieder Zweifel, denn sie
hat eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, um
zu ergründen, was eine glückliche Partnerschaft
ausmacht. Ja, müssten die das nicht sowieso wissen?
Stattdessen mussten 1000 Menschen zwischen 16 und 60
Jahren Auskunft geben – Verliebte, Verbandelte,
Verheiratete übrigens ebenso wie Alleinstehende. Wer
weiß, vielleicht können die letzteren ja auch was zur
Klärung bisher rätselhafter Fragen beitragen.

Und was hat die Umfrage ergeben? „Es bleibt eben
schwierig“, wie einst der TV-Comedian Walter Giller zu
sagen pflegte. Beinahe 50 Prozent der Befragten
meinten, man müsse vollkommen in einer Beziehung
aufgehen, damit eine Partnerschaft wirklich gelingt.
Gleichzeitig fordern aber 66 Prozent, dass den
Partnern genug Freiraum für jeweils eigene Aktivitäten
bleiben muss. Das sehen Paare kaum anders: 55 Prozent
von ihnen plädieren für ausreichend Freiräume in der
Beziehung. Sogar gelegentliche Auseinandersetzungen
gehören für die Mehrheit zu einer dauerhaften
Beziehung. Das bestätigen mehr als 50 Prozent der
Befragten. Wie nun – Nähe oder Freiheit? Da versuchen
sich die meisten offenbar an der Quadratur des
Kreises.

Was Konfliktfreude oder Harmonie betrifft, haben sich
die Gewichte zwischen den Geschlechtern verschoben. 25
Prozent der Männer, die früher laut Rollenzuweisung
eindeutig den Ton angaben, sind nun bereit, in einem
Streit auch mal zurückzustecken, um die Beziehung
nicht zu gefährden. 22 Prozent versuchen sogar,
Auseinandersetzungen mit der Liebsten grundsätzlich
aus dem Weg zu gehen. Dagegen sind nur 16 Prozent der
Frauen bereit nachzugeben, und nur 14 Prozent
vermeiden Streit um des lieben Friedens willen. Männer
haben offenbar mehr zu verlieren, Frauen trennen sich
leichter und gehen daher schneller auf
Konfrontationskurs.

Ehrlichkeit und Treue stehen bei den Deutschen nach
wie vor hoch im Kurs. Allerdings verzichtete
Parship.de von vorneherein auf die Frage, ob die
Partner auch danach streben wollen. Stattdessen wurde
nur in Erfahrung gebracht, wie sie sich nach einem
Seitensprung verhalten. Die deutliche Mehrheit will
den Fehltritt dann beichten, nur 15 Prozent meinen,
davon brauche der Partner nichts zu wissen. Die Hälfte
der Befragten stimmt auch der Aussage zu, in einer
Partnerschaft solle es keine Geheimnisse geben. Hier
scheinen Meinung und Wirklichkeit allerdings weit
auseinanderzuklaffen.

Hören wir nochmals Karl Kraus: „Die Frauen haben
wenigstens Toiletten. Aber womit decken die Männer
ihre Leere?“ Alles könnte viel besser gelingen, wenn
die Menschen nicht nur dem trügerischen Ruf ihres
Herzens folgen würden, sondern Gott in die Frage der
Partnerwahl einbeziehen würden. Er hat in der Bibel
eine Menge Hilfen gegeben, wie sich der oder die
Richtige finden lässt und wie der Bund dann auch
wirklich ein Leben lang hält. Und er spricht in das
Leben jedes Menschen hinein, der bereit ist, dafür
seine Ohren zu öffnen.

„Darum wird der Mensch seinen Vater und seine Mutter
verlassen und seiner Frau anhangen und ein Fleisch
werden“, heißt es im 1. Buch Mose (Kapitel 2, Vers
24). Das bedeutet: Wer eine Beziehung eingehen will,
muss zuerst seine eigene Familie verlassen und
Verantwortung für sein Leben übernehmen. Verantwortung
heißt auch, für seine eigene Ehe zum Einsatz und zum
Verzicht bereit zu sein. Nur so kann man auch Krisen
bestehen. Die harmonische Einheit entsteht erst, wenn
die Eheleute auch in schlechten Zeiten zusammenstehen,
also einander „anhangen“. Dann entsteht die stärkste
und tiefste Verbindung, die auf dieser Welt zwischen
zwei Menschen überhaupt möglich ist.

„Ein Fleisch werden“ ist natürlich ein Ausdruck für
die sexuelle Vereinigung, aber nicht nur. Sex sollte
immer Ausdruck der Liebe sein und nicht ein Ausleben
von Begierden. Auch hier gibt die Bibel klar Auskunft:
„Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet
nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht
auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das
Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das
Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der
Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles,
sie erduldet alles. Die Liebe hört niemals auf.“ (1.
Korintherbrief, Kapitel 13, Verse 1 bis 8)