Eine ganz andere Weihnachtsgeschichte...

Vor ca. zweitausend Jahren herrschte im Himmel große Aufregung.
Zwei Engel unterhielten sich miteinander. Da sagte der eine Engel zum anderen: „Hast du schon erfahren, was der König vorhat? Er will uns verlassen.“ Da fragte ihn Seraphin: „Was, er will uns verlassen?“ „Ja“, antwortete Cherubim, „Er will uns verlassen und auf die Erde zu den Menschen gehen – alleine!“
„Wie bitte,“ antwortete Seraphin, „was will er denn da unten?
Schau doch mal, wie schlimm es auf der Erde abgeht.
Nur Böses führen sie im Schilde, den ganzen Tag.“
„Na genau deshalb. Siehst du nicht, wie viel Leid und Streit auf der Erde herrschen. Sie hungern nach Liebe! Der König kann nicht mehr länger tatenlos zusehen, er will endlich eingreifen“, erwiderte Cherubim.
„Eigentlich hast du recht Cherubim, es wird höchste Zeit, dass unser Herr da unten mal richtig aufräumt! Der König schaut sich das ganze schon viel zu lange an.“ Cherubim korrigierte ihn vorsichtig: „Nein, nein Seraphin, der Plan des Vaters ist ganz anders. Er will, dass sein Sohn als Baby geboren wird, um den Menschen in allem gleich zu werden.“ Nun war Seraphin völlig durcheinander: „Was sagst du da für Sachen, als Baby schickt ihn der Vater auf die Erde? Das kann ich nicht glauben. Der Plan ist ja lebensgefährlich! Du weißt doch, wie die Menschen drauf sind, sie würden den König bestimmt etwas Schlimmes antun, ihn ablehnen und vielleicht sogar umbringen.“
Da wandte Cherubim ein und sagte: „Du weißt, dass unser Herr die Menschen liebt und nach seinem Ebenbild geschaffen hat. Sie können sich frei für oder gegen seine Liebe entscheiden. Deshalb sendet er seinen Sohn, um ihnen zu helfen sich für Gott entscheiden zu können. Er will ihnen Gottes Liebe und Charakter zeigen, sogar, wenn sie bereit wären ihn zu töten.“
„Aber was macht das für einen Sinn?“, wandte Seraphin aufgeregt ein, „Sie interessieren sich weder für ihn noch für seinen Vater. Es kümmert sie überhaupt nicht. Komm mal mit, ich zeig dir was. Schau mal hier, was sie eines Tages machen werden. Sie führen ein Fest ein, dass nennen sie dann Weihnachten. Es geht aber nur um Geld und Geschenke. Der Einzelhandel hat das gut erkannt.
Sieh her, sie wollen vor Heilig Abend 3 Milliarden Euro Umsatz machen, aber den König und sein Wort lehnen sie total ab!“
Plötzlich meldete sich der Sohn Gottes selbst zu Wort: „Seraphin, ich will ihnen das größte Geschenk aller Zeiten machen. Das, was sie durch ihre Sünden verloren haben, möchte ich ihnen wieder schenken.
Ich möchte ihnen die Möglichkeit geben, die verlorene Beziehung zu meinem Vater wieder zurück zu bekommen.“
Da rief Seraphin ganz verzweifelt aus: „Aber warum denn, hast du keinen anderen Plan, du bist doch der allmächtige Gott?“
„Das ist die einzige Möglichkeit,“ erklärt der König geduldig!
Aber mach dir keine Sorgen, ich werde nach drei Tagen wieder auferstehen und nach wenigen Tagen zum Vater auffahren. Dadurch wird jedem, der an mich glaubt, ermöglicht werden wieder zum Vater zu kommen.“
"Also werden sie dich doch umbringen!" Seraphin brachte kein Wort mehr raus. Im Himmel war eine große Stille zu spüren.
Wieder meldet sich Seraphin zu Wort: „Und wenn sie nicht an dich glauben und dir nicht nachfolgen, was dann? Dann ist doch alles um sonst gewesen.“
Mit trauriger Stimme erwiderte der König langsam: „Wenn sie diese Chance verpassen, und lieber ihren eigenen Willen tun wollen indem sie ihren sündigen Werken nachlaufen, dann kann selbst ich ihnen nicht mehr helfen und sie müssen in Ewigkeit Gott – LOS bleiben.
Wer sich aber mir allein anvertraut und bewusst anfängt mit mir zu leben, den werde ich retten.
Nun komm, lass uns gehen, es ist schon spät, ich muss mich auf meine Reise vorbereiten.“