Beten lernen

Beten heißt reden mit Gott

Schröder tut es nicht; Kofi Annan tut es und die brasilianischen Fußballer tun es sogar mit Begeisterung: Beten.

Manche fangen erst an zu beten, wenn sie gerade einen Unfall bauen. Dann wird instinktiv zu Gott geschrieen (das kannst du auch im Lebensbericht von Markus nachlesen). Immerhin besser dann als gar nicht!

Und die großen Leute: Sophie Scholl, Franz von Assisi, Martin Luther, Martin Luther King auch, Mahalia Jackson … Alle sind dafür bekannt, dass sie diese Konstante im Leben hatten: Gebet. Das ist eine gute Mischung, mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen und einen Draht zu Gott zu haben. Wenn sie nicht gebetet hätten, hätten sie die Welt nicht verändert.

Beten ist mehr als Meditation

Ommmmmmmmmm. Klar, Nachdenken über Gott und sich selbst, Ruhe finden, ist gut. Beim Meditieren spiegele ich meine Seele; ich kreise um mich selbst. Beten dagegen ist Dialog! Da erwarte ich eine Antwort! Ich nehme die Herausforderung an, Gott zu begegnen. „[…] mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen […]!“ (Amos 4,12). Wahrscheinlich die gewaltigste Begegnung des Lebens.

Beten bedeutet Gott begegnen

„Unser Vater“ so fängt das Vaterunser ja an! Auweia, plötzlich begegne ich dem heiligen Gott! Da traue ich mich garnicht, überhaupt etwas zu sagen. Und dann noch so eine vertraute Anrede: „Mein Vater“. So gut kenne ich Gott doch gar nicht.

Stelle dir mal in diesem Moment vor: Du stehst vor Gott. Was er wohl von meinem Leben hält? Wie kann ich vor diesem reinen Gott bestehen? Mit meiner Vergangenheit, meinem Egoismus, mit meinen unsauberen Gedanken und so weiter? Wie kann ich Gott überhaupt begegnen? Früher sind die alten Israeliten nur mit einem großen Geschenk (einem Opfertier) losgezogen, wenn sie Gott begegnen wollten. Weil sie wussten, zwischen ihnen und Gott stehen Sünden.

Leichter kann ich mir vorstellen, vor Jesus zu stehen. Weil der auch auf der Erde gelebt hat und mich wohl besser versteht. Er war Gott und Mensch zugleich, was sich daran gezeigt hat, dass er alles richtig gemacht hat. Er hatte den Willen und auch die Kraft dazu und Liebe ohne Ende!

Jesus selbst gab einmal die Antwort, wie wir überhaupt Gott begegnen können:

„Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen [d.h. einzigartigen] Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ (Johannes 3,16).

Eigentlich muss jeder Mensch wegen seinem Schmutz sterben in Gottes sauberer Gegenwart. Aber jetzt schaut Gott auf Jesus wenn wir das so wollen und unsere Schuld bekennen. Dann ist Jesus unser Stellvertreter. Er ist für mich gestorben ich darf hin zu Gott.

Du kannst so beten: „Danke, mein Vater, dass du Jesus gegeben hast! Es tut mir leid, dass ich gegen dich gesündigt habe (hier solltest du konkret aufzählen). Bitte vergib mir meine Schuld. Danke, dass du mir vergibst wegen Jesus! Ich lege mein Leben in Deine Hand; ich will tun was du sagst!“

Das nennt man umkehren. Damit fängt das neue Leben als Kind Gottes an. Dann kannst du wirklich sagen „Mein Vater“. Diese Beziehung zu Gott ist so natürlich, dass es gar keine Regeln braucht. Du kannst danken, anbeten, bitten für dich, bitten für andere und fragen stellen.

Aufruf an kritische Geister

Vielleicht sagst du, das ist mir alles zu fromm. Kann sein. Gott selbst hat zwei erstaunliche Einladungen an kritische Leute:

1.) „[…] prüft mich doch […]!“ (Maleachi 3,10) dieser Aufruf stammt von Gott selbst! Der Glaube ist nicht etwas für die Frommen, sondern für Realisten. Eine kritische, nachdenkliche Einstellung zählt in der Bibel positiv. Der Glaube an Gott ist nicht fatalistisch. Glaube ist etwas für offene Augen und Ohren; es gibt etwas zu beobachten. Manche haben angefangen zu beten: „Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann mache das und das!“. Erstaunlich, Gott lässt sich auf diesen Handel ein! Du musst natürlich fair sein dabei.

2.) Beobachte Leute in deinem Freundeskreis, die schon an Gott glauben. Ich meine solche, die wirklich Gottes Kinder sind, die auch so leben. Wie hat sich deren Leben verändert?

Ich bin gespannt, was du erlebst, wenn du betest!