Der christliche Glaube ist eine Krücke für Schwache

Eine Botschaft der Schwachheit in einer Leistungsgesellschaft
Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“ (Galater 6,14)
Die christliche Botschaft ist eine Botschaft der Schwachheit. Wir sehen den Allmächtigen, wie er sich selber lauter Einschränkungen auferlegt hat. Er ließ sich zu unrecht beschuldigen, schlagen, beschimpfen, bespucken, foltern und er stirbt zuletzt  den Tod eines Verbrechers, festgenagelt an ein Holzkreuz. Und auch die, welche an den Mann vom Kreuz glauben, müssen ihre Schwachheit zugeben, auch für sie ist es eine Botschaft der Schwachheit. Ein Freund von mir drückte es einmal ganz schlicht und treffend aus als er aus seinem alten turbulenten Leben als Drogendealer und Drogensüchtiger berichtete: „Ohne ihn kam ich halt nicht klar.“ Wer an die Botschaft vom Kreuz glaubt, muss das zugeben, dass er ohne ihn, ohne Jesus, nicht klar kommt. Er muss zugeben dass er ein Sünder ist und schuldig ist, dass er nicht alles auf die Reihe bekommt in seinem Leben und dass er nicht stark genug ist.
Wir leben in einer sehr von Leistung geprägten Gesellschaft, darum wird diese Botschaft vom Kreuz oft belächelt und als Krücke für die schwachen verspottet. Auch Christen schämen sich oft für diese Botschaft. Schon Kinder im Mutterleib werden abgetrieben wenn sie nicht gesund sind und alte kranke Menschen werden in Heime abgeschoben, wo sie uns nicht stören. Wir müssen immer Stärke und Unabhängigkeit vermitteln, wir wollen nicht schwach und hilfsbedürftig sein, wir wollen nicht sagen „das schaffe ich nicht“, „dieses Studium ist mir zu schwer“, „er ist besser als ich“. Auch auf emotionaler Ebene geben wir keine Schwachheiten zu, wir sagen nicht „ich brauche dich“, „ich bin einsam“, „ich brauche Freunde“, „ich brauche einen Ehepartner“.
Die verborgene Stärke in der Schwachheit
Wer schwach ist, der passt nicht, den wollen wir nicht, der stört. Aber das Problem ist ja gar nicht, dass Menschen schwach sind. Viel schlimmer ist, wenn Menschen ihre Schwachheit nicht erkennen! Denn niemand von uns ist stark, das ist ja grad der Witz! Wir sind alle schwach! Wer sagt, er sei stark und brauche  Jesus nicht, der macht sich etwas vor.  Erst wenn wir unsere Schwachheit erkennen kann uns geholfen werden. Und da liegt die wahre und für die außenstehenden verborgene Stärke des christlichen Glaubens. Schwache Menschen, welche wir ja alle sind, die sich helfen lassen und ihre Schwäche eingestehen, diese können erst Gottes Stärke erleben.
So wird diese Botschaft der Schwachheit plötzlich zu einer Botschaft der Stärke.
Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung. Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.“ (2.Korinther 12,9)
Ja, der christliche Glaube ist eine Krücke für schwachen Menschen, denn Jesus sagt: „Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.“ (Markus 2,17) Wir meinen oft stark zu sein, aber wir sind alle schwach. Die Verlierer werden am Ende jene sein, welche dachten, dass sie stark sind und die helfende Hand Gottes nicht brauchen.
Ich will sagen: ich komm nicht klar ohne dich, ich mach Fehler und sündige, ich brauche dich Jesus.