Jeder Stern geht einmal unter

Einer der Namen, die in den letzten Jahren immer und immer wieder in den Medien genannt wurden, war David Petraeus. Dieser Mann, vor ein paar Tagen 70 Jahre alt geworden, wurde im Zuge des Irak- und des Afghanistan-Krieges immer wieder genannt. Er hat dort – aus Sicht der Amerikaner – anscheinend vorbildliche Arbeit geleistet und wurde nach 37 Jahren aus dem Militär entlassen, um sich seiner nächsten Aufgabe zu stellen. Er sollte Chef des Auslandsgeheimdienstes CIA werden. Vor etwas mehr als einem Jahr, im September 2011, wurde er dazu im Weißen Haus vereidigt.
Nun hat eine außereheliche Affäre diese steile und langjährige Karriere beendet.

„Seit mehr als 37 Jahren verheiratet, habe ich extrem schlechtes Urteilsvermögen bewiesen, indem ich eine außereheliche Affäre eingegangen bin. Ein solches Verhalten ist inakzeptabel, sowohl für mich als Ehemann wie auch als Leiter einer Organisation wie der unsrigen. Der Präsident hat meinen Rücktritt am Nachmittag dankenswerterweise akzeptiert.“ (Zitat Petraeus)

 Der 4-Sterne-General galt aber nicht nur als militärisches und administratives Vorbild, sondern auch als moralisches. Seinen Führungsanspruch bekräftigte er durch die Einstellung, das ganze Leben und den Arbeitsstil in vorbildlicher Haltung zu führen. An diesem eigenen Maßstab ist er gescheitert. Ob diese außereheliche Affäre (über die sich sonst in unserer heutigen Zeit ja niemand mehr ernsthaft aufregt) wirklich der Grund war, warum Petraeus zurücktreten musste (weil er sich dadurch erpressbar gemacht hat), oder ob noch mehr dahinter steckt, weiß man nicht. Für Verschwörungstheoretiker wird dieser Abgang sicherlich ein gefundenes Fressen darstellen. 

Für mich steht in diesem Vorfall etwas anderes im Vordergrund. Zum einen sind wir umgeben von Menschen, die ein scheinbar perfektes und vorbildliches Leben führen. Nicht bei allen kommen die Fehltritt – wie hier bei Petraeus – ans Licht, da nicht jeder wie er im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht. Gott hat zu dem äußeren Schein in der Bibel etwas sehr deutliches gesagt: Der HERR sieht nicht, was vor Augen ist, der HERR sieht das Herz an. (1. Samuel 16,7) Als der Prophet Samuel den zukünftigen König für das Volk Israel auswählen soll, will er einen der großen und starken älteren Brüder Davids auswählen, aber Gott verweist ihn auf den damals kleinen, schmächtigen David. So gilt auch für dich und für mich, dass Gott uns einmal nicht nach unserem sichtbar geleisteten bewerten wird, er wird in unser Herz schauen, ob es ihm entspricht.

Zum anderen zeigt es, dass wir Menschen nie einen Punkt erreichen, von dem aus wir nicht mehr fallen können. Überhaupt geht in unserer Zeit manchmal unter, dass alle Menschen irgendwann fallen, die einen von weiter oben, manche von weiter unten. Aber dieser Punkt, wenn wir mit unserer Kraft und unserer Weisheit ans Ende kommen, ist ein guter Punkt, um sich Gedanken über sein eigenes Leben, die eigene Moral und über den Richter unserer Gedanken und unserer Taten zu machen. Es ist aber dem Menschen gegeben, einmal zu sterben; danach aber das Gericht. (Hebräer 9,27) Du wirst in dieser Welt nichts erreichen, was dir nicht genommen wird. Es heißt, wir gehen „nackt“ in diese Welt und wir gehen „nackt“ wieder aus ihr heraus. Der größte Wert, den ein Mensch erreichen kann, ist die Zugehörigkeit in Gottes Familie, denn diese Zugehörigkeit kann dir keiner mehr nehmen. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. (Johannes 1,12) Ein Kind Gottes bleibt ein Kind Gottes, auch wenn es fällt. Gott richtet es wieder auf. Nimm Jesus Christus als deinen Gott und König an, nur so kannst du ein Kind Gottes werden.