Wovon sollen wir träumen?

Jahrhunderte lang versuchten Philosophen durch Verstand und Vernunft allein zu einer letzten, einheitlichen und wahren Erkenntnis der Wirklichkeit zu kommen. Von Generation zu Generation versuchten sie ein wahres Weltbild zu finden. Eine Generation zeigte die Denkfehler der vorigen auf, konstruierte ihre eigene Erklärung für die Welt und das Leben und die nächste tat es der Vorigen gleich. So ging es immer weiter, bis es im 18. Jahrhundert zu einem Riss kam. Langsam wurde den großen Denkern klar, dass sie keine Antwort finden. Einer der diese deprimierende Erkenntnis mit am meisten prägte war Jean -Jacques Rousseau. Er gab seinen Glauben an den Fortschritt auf und begann die Vernunft herunter zu spielen. Er betonte besonders die „Freiheit“ des Menschen, welche er als ein Abwerfen von Werten, Maßstäben, Einschränkungen und Erziehung sah. Diese Freiheit ist letztlich eine totale Halt- und Hoffnungslosigkeit. Und wir Deutschen und Westeuropäer sind von dieser Haltung bis heute geprägt. Die Ziellosigkeit und Einsamkeit des heutigen Menschen wird in einem Lied von Frida Gold deutlich:

Ich bin mitten drin

Und geb mich allem hin

Aber schaut man hinter die Kulissen

Dann fängt es immer so an

Ich schlafe immer zu lang

Kriegs nicht hin

Und fühl mich deshalb beschissen

Ich erkenn mich nicht

In den Schaufensterscheiben

Entdecke nichts, was mir gefällt

Ich brauch die schönsten Kleider

Und die stärksten Männer

Und eine Hand, die meine Hand für immer festhält

Wovon sollen wir träumen?

So wie wir sind, so wie wir sind, so wie wir sind

Woran können wir glauben?

Wo führt das hin? Was kommt und bleibt? So wie wir sind.

Auch wenn dieses Lied vordergründig um zwischenmenschliche Beziehungen geht, drückt es doch die Sinnlosigkeit des heutigen Menschen aus. Der Mensch unserer Gesellschaft sehnt sich nach einem sinnvollen Leben, aber in seinem Weltbild, welches er oft unbewusst übernommen hat, ist das Leben absolut sinnlos.  Er gibt sich „allem hin“, er „kriegts nicht hin“, er weiß nicht wer er selber ist, er sehnt sich nach Schönheit, Halt und Geborgenheit, er hat keinen Grund zu träumen, nichts an das er glauben kann, weiß nicht wohin er geht und „was kommt und bleibt“. Wenn dieses Universum ein geschlossenes System ist, eine große Maschine und der Mensch nur ein Zahnrad in ihr, dann gibt es keinen Grund zu träumen und zu hoffen. Aber jeder Mensch träumt trotzdem und hofft trotzdem.

Ich fühl mich leer

Und die Nacht liegt schwer

So schwer auf meinen Schultern

All die Hoffnung die war

Ist schon lang nicht mehr da

Schon wieder ne Nacht einfach vertan

Ich hab gesucht und gesucht

In den hintersten Ecken

Nach Augen, die mich interessieren

Noch nie hat es geklappt

Doch ich mags nicht kapieren

Wovon sollen wir träumen?

So wie wir sind, so wie wir sind, so wie wir sind

Woran können wir glauben?

Wo führt das hin? Was kommt und bleibt? So wie wir sind

Wir lassen uns treiben durch die Clubs der Stadt

Durch fremde Hände und wir werden nicht satt

Wir wachen dann auf bei immer anderen Geliebten

Von denen wir dachten, dass wir sie nie verlassen

Wir können nicht mehr atmen,

Und vergessen zu essen

Wir trinken zu viel

Es bleibt ein Spiel ohne Ziel

Wann hört das auf?

Wann kommen wir hier raus?

Wovon sollen wir träumen?

Wo sind wir zu Haus? Wo sind wir zu Haus?

Der Mensch ist mit seinem Verstand und seiner Erkenntnis gescheitert, er hat keine Antwort auf das Leben bekommen. Wir müssen erkennen, dass wir nicht der Mittelpunkt des Universums sind, sondern klein und hilfsbedürftig. Ja nichts von seinen Fähigkeiten und seiner Herrlichkeit hat der Mensch sich selbst gegeben. Kein Mensch könnte ohne andere Menschen überleben und unser Leben ist ein Geschenk für das wir gar nichts getan haben. Wir sind absolut abhängig und begrenzt, darum muss uns jemand anderes die Antwort auf unser Leben geben.

„Auf meinem Lager zur Nachtzeit suchte ich ihn, den meine Seele liebt, ich suchte ihn und fand ihn nicht.“ (Hohelied 3,1)

Die Sehnsucht die wir haben, welche auch im Lied von Frida Gold zum Ausdruck kommt, lässt auf das schließen nachdem wir uns sehnen. „Wenn wir in uns selbst ein Bedürfnis entdecken, das durch nichts in dieser Welt gestillt werden kann, dann können wir daraus schließen, dass wir für eine andere Welt erschaffen sind.“ (C.S. Lewis – Pardon ich bin Christ) Wir sehnen uns nach dem, für den wir geschaffen sind, nach unserem Schöpfer. Und er ist auch die Antwort auf unser Leben, das fehlende Puzzleteil, wenn wir ihn kennen fügt sich alles zusammen, bekommen unser Dasein und unsere Sehnsüchte einen Sinn und eine Antwort. Er hat uns unwissende nicht mit unserer Hilflosigkeit überlassen, sondern er hat dem Menschen die Möglichkeit gegeben ihn zu finden.

Wir können selbst nicht Frieden, Erlösung und Antwort finden, wir brauchen Gott, der sich zu uns herunter neigt, und er hat es getan durch sein Wort, das er geredet hat und seine Menschwerdung in Jesus Christus. Neben den humanistischen Philosophen gab es zu allen Zeiten Menschen, die ihn „von ganzem Herzen“ gesucht haben und gefunden haben. Licht und Finsternis, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit haben in der Menschheitsgeschichte immer parallel existiert. Auch unsere Generation muss zwischen Leben und Hoffnungslosigkeit wählen.

Jesus ist der Weg zurück zu Gott, der Weg nach Hause. Bei Gott wird unsere Seele satt, dort gibt es echte Schönheit, dort werden wir erfahren wer wir sind, er ist jemand der uns nie verlässt und eine starke Hand, die uns für immer fest hält. Wenn du Gott kennst darfst du wieder träumen, denn es gibt einen guten Grund dafür.

„Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2.Korinther 5,20)