Unterricht für die Unterschicht: Sex, Soaps und Seitensprünge

Sex, Crime und Intrigen, eine rastlose Suche nach Glück und immer wiederkehrende Handlungen, die kein Ende nehmen. Deutsche Soaps machen ihren Namen alle Ehre: von „Verbotene Liebe“ und „Gute Zeiten schlechte Zeiten“ über „Alles was zählt“ und „Unter uns.“ Die Liebesgeschichten handeln von den ersten Liebeserfahrungen in der Schule und modernen Patchworkfamilien, eingestreut werden homosexuelle Sexszenen gesüßt mit häufig wechselnden Sexpartnern. Eine Filmindustrie, die täglich Millionen vor die Fernsehbildschirme lockt, die einzelnen Soaps haben Marktanteile von bis zu 20 Prozent unter den 14-49-Jährigen.

Was ist eigentlich so faszinierend daran, Menschen dabei zuzuschauen, wie sie ihre rastlose Suche nach Glück nie vollenden und immer wieder scheitern? Da Soaps eigentlich nur erzählend sein sollen, seien sie generell wertneutral. Ihr Einfluss ist dennoch gewaltig. Was dort als Normalität dargestellt wird, ist dem Zuschauer nach der tausendsten Sendung dann auch irgendwann normal, die Empfindung für Werte wie Treue oder Gehorsam den Eltern gegenüber wird sukzessive herabgesetzt.

Warum eigentlich immer Patchwork, Homosexualität und Sex? Warum nicht die konservative schwäbische Familie? Sex sells ist der Wahlspruch der Fließbandproduktion und die Vermittlung ehtischer Werte bleibt dabei zugunsten besserer Einschaltquoten auf der Strecke. Den Niveaulosesten Beitrag dazu liefert RTL mit der Sendung „Alles was zählt“, wo der Mensch vor lauter Beziehungskisten die Welt nicht mehr sieht. Marian, der bereits mit Nadja und Jenny zusammen war, wird von seiner neuen Freundin Jessica betrogen –  ausgerechnet mit dessen bisexuellen Sohn Deniz, der sich seinerseits wiederum für diesen Seitensprung bei seinem Partner Roman mit einem bewegenden Auftritt im Eiskunstlauf-Stadion entschuldigt. Roman und Deniz finden wieder zueinander, aber ihr „zweites Glück“ währt nicht lange. Romans Ex-Freund Mark kommt dazwischen. Na dann…

Treue verkommt in Soaps zu einem Indikator für Langeweile. Gut, wer würde sich auch eine Sendung anschauen wollen, wo alle Treue gegenüber ihren Lebenspartnern zeigen? Was wären diese Sendungen, wenn dort alle ehrlich wären? Quotenkiller. Letztes Jahr im Mai kam es zu einem Skandal, als die eigentlich nicht für Serien zuständige FSK eine Sexszene in „Alles was zählt“ zensieren wollte. Dabei handelte es sich um Gruppensex dreier Männer. Die Szene wurde nur gekürzt, war aber dennoch so hart, dass von Kinderverträglichkeit gar keine Rede mehr sein kann.

Zwischen Ehekrisen und Beziehungskisten salzen reichen Leute mit ihren Gier- und Neidgeschichten die wirre Handlungssuppe. In „Verbotene Liebe“ beobachtet Kim den halbnackten Christian und will sich sofort an ihn ranmachen. Das ist schlicht triebgesteuert.

Hier eine Liste der Werte, die in unseren Wohn- und leider auch Kinderzimmern zuhause sind:

„voll von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier, Bosheit, voll Neid, Mord, Hader, List, Niedertracht; Zuträger, Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hochmütig, prahlerisch, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam, unvernünftig, treulos, lieblos, unbarmherzig.“

Diese Liste steht übrigens in Römer 1, 29-31. Wenn wir uns das ganze Kapitel von Paulus anschauen, dann merkt man, dass er zunächst von unseren Taten redet, vor allem über unsere zunehmende sexuelle Perversion. Auch hier in den Versen beginnt er mit Ungerechtigkeit, Mord, Verleumdung, was dann aber in festen Charakterzügen mündet: Treulosigkeit, Lieblosigkeit und Unbarmherzigkeit. Das ist genau das, was wir vor unseren Fernsehern erleben: Ihre Taten werden ihnen zu Charakterzügen, und ebenso ist es bei uns.

Im nächsten Vers schreibt Paulus:

„Sie wissen, dass, die solches tun, nach Gottes Recht den Tod verdienen; aber sie tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.“

Wie zutreffend das Wort Gottes hier wieder ist: Wir wissen um die Boshaftigkeit von Untreue und Lieblosigkeit, aber wir schauen es uns noch an und finden Gefallen daran. Gott hasst übrigens solche Dinge, und er hasst es ebenso, wenn wir uns diese Dinge anschauen.

Gott stellt demgegenüber Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit (Galater 5,22). Das entspricht nämlich seinen Wesenszügen, die er in uns verwirklichen will und uns in sein Bild verwandeln. Dem steht unser natürlicher Mensch entgegen. Es ist natürlich, Römer 1 zu leben, es entspricht der Menschheit, doch so ist der Mensch nicht gewollt. Daraus folgt, dass es nicht natürlich ist, göttliche Charakterzüge annehmen zu können und sie müssen uns geschenkt werden durch Jesus Christus. Er ist das Leben und das Gegenteil von Langeweile. Nur durch ihn können wir erneuert werden und bekommen eine neue Natur.

„Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ Römer 8, 32

Er gab alles und gibt gemäß seinem unerschöpflichen Reichtum. Lass dich auf dieses Abenteuer ein! Keine Soap, sondern wahres und vor allem ewiges Leben!