"Doch alle Lust will Ewigkeit..." Ein Gedicht von Friedrich Nietzsche

O Mensch! Gib acht!

Was spricht die tiefe Mitternacht?

„Ich schlief, ich schlief -,

Aus tiefem Traum bin ich erwacht: -

Die Welt ist tief,

Und tiefer als der Tag gedacht.

Tief ist ihr Weh -,

Lust – tiefer noch als Herzeleid:

Weh spricht: Vergeh!

Doch alle Lust will Ewigkeit -,

- will tiefe, tiefe Ewigkeit!“

-Friedrich Nietzsche-

„In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts behauptete er (Friedrich Nietzsche) als erster im „modernen“ Sinne, dass Gott tot sei, und er hatte sehr wohl verstanden, wo es die Menschen hinbringt, wenn sie die sagen. Wenn Gott tot ist, dann ist alles tot, für das Gott eine Antwort bedeutet oder dem Gott einen Sinn gibt…. Aber der Mensch, der wahrhaft Mensch ist (abgesehen vom eigenen Selbstverständnis), schreit nach einem Sinn, der nur in der Existenz des unendlich persönlichen Gottes zu finden ist, der nicht geschwiegen, sondern gesprochen hat, so wie in der Existenz unseres eigenen, in die Ewigkeit hinein fortdauernden Lebens. Deshalb sind Nietzsches Worte tiefsinnig: „Doch alle Lust will Ewigkeit ,will tiefe, tiefe Ewigkeit!“     -Francis Schaeffer-