TRON Legacy - Christentum frei nach Zeitgeist

Der Nachfolger des Kultfilms „Tron“ von 1982 ist einer der Filme, die mit besonders viel Spannung erwartet wurden. In den USA spielte er am ersten Wochenende auch direkt nicht schlechte 44 Mio $ ein.

Die Story ist kurz umrissen folgende: Der 27 Jahre alte Sam Flynn ist auf der Suche nach seinem seit 20 Jahren verschwundenen Vater Kevin. Was der Kenner des ersten Tron-Films natürlich schon ahnt ist, dass dieser sich in einer Welt von Computerprogrammen befindet, in die er sich hineingebeamt hatte. Ohne dass er weiß wie ihm geschieht wird Sam auf die gleiche Weise in dieses Cyber-Universum versetzt und begegnet dort seinem Vater. Inzwischen haben die Programme sich selbstständig gemacht und gegen ihre „Schöpfer“ aufgelehnt und es ist garnicht mehr so einfach wieder aus der Parallelwelt zu entkommen.

Wenngleich in diesem Film natürlich das visuelle Feuerwerk, der hochgelobte Soundtrack oder auch der teilweise schwache Story-Verlauf kommentiert werden kann und wird, soll es in diesem Artikel um die religiösen Bezüge gehen. Anders wie man es bei einem Film in dieser Sparte vielleicht erwarten würde, werden in TRON Legacy wie auch schon in seinem 30 Jahre alten Vorgänger, massive Anspielungen an das Thema Religion allgemein, sowie das Christentum im Speziellen gemacht.

Religion im CyberspaceEin modernes GottesbildIst Gott an allem schuld?Ist mit Gott noch zu rechnen? | Gott meint es ernst

Religion im Cyberspace

Als Kevin Flynn 1982 das erste Mal (durch einen Unfall) in die Welt der Programme hineingebeamt wird, findet er sich in einer Welt wieder, in der Programme als Menschen dargestellt werden, die durch das sog. Master Control Program (MCP) unterdrückt werden. Unter den Programmen existiert ein Glauben an die „User“ (also die Benutzer, Programmierer = die Menschen), der allerdings vom MCP mit härtesten Mitteln bekämpft wird, sowie auch unter der Programmen umstritten ist. Ein (frei aus dem Englischen übersetzte) Dialog von zwei Programmen aus Tron (1982) veranschaulicht das gut: “Du glaubst an die User?“ – „Natürlich! Wenn ich keinen User habe, wer hat mich denn dann programmiert?“. Ein Schelm wer hier eine Parallele in unsere Welt zieht..

Natürlich ist es dann auch nicht weit hergeholt die Parallele von Kevin Flynn auf Jesus zu ziehen: Ein Mensch wird zum Programm und befreit diese von ihrem Unterdrücker, indem er diesen durch sein eigenes Opfer besiegt und dann in der Menschen-Welt wieder erwacht. Soweit der Film von 1982. In Tron Legacy wird diese Parallele noch weitergeführt wenngleich unterschwellig am Ende ein ganz anderes Bild gezeichnet wird. Im aktuellen Blockbuster wird Kevin Flynn von den Programmen als „Schöpfer“ bezeichnet und derjenige der dieses Mal vom Mensch zum Programm wird ist Sam – also der Sohn des Schlöpfers. Soweit die scheinbar noch auf die Spitze getriebene Parallele zu Jesus.

Ein modernes Gottesbild

Wenn wir jetzt einfach mal Kevin Flynn als Symbolfigur für den Schöpfer-Gott in Tron Legacy annehmen, so wird dort ein nicht wirklich neues, aber trotzdem sehr modernes Bild von Gott vermittelt. Der Zuschauer erfährt im Laufe des Films wie Vater Flynn sich in der Vergangenheit in der Tat als Schöpfer betätigt hat. So erschuf er eine exakte Kopie von sich selbst als Programm („Clu“ – eine weitere Hauptfigur im Film), die dann gegen ihn rebellierte und sich selbst zum Herrscher der Programmwelt gemacht hat. Als Resultat davon bleibt Schöpfer Kevin machtlos und resigniert zurück und wird als einfallsloser, passiver und schlecht gelaunter alter Mann dargestellt. Zwar hat er immer noch besondere Mächte, die Kontrolle und vor allem Perspektive scheint ihm aber vollends abhanden gekommen zu sein.

Auch hier drängt sich eine biblische Parallele auf, da Gott den Menschen laut der Bibel in seinem Bild geschaffen hat, dieser jedoch gegen seinen Schöpfer rebellierte (nachzulesen in 1.Mose 1-3). So weit so passend. Das in Tron Legacy vermittelte Gottesbild entspricht aber mehr dem aktuellen Zeitgeist als der Bibel. Wo der Film von 1982 noch neutrale bis positive Andeutungen auf das Christentum machte und konstruktiv dazu anregte sich der Frage nach dem Schöpfer zuzuwenden schwingt in der aktuellen Fassung doch vielmehr fundamentale Kritik an dem christlichen Gott durch, ganz so wie es dem aktuellen Trend in einer säkularisierten westlichen Welt entspricht: Sofern man Gott seine Existenz noch zugesteht wird er dann aber als passiver Gott angesehen, der schon lange die Kontrolle über seine Schöpfung verloren hat. Auch wird er letztlich selbst als Quelle des Bösen und des Leides angesehen, da der Mensch ja schließlich in seinem Bild geschaffen ist. Im Film wird dies an einer Stelle sehr deutlich, als Kevin und sein Ebenbild Clu ein Gespräch führen. Dort bekennt Kevin sich dazu, durch sein Ebenbild Clu, die ganze Programmwelt in den Untergang geführt zu haben.

Überhaupt scheint am Ende mehr der Mensch (in Form von Sohn Sam) an sich im Mittelpunkt zu stehen, der sich nicht von der Depression des Vater-Gottes einschläfern lässt, sondern sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und dadurch die Erlösung schafft. Dies ist ganz im Einklang mit dem aktuellen spirituellen Mainstream, der auch in anderen Blockbustern wie Avatar beschworen wird – wir haben einen nebeligen Bezug zu einer entfernten undefinierten Übersinnlichkeit, die nur insoweit ihren Sinn hat, wie sie den Menschen befähigt sich selbst zu erlösen. In diesem Zuge ist die Bewahrung unserer Umwelt, sowie der Kampf für einen Weltfrieden zu einer modernen Ersatzreligion geworden. Wir suchen nach Erlösung – nur suchen wir sie jetzt in uns selbst.

Ist Gott an allem schuld?

Das tückische an all diesen Gedanken ist, dass Wahrheit und Lüge, wie so oft, sehr eng beieinander liegen. Die Bibel spricht in der Tat davon, dass Gott mit Trauer, wenn nicht sogar negativ überrascht, auf die Entwicklung der Menschheit reagierte:

„Und der HERR sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag. Und es reute den HERRN, dass er den Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es bekümmerte ihn in sein Herz hinein.“ (1.Mose 6,5+6)

Der Zustand von uns Menschen ist zu offensichtlich als das wir ihn wegdiskutieren könnten (zumindest lassen wir das Urteil Gottes in diesen Versen mal so stehen, da es auch nicht Thema dieses Artikels ist über unsere Sündhaftigkeit zu reden). Die Frage ist nur: Wie konnte es so weit kommen – und wer ist schuld daran? Die Antwort des besprochenen Filmes ist genauso einfach wie beliebt: „Wenn Gott uns gemacht hat, so ist es sein Problem und nicht unseres. Wir versuchen uns selbst durchzuschlagen wenn er es nicht schafft für eine Lösung zu sorgen.“

Interessant ist, dass diese Antwort schon so alt ist wie die erste Sünde. Adam beschuldigt, nachdem er Gottes Gebot übertreten hatte, Gott selber, dass er letztlich schuld an der Misere ist (1.Mose 3,12). Somit können wir diese Methode als die älteste, leichteste und effektivste Methode bezeichnen mit unserer eigenen Schuld umzugehen. Doch sind wir mal ehrlich: Halten wir uns wirklich für so unmündige Menschen, dass wir einem Gott die Schuld für unser Handeln zuschieben müssen? Drehen wir uns da nicht selbst im Kreis?

Die Wahrheit ist vielmehr diese: Der Mensch ist (und darauf sind wir stolz) ein freies Wesen, dass sehr wohl überlegte Entscheidungen treffen kann. Das ist Teil unserer Gottesebenbildlichkeit. Und wahr ist auch, dass der Mensch (allgemein wie jeder persönlich) sich dafür entschieden hat, nicht nach den Ordnungen seines Schöpfers zu leben, sondern sich vielmehr selbst zum Maßstab zu machen. Sich selbst erlösen/verwirklichen zu wollen bedeutet den Schöpfer abzulehnen.

Ist mit Gott noch zu rechnen?

Aber die Frage bleibt – hat Gott nicht dann die Kontrolle verloren, ist das ganze Projekt Menschheit nicht ganz groß in die Hose gegangen? Wenn wir das vorgehende Zitat aus 1.Mose 6 lesen mögen wir das fast glauben. Es ist in der Tat sehr viel kaputt gegangen, so viel, dass es Gott tief in seinem Herzen schmerzt. Aber seien wir nicht zu schnell, dem Gottesbild, wie es u.A. in Tron Legacy vermittelt wird, zu folgen. Demjenigen der bereit ist genauer hinzuschauen und tiefer zu suchen erschließen sich in der Bibel ganz andere Wahrheiten:

„Denkt daran, was es Gott gekostet hat, euch aus der Sklaverei der Sünde zu befreien, aus einem sinnlosen Leben, wie es schon eure Vorfahren geführt haben. Christus hat euch losgekauft, aber nicht mit vergänglichem Silber oder Gold, sondern mit seinem eigenen kostbaren Blut, das er wie ein unschuldiges, fehlerloses Lamm für uns geopfert hat. Schon bevor Gott die Welt erschuf, hatte er beschlossen, Christus zu euch zu schicken. Aber erst jetzt, in dieser letzten Zeit, ist Christus euretwegen in die Welt gekommen.“ (1.Petrus 1,18-20)

So tief Gott auch über unseren Zustand betrübt ist – er war deswegen nie in Verlegenheit oder etwa ratlos. Ja er hat sogar bevor er uns überhaupt geschaffen hat gewusst was er tun wird, um seine Schöpfung – uns – an das Ziel zu bringen, wofür wir bestimmt sind – auch trotz und sogar durch unser Versagen. Gott weiß genau was er tut und er handelt zeitgenau in der Geschichte. Er selbst wurde in seinem Sohn Jesus Christus Mensch und hat sich absolut mit unserem Versagen identifiziert – ohne selbst auch nur eine Sünde getan zu haben – und ist dafür am Kreuz gestorben. Für deine ganz persönliche Schuld. Und bedenke – er hat den Entschluss dazu gefasst, bevor du überhaupt ein Wort sprechen konntest, ja sogar bevor es überhaupt einen Menschen gab. Er ist der souverän handelnde und Er ist das bis heute.

Gott meint es ernst

Auf die oben zitierte Stelle über die Trauer Gottes über den Menschen aus 1.Mose 6 folgte damals die Sintflut mit der damals niemand gerechnet hatte. Relativ am Ende der Bibel wird genau das wieder aufgegriffen als Botschaft für diejenigen, die genau wie die Menschen damals Gott als passiven Sünden-Abtreter missbraucht haben:

„Vor allem müsst ihr wissen, dass in den Tagen vor dem Ende Spötter auftreten werden, denen nichts heilig ist und die nur ihren eigenen Begierden folgen. »Wo bleibt denn die Erfüllung seiner Zusage?«, höhnen sie. »Er hat doch versprochen, dass er wiederkommt! Inzwischen sind unsere Väter gestorben, aber geändert hat sich nichts. Alles ist immer noch so, wie es seit der Erschaffung der Welt war.« Denen, die das behaupten, entgeht freilich, dass es in alter Zeit schon einmal einen Himmel und eine Erde gab, die auf Gottes Wort hin entstanden waren (wobei das Land sich aus dem Wasser erhob und das Wasser dem Land Platz machte). Und es entgeht ihnen, dass diese damalige Welt vernichtet wurde, und zwar ebenfalls auf Gottes Wort hin und ebenfalls mit Hilfe von Wasser – dem Wasser der großen Flut. Genauso sind auch der jetzige Himmel und die jetzige Erde durch dasselbe göttliche Wort zur Vernichtung bestimmt, allerdings zur Vernichtung durch das Feuer. Sie bleiben nur noch so lange bestehen, bis der Tag des Gerichts da ist und die gottlosen Menschen dem Verderben ausgeliefert werden. Eines freilich dürft ihr nicht vergessen, liebe Freunde: Für den Herrn ist ein Tag wie tausend Jahre, und tausend Jahre sind für ihn wie ein Tag. Es ist also keineswegs so, dass der Herr die Erfüllung seiner Zusage hinauszögert, wie einige denken. Was sie für ein Hinauszögern halten, ist in Wirklichkeit ein Ausdruck seiner Geduld mit euch. Denn er möchte nicht, dass irgendjemand verloren geht; er möchte vielmehr, dass alle zu ihm umkehren.“ (2.Petrus 3,3-9)

Lieber Leser, lass dir nicht einreden, Gott wäre ein alter Mann, der entweder einem Märchen entsprungen oder total mit der Welt überfordert ist. Gott weiß genau was er tut und er lenkt die Geschichte – auch heute. Und das nicht nur bei den Mächtigen dieser Welt, sondern auch bei dir und mir. Er wartet geduldig auf dich, dass du dich an Ihn als deinem Schöpfer wendest und zu ihm umkehrst. Er hat in Jesus Christus selber an unserem Leid und sogar an unserer Schuld teilgenommen, damit wir in einer Beziehung zu ihm leben können – dafür sind wir bestimmt.