Eine Wahlempfehlung
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Leserbrief
von: Thomas
8. März

Hallo Felix (darf ich Dich so nennen?),

dein Artikel hat mich angesprochen. Auch wenn ich diesen reichlich spät gelesen habe. Ich kann Deine Haltung und Meinung gut verstehen. Aber lt. meiner Meinung ist dies nur ein Teil der Wahrheit. Bin ein kleiner Philosoph... Die Haltung der Bibel ist mir bestens bekannt.

Ich fange jetzt mal vorne an. Ganz Früher war ich der Meinung der Mensch sei gut. Relativ schnell dann der Meinung der Mensch sei böse. Noch später gab es dann ja die Erklärung von der Bibel "Sündenfall". Somit schien alles gut.

Obwohl mein Schreibstiel nicht den einen Gelehrten widerspiegelt, habe ich doch viel gelesen. Die Bibel, den Koran und Schriften der fernöstlichen Religionen. Auch mit den Philosophen Kant, Schopenhauer, Leibniz, Nietzsche, Sokrates, Hegel, Aristoteles habe ich mich beschäftigt. Des Weiteren ist mir die Weltanschauung Intelligent Design (Schöpfung) lt. der Bibel und der gängigsten Kreationisten bekannt. Sowie die Evolutionstheorie nach Darwin; auch nach Richard Dawkins (rotes Tuch; ist mir klar).

Gott hat uns die Freiheit gegeben nachzudenken. Wir sollten dies auch tun; dies hat nicht unbedingt etwas mit Bibelkritik zu tun. Kann aber
natürlich dazu führen.

Grundsätzlich bin ich ja ein Fan des Kreationismus. 1. weil es in der Bibel steht und 2. was ist die Alternative: Der Mensch vom Affen, ohne Sinn und Zweck auf diesem Planeten? Hilflos verloren - nicht die Krone der Schöpfung? Trotzdem stößt man in vielen Bereichen des Lebens mit der wörtlichen Auslegung auf Grenzen. Auf Grenzen der Nichterklärbarkeit.

Natürlich kann und wird der Mensch viele (wenn nicht die meisten) Dinge nie erklären können. Es wäre anmaßend etwas anderes behaupten. Trotzdem sollten wir (als Krone der Schöpfung) versuchen Gottes Werk bestmöglich (die Voraussetzungen sind nicht gut; gebe ich zu) verstehen zu wollen.
Wenn man mal in Betracht zieht dass die Schöpfungsgeschichte nur eine verkürzte, vereinfachte Darstellung der Geschehnisse ist - und auch in der Evolutionstheorie Wahrheit steckt, könnte man Deinen Artikel und das Weltgeschehen wesentlich besser deuten.

Wenn man nämlich die Evolutionstheorie ins Boot holt (Fressen und Gefressen werden; Grausamkeit der Natur, nur der Stärkere überlebt) wird klar dass wir Menschen nach diesem Grundsatz leben. Menschen haben nur den Vorteil an der Spitze der Nahrungskette zu stehen - deswegen werden wir in aller Regel nicht gefressen.

Trotzdem unterliegt unsere Arbeitswelt, unsere Politik und unsere kriegerischen Handlungen genau diesem Schema. Wer sich diesem Schema nicht beugt muss entweder
A.) Reich sein; Einfluss und Macht haben (wo sich die Frage stellt wie diese Erworben wurde).
B.) er geht in dieser Welt gnadenlos unter (wie unser Herr Jesus Christus)

Und genau hier liegt das Problem und die Verknüpfung zu Deinem Artikel. Wenn man sich dem Einfluss dieser Evolutionstheorie (ich sage nicht dass die zu 100% Wahr ist) bewusst macht, ist es sehr schwer vom guten oder bösen Menschen zu sprechen.

Fakt ist: Der Mensch hat einen Überlebenswillen (zumindest die meisten von uns; alles andere wird in unserer Gesellschaft als krank angesehen; vor allem auch von Christen). Dieser Überlebenswille führt zwangsläufig dazu in gewisser Weise "Böse; Egoistisch" zu sein. Außer man ist A.) - sonst gehts zwangsläufig zu B.). Uns Menschen ist also angeboren durch unsere Gene (Das egoistische Gen; Dawkins) ums Überleben zu kämpfen. Selbst als bester Christ in München wirst Du dies tun müssen. Denk drüber nach. Du bist sicherlich ein hilfsbereiter, netter Christ und gibst gerne. Trotzdem unterliegst Du diesem Gesetz. Alles andere wäre Selbstbetrug.

Und jetzt ist die Schuldfrage natürlich nicht mehr so eindeutig. Wenn wir Menschen einem Zwang unterliegen - wie schaut dann die Schuldfrage aus. Ich kann Menschen dann nicht zwangsläufig in Böse und Gut aufteilen. Ich würde als Böse bezeichnen: Ein Mensch der wesentlich mehr nimmt als er benötigt. Aber grundsätzlich ist das ganze System abgrundtief böse und verwerflich. Und wir werden gezwungen diesem System zu dienen => sonst B.)

Wir Christen bewundern ja gerne die Schöpfung. Die Farben, die Fauna und Flora, die Vielfältigkeit und die Kreativität des Schöpfers. Bewundernswert ist für mich auch die absolute Präzession aller Geschehnisse. Auf der Welt, im Weltall. Alles unterliegt strengen Regeln. Selbst im Chaos findet man noch System. Aber diese bewunderte Schöpfung ist auch knallhart, erbarmungslos (betrachtet auf das einzelne Individuum), ohne Gnade und Mitgefühl. Leibniz Aussage: "Die beste aller Welten" kann ich nicht unterstützen. Denn gefühlsmäßig ist diese Welt die Hölle für das Individuum. Ein ständiger Kampf ums Überleben - der nur kurzfristig gewonnen werden kann - mit den Nebeneffekt das "Böse" tun zu müssen. Selbst wenn wir das "Böse" ablehnen.

Das ist keine Anklage an Gott. Denn wir kennen die Hintergründe nicht genau. Gut möglich dass wir Menschen diese Strafe verdient haben um in dieser Hölle zu leben. Gut möglich dass man Gut und Böse auf anderer Ebene diskutieren müsste - als auf der des Individuums.

Ich hoffe mein Beitrag war nicht zu verwirrend. Aber eines sollte daraus klar geworden sein:

Menschen in gut und böse zu unterteilen ist nicht so einfach wie gedacht.

Wäre nett wenn mein Beitrag veröffentlicht wird. Hätte auch Lust mit Interessierten zu diskutieren. Gerne unter glittertind@posteo.de.
Gottes Segen.
Thomas

Antwort von ali

danke