Christen können über den Tod anders reden!

Christen dürfen über den Tod anders reden als andere Menschen. Sie haben Hoffnung für die Welt, und nicht nur das, sie haben Hoffnung für das Leben danach. Doch was wäre diese Hoffnung, wenn sie nicht unser Leben nachhaltig prägen würde?
Dietrich Bonhoeffer – Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet (Zitat Eric Metaxas) im 2. Weltkrieg – war so ein Mann, der mit einer unglaublichen Geschichte aufwartet. Sein Zeugnis begeisterte schon Millionen, sein Leben wurde verfilmt und seine überlieferten Texte zeugen von einer unglaublichen Tiefenschärfe. Sein Lied „Von guten Mächten“ wird an Tausenden Gedenkgottesdiensten noch heute gesungen:

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben,
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Refrain:
Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.

Ein Mann, der solche Worte schreiben kann, ist gewiss einer näheren Betrachtung nicht unwürdig. Vor allem vor dem Hintergrund, dass er sie niederschrieb in einer Zelle, in der er auf seinen Tod wartete. Er starb im KZ Flossenbürg. 1933 hatte er in London eine Predigt gehalten, es war der Ewigkeitssonntag in dem Jahr, als Hitler schon in Deutschland wütete. Er sagte über den Tod:

„Ob wir jung sind oder alt, das ist hier kein Unterschied. Was sind die zwanzig oder dreißig oder fünfzig Jahre vor Gott? Und wer weiß denn, wie nahe er schon vor dem Ziel ist? Dass das Leben erst anfängt, wenn es hier aufhört, dass alles nur Vorspiel ist vor dem geschlossenen Vorhang – das sollen Junge und Alte bedenken. Warum haben wir denn solche Angst, an den Tod zu denken? . . . Der Tod ist ja nur furchtbar für den, der Angst hat, der ihn fürchtet. Der Tod ist nicht wild und schrecklich, wenn wir nur still sind und an Gottes Wort halten. Der Tod ist nicht bitter, wenn wir nicht verbittert sind. Der Tod ist Gnade, Gottes größte Gnade, die er den Menschen, die ihm glauben, schenkt. Der Tod ist mild, der Tod ist süß, der Tod ist sanft, der Tod lockt mit himmlischer Gewalt, wenn wir nur wissen, dass es das Tor in die Heimat, in das Freudenzelt, in das ewige Reich des Friedens ist. … Wer weiß denn, dass das Sterben etwas Schreckliches ist? Wer weiß es denn, ob nicht die Ängste und Nöte des Menschen nur das Zittern und Schaudern vor dem Herrlichsten, Himmlischsten, Seligsten Ereignis der Welt ist? … Der Tod ist die Hölle und die Nacht und die Kälte, wenn ihn unser Glaube nicht verwandelt. Aber das ist ja das Wunderbare, dass wir den Tod verwandeln können.“


Es ist nicht so, dass er einfach nur von etwas sprach, ohne diese Worte auch eingelöst zu haben. In dem Moment als er starb, wies er eine solch ausgesprochene Ruhe aus, die selbst den Arzt des Kzs Flossenbürg beeindruckte. Dieser Arzt, Dr. H. Fischer-Hüllstrung, schrieb später über Bonhoeffer: „Auch an der Richtstätte selbst verrichtete er noch ein kurzes Gebet und bestieg dann mutig und gefaßt die Treppe zum Glalgen. Der Tod erfolgte nach wenigen Sekunden. Ich habe in meiner fast 50jährigen ärztlichen Tätigkeit kaum je einen Mann so gottergeben sterben sehen.“ 

Der Tod gehört zum Leben dazu, so ein Sprichwort. Doch diese Depression des Wartens auf den Tod erfasst nur diejenigen, die ihn fürchten, weil sie nicht wissen, was danach kommt. Was passiert, wenn du kurz vor deinem Tod stehst, wenn alles wegfällt, das dich am Leben hielt, wenn du weißt, dass du jetzt sterben musst? Kannst du mit Paulus und Bonhoeffer sagen: „Tod, wo ist dein Sieg?“