Wenn Gott allmächtig ist, warum lässt er das Leid dann zu?

C.S. Lewis, ein bekannter irischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, bringt es in einem Zitat treffend auf den Punkt: “Gewiss wäre es Gott möglich gewesen, wie durch ein Wunder die Folgen der ersten Sünde zu beseitigen. Er hätte Abel wieder lebendig machen können, aber das hätte nicht viel genutzt, wenn er nicht gleichzeitig auch bereit gewesen wäre die Folgen der 2. Sünde, und die der 3. und 4. und (…) wieder gut zu machen. Hätten Gottes Wunder irgendwann aufgehört, wären wir früher oder später doch zu unserem gegenwärtigen Zustand gelangt, oder? Hätten diese Wunder nicht aufgehört, wäre die Welt durch fortwährendes göttliches Eingreifen abgesichert und korrigiert. Eine Welt, in der nichts, das passiert, jemals von einer menschlichen Entscheidung abhängig wäre. Wir wären Marionetten.” (aus: Über den Schmerz)
Leid ist also die Folge des Losgelöst-Seins von Gott. Und Gott lässt es zu, weil er kein Theater Regisseur ist, sondern weil er Gott ist, der jedem seiner menschlichen Geschöpfe eine Entscheidungsfreiheit und einen Handlungsspielraum zugesteht

Kommentar

  1. A. Heinrich

    Ah ja. In vielen Artikeln hier wurde aber auch behauptet, das Leid wären Prüfungen Gottes. Was ist es denn nun? Und da Gott ja allmächtig sein soll, warum hat er nicht eine Möglichkeit geschaffen, die Menschen zu prüfen ohne sie leiden zu lassen? Er hätte immerhin die Möglichkeit dazu gehabt. Daraus folgt eher die Erkenntnis, das Gott, so er denn tatsächlich existieren sollte (was zu beweisen wäre), entweder nicht allmächtig ist oder nicht gut ist. In beiden Fälle wäre er einer Verehrung nicht würdig.

    Da auf Facebook im Kommentar zu diesem Artikel jemand die Meinung vertritt, Leid käme vom Teufel, möchte ich darauf hinweisen, dass auch der Teufel von Gott erschaffen worden wäre und damit Gott auch weiterhin die Ursache allen Leids wäre.

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