Nach den blutigen Ausschreitungen nach dem Spiel der beiden verfeindeten Vereine Al-Ahly und Al-Masri in Port Saida, spricht vieles für eine geplante und politisch motivierte Hatz auf die Al-Ahly Fans.
„Schon kurz nach dem Exzess am Mittwochabend gingen in Kairo und Port Said Hunderte Demonstranten auf die Straße. Ihr Vorwurf: Die Gewaltorgie sei geplant gewesen, die Hintergründe seien politisch.“ Berichtet Spiegel-Online. Weiter nennt die Nachrichtenseite folgende Indizien für diese Behauptung:
- Die meisten Toten stammen aus den Reihen von Al-Ahly.
- Viele von ihnen sind Ultras, sie gelten als das Herzstück der Fangemeinde. Eben jene Ultras sind seit Beginn der Revolution vor einem Jahr auch politisch aktiv – gegen Mubarak und das alte Regime. Sie sind jung, gut trainiert, bezeichnen sich selbst als die Speerspitze der Revolutionsbewegung.
- Als die Aktivisten auf dem Tahrir-Platz vor einem Jahr von Mubaraks Polizei und deren Schergen angegriffen wurden, waren es die Ultras, die sich vor die Revolutionäre stellten, sie beschützt haben.
- Auch bei den Ausschreitungen Ende vergangenen Jahres kämpften die Ultras stets in erster Reihe, Seite an Seite mit den Aktivisten. Sie, straff organisiert, fürchten die brutale Gewalt der ägyptischen Polizei nicht. Viele haben ihr Leben für die Revolution gelassen.
- Gewöhnlich gibt es in Ägypten beim Einlass ins Stadion strikte Sicherheitskontrollen. Doch Augenzeugen zufolge fanden Kontrollen am Mittwochabend nur vereinzelt statt.
- Stattdessen sei ein Großteil der Polizei, die üblicherweise als letzte das Stadion verlässt, frühzeitig abgezogen. Die übrig gebliebenen Polizisten eilten niemandem zur Hilfe, schauten bei der Menschenhatz zu.
- Auch der Gouverneur von Port Said war beim Fußballspiel nicht anwesend – zum ersten Mal in der Geschichte. Eigentlich ist solch ein Match für den Gouverneur Ehrensache. Denn was Bayern München in Deutschland ist, ist Al-Ahly in Ägypten: der beliebteste Fußballclub. Schon 37-mal hat Al-Ahly den Meistertitel geholt, seit 2005 sieben Mal in Folge. Jedes Mal, wenn Al-Ahly aus Kairo gegen Al-Masri in Port Said spielte, waren der Gouverneur und dessen Polizeichef vor Ort. Am Mittwoch nicht.
- Der Polizeichef verließ bereits in der Halbzeit das Stadion, der Gouverneur erschien erst gar nicht zum Spiel. Es scheint, als hätten sie gewusst, welches Massaker sich am Abend abspielen sollte.
- Es habe keine Sicherheitskräfte und keine Krankenwagen gegeben.
„Das ist die Rache der Revolutionsgegner an uns“, sagt Mahmoud Abol Fotouh, ein Al-Ahly-Ultra aus Kairo. Und auch Al-Ahly Spieler Mohamed Aboutrika ist sich sicher, dass das Massaker geplant war. „Das ist kein Fußball, das ist Krieg“, sagt er im clubeigenen Fernsehkanal. Quelle:Spiegel-Online
Was kann dieses Land verändern, welches seit viertausend Jahren unter Diktatur der Pharaonen, der Römer, der islamischen Khalifen und der arabischen Nationalisten lebt? Jetzt zeichnet sich eine Diktatur des Militärs ab. Gewählt wurden bei den freien Wahlen die Muslimbrüder. Das mag uns bei den Bildern der modernen und jungen Demonstranten verwundern, doch die gebildeten jungen Leute in den Metropolen Ägyptens bilden nicht die Mehrheit in Ägypten. Das Land, das so groß wie Deutschland ist, hat eine Analphabeten-Rate von weit über dreißig Prozent!
Der Weg eines Landes beginnt in den Köpfen seiner Bürger. Es gibt eine Botschaft, welche an dieser Wurzel ansetzt und sich schon oft bewährt hat. Man lese unseren Artikel über die Entstehung der Menschenrechte, um zu sehen was unser Land bereichert hat und vielleicht auch die ägyptische Gesellschaft befreien könnte.





