Nach 23-jähriger Karriere beendet Ze Roberto seine Zeit als Profifussballer.

In einer Zeit fußballerischer Tristesse in Deutschland, war es immer eine Wonne, ihm zuzusehen. Kaum jemand, weltweit, konnte sich so geschmeidig und elegant bewegen, wie Ze Roberto. Er war einer der größten Brasilianer für mich, denn neben Konstanz und Profieinstellung war er ein Spieler, der es geschafft hat, trotz, wie bei vielen Brasilianern, schwieriger sozialer Herkunft, skandalfrei und verlässlich seine Karriere zu gestalten. Was hat ihm dazu die Kraft gegeben?

Zé Roberto erlebte eine schwere Kindheit in Brasilien. Als er zehn Jahre alt war, verliess der Vater die Familie. Dies war ein entscheidender Einschnitt. Seine Mutter wandte sich in ihrer Verzweiflung an Gott. Mit 19 Jahren wurde er Christ durch das Lesen der Bibel und durch den Glauben seiner Mutter. In einem Interview mit Steve Volke aus dem Jahr 2003 erzählte Zé Roberto von diesen prägenden Jahren seines Lebens:

«Mein Vater war Alkoholiker und stritt sich jeden Tag mit meiner Mutter. Und eines Tages war er einfach nicht mehr da. Er hatte uns von heute auf morgen verlassen. Meine Mutter war auf sich allein gestellt und versuchte, die Familie so gut es ging durchzubringen. In dieser Zeit begegnete ihr Gott, und diese Begegnung hat ihr Leben so verändert, dass ich wissen wollte, woher das kam. Ich begann, die Bibel zu lesen, und merkte, dass ich eine Beziehung zu Gott brauchte. Seitdem bekam mein Leben eine andere Richtung.

Ich habe erkannt, dass viele Dinge, die mir bisher in meinem Leben begegnet sind, von Gott so gewollt waren. Auch aus Fehlern konnte ich lernen. Als ich angefangen habe, das zu schätzen, was in der Bibel steht, hat Gott angefangen, meine Träume zu schätzen. Er hat viele meiner Träume wahr werden lassen. Ich habe immer geträumt, aber bevor ich eine Beziehung zu Gott hatte, war die Erfüllung meiner Träume immer sehr weit weg. Als ich angefangen habe, Gott ernst zu nehmen, hat Gott sich an die Erfüllung meiner tiefsten Träume begeben. Ich wollte immer Fussballprofi werden. Dass es geklappt hat, führe ich darauf zurück, dass ich mit Gott ernst gemacht habe und meine Lebensgestaltung auf ihn ausrichte. Ab dem Zeitpunkt hat Gott mein Leben verändert und ich kann es dankbar aus seiner Hand nehmen.

Die Josefs-Geschichte im Alten Testament ist eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten. Solche Geschichten geben mir Kraft und Mut. Josef hat sein Vertrauen auf Gott nie verloren, selbst als er unschuldig im Gefängnis landete. Und er hat dazu noch die Grösse gehabt, seinen Brüdern, die ihn nach Ägypten in die Sklaverei verkauft hatten, zu vergeben. Josef ist ein echtes Vorbild für mich – so wie er möchte ich leben.

Das Wichtigste im Glauben ist, dass man sich von Gott geliebt weiss, so wie man ist. Das ist die Grundlage meines Glaubens, und das gibt mir Kraft für alle Situationen im Leben. Denn gerade als Profifussballer bist du ständig gefordert, du brauchst immer wieder neue Kraft für die vielen Spiele. Mein Lieblingsvers in der Bibel (Philipper 4,13) handelt von einer besonderen Kraft: «Ich kann alles durch den, Jesus Christus, der mich mächtig macht.»

 

Zé Roberto (43) ist verheiratet mit Luciana und Vater von drei Kindern. jesus.ch

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