Tod in der Sprayerszene

Nach einer Woche voller Erlebnisse und Eindrücke in Spanien machten wir uns wieder auf den Weg nach München. Wir hatten in Burgos einen Graffiti-Auftrag, der vom Bürgermeister selbst genehmigt wurde. Wir waren live im Fernsehen und haben erzählt, was wir früher in der Graffiti-Szene erlebt haben. Selbst in der spanischen Zeitung berichteten sie über uns und unser Graffiti.

Als wir auf dem Rückflug ins Flugzeug stiegen, warfen wir einen Blick in die Münchner Zeitung – wir waren geschockt!

Zwei Münchner Sprayer haben an diesem Wochenende für Schlagzeilen gesorgt. Sie wurden beim Sprühen von einem Zug überrollt, und verloren dabei ihrem Leben.

Kreativität gehört zum Menschen und ich wollte kreativ sein. Ich wollte beweisen, dass das, was wir tun, auch Kunst ist.

Graffiti ist an einem Ort entstanden, wo Wolkenkratzer, Müll, Banden und Drogen zum Alltag gehörten – in den Ghettos von New York.

In einer Zeit, in der Industriemüll (Campbell Soup Konservendosen) für Kunst erklärt wurden (Andy Warhol). In einer Zeit, in der jede Idiotie zu Kunst deklariert wurde „alles ist Kunst und jeder ist ein Künstler“ (Josef Beuys).

Die ursprüngliche HipHop Revolution war ein Kampf um Kreativität und Lebendigkeit. Man wollte raus aus einer kranken, sterilen Welt, in der man nur noch zum Konsumenten hinerzogen wurde.

Es war ein einmaliges Ereignis in der Geschichte der Menschheit. Jugendliche von allen Sprachen, Kulturen und gesellschaftlichen Stellungen strebten in ein und die selbe Kunstrichtung.

Aber der ursprüngliche HipHop-Spirit lösten sich in Drogen und Gewalt auf. Viele meiner Freunde aus der Szene sind entweder heroinsüchtig, im Knast oder in der Psychiatrie gelandet.

Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass nichts bleibend ist von dem was wir gemacht haben. Unsere damaligen Wände sind entweder übersprüht, abgerissen oder verblasst.

Die beiden Writer haben ihr Leben gegeben für eine Sache, von der nichts übrig bleibt, bei den meisten nicht mal eine Erinnerung.

Jeder Mensch setzt sich für etwas ein, die Frage ist nur, hat dein Lebensinhalt echten Sinn und Bestand? Gott ist selbst kreativ und er hat den Menschen dieselbe Gabe gegeben. Unsere Bilder haben weder den Selbstzweck im Vordergrund noch den Fame.

Jetzt sind wir aus der Szene mit Kriminalität und Drogen raus. Unsere Graffiti-Bilder dienen jetzt einem anderen Zweck, nämlich dazu, dass wir Mitmenschen eine neue Message geben und einen Lebenssinn vermitteln. Wir waren entfremdet in der Beziehung zu Gott. Jesus Christus hat uns so sehr geliebt, dass er selbst bereit war zu uns zu kommen um unsere Sündenstrafe auf sich zu nehmen, damit wir nicht verloren gehen sondern ewiges Leben haben, denn wir waren Rebellen gegen Gott.

Den Kampf um Anerkennung in der Graffiti-Szene und in der Gesellschaft haben wir hinter uns gelassen. Unser Fame ist jetzt bei Gott. Gott ist im Mittelpunkt unseres Lebens, der uns den Lebenssinn gibt und auch das, was wir an die Wände malen.

Auch wenn wir aus der Szene weg sind, sind wir  keine Spießbürger. Vielmehr ist es so, dass die meisten Leute, die früher wirklich kreativ waren, heute nur noch Kiffen. Leider haben viele dadurch ihre Lebendigkeit und Kreativität verloren.

Doch Gott kann den Menschen wieder die Kreativität geben die er einmal hatte.

Kommentare

  1. Patrick Kremers

    Christliche Symbole

    Hm, doofe sache mit dem Zug.
    Naja muss ja nicht immer an Bahngleisen sein nech?
    Wie siehts denn aus wenn man christliche Symbole sprayt die keiner übersieht und vllt. zum nachdenken zwingen.
    Freu mich auf eine Antwort 🙂

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