#27 Gerechtigkeit und Gnade vereint

Gerechtigkeit ist ein Wort, das sich nährt durch die Sühne für das, was jemand getan hat. Ohne Strafe gäbe es keine Gerechtigkeit. Erstaunlicherweise schreit der Mensch vielmehr nach Gerechtigkeit als nach Gnade. Denn gerecht zu sein heißt auch, dass wir das erhalten, was wir verdienen. Gnade für Osama Bin Laden oder Hitler hätten wir nicht akzeptiert, es hätte gegen alles verstoßen, was wir als verhältnismäßig empfinden. Gnade verdient Osama Bin Laden der Hitler nicht, sie verdienen Gerechtigkeit. Eins wird sehr deutlich: Gnade und Gerechtigkeit sind unvereinbar und können nicht zur Deckung gebracht werden. Gnade für mich, Gerechtigkeit für dich, so sagt der Mensch. Beides in einem ist unmöglich.

Da die Bibel von Gott sagt, dass er gnädig und gerecht ist, wäre es interessant zu wissen, wie er mit solchen Monstern der Menschheit umgehen würde oder umgeht. Wie kann er gnädig sein und seine Gerechtigkeit wahren UND bei der Wahrheit bleiben (die Lüge würde ihm ebenso widersprechen). Wie kann er gerecht bestrafen und gleichzeitig seine Güte offenbaren? Klar ist, dass er beides muss: von ihm wird gesagt, dass er heilig ist Sünde hasst. Auch die von grausamen Menschen. Genauso ist er Liebe und Güte und Gnade und möchte nicht, dass Menschen in ihrer Schuld verloren gehen.

Die Bibel gibt eine erstaunliche Antwort: Gott wählte einen Weg, den der Mensch nicht hätte ersinnen können. Er sagte: Ich werde stellvertretend meinen Sohn opfern für die Sünde der ganzen Welt, damit Gerechtigkeit geübt wird, damit Sünde bestraft wird und ich meine Gerechtigkeit vor der ganzen Welt zur Schau stelle. Am Kreuz zeigt Gott seine Gerechtigkeit.

In demselben Augenblick erhascht der Mensch einen Einblick in das, was Gott ist. Er ist Gnade zugleich. In einem Menschen ist Gott gerecht und gnädig, denn in seinem Sohn ist der Zugang zur Gnade geschaffen, denn bei ihm am Kreuz wird der Sünder begnadigt. In Ihm haben wir Gnade und Gerechtigkeit.

Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat. Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott seinen Sohn am Kreuz für uns verbluten lassen. Das erkennen wir im Glauben, und darin zeigt sich, wie Gottes Gerechtigkeit aussieht. Bisher hat Gott die Sünden der Menschen ertragen; er hatte Geduld mit ihnen. Jetzt aber vergibt er ihnen ihre Schuld und erweist damit seine Gerechtigkeit. Gott allein ist gerecht und spricht den von seiner Schuld frei, der an Jesus Christus glaubt.

Römer 3,22ff

Barrack Obama verkündete nach dem Tod von Osama Bin Laden: “Der Gerechtigkeit ist Genüge getan.” Doch Gott verkündet in seinem Sohn den Sieg von Gerechtigkeit und Gnade zugleich. Er hat an einem Tag die Sünde der ganzen Welt weggetan und ruft die Menschen, dass sie sein Opfer annehmen, wie der Vers sagt: Gott allein ist gerecht und spricht den von seiner Schuld frei, der an Jesus Christus glaubt. Es geht nicht darum, wieviel Schuld du bei ihm ablädst, sondern darum, dass du sie ablädst und daran glaubst!

Am Kreuz hat die Gerechtigkeit gesiegt und die Gnade triumphiert! Der Gerechtigkeit und der Gnade wurde Genüge getan in Jesus Christus.



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