Porno To Go

Let’s talk about … sex. Genauer gesagt über „Cybersex“, jenen sexuell motivierten Verhaltensweisen im Internet. Dazu gehören vor Allem die Sichtung pornografischen Inhalts, aber auch Besuche von Sex-Foren, oder das Lesen sexuell erregender Literatur. 

Wir können getrost über ein gesellschaftliches Phänomen sprechen. Ca. 90% aller männlichen und 75% aller weiblichen Jugendlichen haben sich bereits vor ihrem 16ten Geburtstag Sex-Filmchen auf ihren Computern oder Smartphones angeschaut. Auch Frauen konsumieren immer häufiger einschlägiges Material. Was früher in „Über-18-Ecken“ von Videotheken nur Erwachsenen vorbehalten war, ist heutzutage Jedem leicht zugänglich – natürlich online. 

Die Meisten wollen „nur ein bisschen Spaß“ haben. Oder sie haben Fragen und erhoffen sich schnelle Antworten darauf. Für Andere wird diese Flucht ins „Reich der Phantasie“ aber eine Art „Notausgang“, um mit Problemen oder negativen Emotionen fertigzuwerden. Die Folgen sind genauso vielseitig wie die Motivationen und relativ komplex zu beurteilen. 

Konsequenzen?

Man (und auch frau) gewöhnt sich an die damit verbundene sexuelle Erregung und verlangt in regelmäßigen Abständen danach. Psychologen gehen davon aus, dass man sich anlernen kann, immer wieder „Belohnungen“ (= Gratifikationen) verdient zu haben – und das kann zur Abhängigkeit führen. Frauen sind dagegen genauso wenig gefeit. Eine Studie der Universität Duisburg-Essen belegt, dass die Entwicklung von Porno-Sucht bei Internetnutzerinnen vergleichbar ist mit der der Männer (online.liebertpub.com/doi/pdf/10.1089/cyber.2013.0396). Durch diese Sucht können die natürliche (und in ihrem Rahmen gesunde) sexuelle Erregung und Begierde verändert werden. Häufigerer Partnerwechsel, gesteigerte Sensibilität für sexuelle Erregung bis hin zum problematischen Sexualverhalten sind als mittelfristige Konsequenzen bekannt.  

Eine andere Studie kam zu dem Ergebnis, dass Pornos das Wertesystem von Teenagern prägen können (www.rtl.de/cms/news/rtl-a…sum-bei-jugendlichen.html). Das Verständnis der Rollenverteilung der Geschlechter im sozialen Umfeld würden verzerrt. Das angeschaute Material und die Praktiken schweissen sich in das Gedächtnis ein und erschweren dadurch die gesunde Entwicklung der eigenen Sexualität.  

Porno-Konsumenten sind tendentiell eher bereit, auf die Ausschließlichkeit der „traditionellen“ (heterosexuellen) Ehe zu verzichten. Das ergab eine weitere Umfrage (www.thepublicdiscourse.com/2012/12/7048/). Von den Männern, die fast täglich pornografisches Material anschauen, sprachen sich 54% zugunsten von gleichgeschlechtlichen Ehen aus. Von Männer, die selten bis nie Sex-Filme anschauen, gab lediglich eine kleine Minderheit (13%) an, dass homosexuelle Eheschließungen aus ihrer Sicht in Ordnung gehen.

Na und …?

Die Vorstellung, dass beim Anschauen pornografischer Filmchen niemand zu Schaden kommt, ist somit leider naiv und völlig realitätsfern. Frauen, Kinder und auch Männer verkaufen ihre Körper, um die wachsende Nachfrage zu befriedigen. Die wenigsten tun dies aber freiwillig, die Gründe dafür könnten beliebiger nicht sein: Armut, Perspektivlosigkeit, Zwang, Gewaltandrohung, Hoffnung auf das schnelle Geld, etc. Rede Dir deswegen nicht ein, dass Du die erbrachten Dienstleistungen u.U. bezahlt hast und Dich danach deiner Verantwortung entziehen kannst! Auch Du trägst mit Schuld daran, dass Menschen sich im wahrsten Sinne des Wortes „die Blöße geben“. Deine Mitmenschen sind aber keine Sexobjekte, sondern wertvolle Unikate, die Respekt verdienen, ganz gleich ob sie  arm oder reich, mehr oder weniger gut aussehend, schwarz oder weiß sind. Wie lange wirst Du darüber hinwegsehen?

Zudem sündigst Du gegen Dich selbst und kein Reinigungsmittel der Welt kann Dich davon sauber waschen. Du willst vielleicht die Stimme Deines Gewissen erfolgreich übertönen, Dich selbst überzeugen, dass dies „schon OK“ ist, oder den Meinungen selbsternannter Sextherapeuten Glauben schenken… aber diese Schuld verfolgt dich. 

Was willst Du mir eigentlich damit sagen?

Jesus lehrte in diesem Zusammenhang: „… wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen schon mit ihr die Ehe gebrochen.“ (Matthäus 5:28). Das ist ja starker Tobak! Dann haben ja Alle schon mindestens ein Mal die Ehe gebrochen. Wir erinnern uns daran, dass die Bibel mit dem Begriff „Ehe“ die andauernde und ausschließliche Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau meint. Ihre Grundlage ist gegenseitige Liebe, Treue und Vertrauen.  

Die Pornografie ist dazu diametral entgegengesetzt! Sie propagiert Unverbindlichkeit, völlige Freiheit – was den Auswahl der Partner anbetrifft, sowie „Genuss ohne Reue“. Dies sind aber leere Versprechungen, das hast Du hoffentlich bereits erkannt. 

Vielleicht hast Du mal versucht aufzuhören – nur um relativ bald festzustellen, dass die Anziehungskraft größer als jegliche moralische Bedenken sein kann. Diese Gier, die dich antreibt, Entscheidungen wider die Vernunft zu treffen. Du wurdest fortgeschwemmt – immer und immer wieder, trotz vielen Absichtserklärungen damit Schluss zu machen. Dann hast Du die Dynamik der Sünde in Deinem Leben und gleichzeitig Deine Ohnmacht im Umgang mit ihr gespürt. Bleibe nicht dabei stehen! Wenn Du in diesem Zustand verharrst, dann wirst Du innerlich bald zerfressen. 

König David beschrieb seine Seelennot poetisch sehr versiert (Psalm 32:3) „Solange ich meine Schuld verschwieg, verschmachteten meine Gebeine durch mein täglich Heulen.“ Nach seinem Ehebruch mit der verheirateten Batseba schrie er zu Gott: „Sei mir gnädig, o Gott – du bist doch reich an Gnade! In deiner großen Barmherzigkeit lösche meine Vergehen aus! Wasche meine Schuld ganz von mir ab, und reinige mich von meiner Sünde! Denn ich erkenne meine Vergehen, und meine Sünde ist mir ständig vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt, ja, ich habe getan, was in deinen Augen böse ist.“
(Psalm 51:1-6)

Die Reaktion Gottes liess nicht lange auf sich warten: „Und Du befreitest mich von der Last meiner Sünde.“ (Ps 32:5).

Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein…

Ist es aber nicht. Jesus treibt kein „Hokuspokus“. Er spielt nicht mit uns, sondern hält Wort. Und nein, Er will uns keineswegs einschränken, sondern verspricht „Genuss ohne Reue“. Er ist der Erfinder des dauerhaften Glücks.

Deshalb unser Tipp: 

Erkenne, dass Du Schuld auf Dich geladen hast. Schuld in vielen Bereichen Deines Lebens. Übernimm die Verantwortung. Die Sünde ist kein Kavalliersdelikt, sondern hat weitreichende Folgen: „Der Tod ist der Sünde Sold…“ (Römer 6:23). Der Tod ist eine verzögerte Konsequenz unserer Sünden. Wir alle müssten eigentlich dafür sterben…

Bring diese Schuld dann zu Demjenigen, gegen Den unsere Sünden an erster Stelle gerichtet sind: zu Jesus Christus! Wenn Er unser Schöpfer ist, dann hat Er ein Anrecht auf unsere Körper und Gedankenwelt. 

Nimm Seine Vergebung an. Er hat Alles dafür gegeben. Betrachte sie nicht als „billig“, sondern gehe respektvoll damit um. Und Er wird dir noch viel mehr dazu schenken als Du je erwartet hast: “… die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn “. (Römer 6:23)

Schrittweise wirst Du dann Befreiung von Süchten und Zwängen in Deinem Leben erfahren. Dafür verbürgt sich Gott selbst: „Wenn euch nun der Sohn [d.h. Jesus Christus] frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ (Johannes 8:36). Süchte werden vielleicht nicht von heute auf morgen verschwinden. Aber Eines wird ab sofort anders sein: solltest Du in alte Verhaltensmuster zurückfallen, dann wirst Du dich nach der Reinheit sehnen. Weil Du dabei sein wirst den heiligen Gott und Seine Ansichten kennen und schätzen zu lernen. Und dann wird Dein Denken auch im Bezug auf Dich selbst und selbstverständlich auf Andere völlig „genesen“. 

Hör dir auch die ganz persönliche Story von Nick Vitellaro an, der poetisch anspruchsvoll seine Abhängigkeit von Pornografie beschreibt, wie er sie selbst erlebt hat. Nick weist aber auch darauf hin, dass es einen Ausweg daraus gibt.

weitere Quellen: