Der Dank des Geretteten

Er kniet auf dem harten Boden, hat den Kopf gesenkt, die Hände gefaltet. Esteban Rojas ist gerettet. Nach fast 70 Tagen unter der Erde, fern von Sonnenschein und frischer Luft und nach einer 20 minütigen Fahrt in der engen Kapsel, wirft sich der Kumpel auf die Knie und dankt dem Allerhöchsten für seine Rettung. Er drückt seine Freude durch Dankbarkeit aus!
Wir können nicht erfassen was ein solcher Augenblick für ihn und die 32 anderen Geretteten bedeutet. Wir können nur zuschauen und erleichtert uns mit ihnen und mit den Angehörigen freuen. Nachdem sie durch Ängste, Verzweiflung, Mut- und Machtlosigkeit durchgegangen sind, fühlen sie sich, als hätten sie ein zweites Leben bekommen. Ganz Chile jubelt und mit ihnen viele Menschen, die- wie ich- den Livestream schauen. Eine unglaubliche Freude erfasst jeden Beobachter und Mitfieberer. Unglaublich!
Eine ganz ähnlich parallele sehen wir in der Bibel. Fern von Gott und verstrickt in unseren Vergehen waren wir weit entfernt von dem Leben, zu dem wir geschaffen sind. Falsche Handlungen und Gedanken haben uns immer tiefer und in die immer aussichtslosere Situation gebracht. Und wir irren durch die dunklen Gänge und versuchen den Ausweg aus eigener Kraft zu schaffen. Doch unsere Versuche aus dieser uns selbst eingebrockten Misere zu entfliehen, enden bald schon in Verzweiflung und Mutlosigkeit. WER kann mir aus meinen Süchten helfen? WER kann mich von meiner Schuld befreien? WER kann mir zumindest sagen was ich tun kann um mein Gewissen wieder zu bereinigen? So leben wir in dieser verschütteten Mine und gewöhnen uns langsam daran, dass die Luft nicht immer frisch ist, dass das Wasser nicht mehr schmeckt und dass wir das Tageslicht nicht mehr kennen – bis zu dem Augenblick an dem wir das Geräusch des Bohrers hören. Die Rettung! Die Bibel sagt folgendes über Jesus: „Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir.“ (Offenbarung 3,20). Jesus selbst steigt zu uns in die Grube und bringt uns die Hoffnung. WER SONST kann sagen: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.“ (Matthäus 11,28) „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.“ (Johannes 6,35) Jesus selbst steigt in die von Gott entfremdete Welt herab. Aber er steigt nicht nur zu uns herab, nein er gibt sogar sein Leben, damit wir wieder frei werden. Die Schuld vor Gott, die wir über die Jahre aufgebaut haben, nimmt Er auf sich, und wir, wir sind jetzt frei. Ohne Seinen Mut und die Bereitschaft uns von da unten herauszuholen wäre nichts passiert. Hinzu kommt aber auch noch, dass der größte Antrieb dieser Tat die Liebe ist. Die Bibel sagt: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Johannes 3,16) Was fühlen wir dann? Wie können wir unsere Freude sonst Ausdruck verleihen, wenn nicht durch Dankbarkeit? Wie gut ist es dann, wenn wir nach solch einer Rettung auf die Knie fallen und Gott und seinem Sohn danken!