Schülerdemos zwischen „We want peace“ und American Life

Im Irak ist Krieg. In Deutschland ist Frühling. Ein Frühlingsduft der sanften Anarchie weht durch deutsche Straßen. Von München bis Hamburg demonstrieren Kids, die in Hamburg trotzen sogar Wasserwerfern und bekommen locker die Mischung zwischen ernster Demo und fröhlichem Wet-Shirt Contest hin.


Moralisch unterstützt werden sie von einer ganzen Armee ihrer Pophelden: Moby, Spax, REM, Green Day, R.A.T. Machine, Beastie Boys, Mick Jones, Madonna und nicht zuletzt Lenny Kravitz. Sie feuern musikalische Breitseiten gegen den Medienkrieg. Wer hat da keine Lust zum Protest?


„Habe ich die Lösung? Nein. Habe ich die Antwort? Nein!“, sagte die aufgebrachte Madonna in die Kameras von MTV. Krieg sei für sie ein kosmischer Horrortrip. In ihrem neuen Video zeigt sie blutverschmierte Babies, Models in Kampfanzügen. Sie selber wirft sogar Handgranaten ins Publikum. „Ich bin nicht gegen Bush. Ich bin nicht pro Irak. Ich bin pro Frieden“. Wird ihr Lied, ihr Video zum Sommerhit der neuen deutschen Protestbewegung?


Die Neudemonstranten sind so ganz anders als die Alten, die politischen Akteure aus Vietnamzeiten. Sie sind nicht so linientreu wie einst Uschi Obermeier, Rainer Langhans und Fritz Teufel, der mit seinem Adventskranz auf dem Kopf in die Geschichte eingegangen ist. Unsere Demokids tragen zwar die alten Peace-Abzeichen und Friedenstauben, allerdings haben sie scheinbar keine Probleme damit, wenn sie in Demopausen zum nächstgelegenen McDonald’s gehen, wenn sie amerikanische Klamotten und Schuhe tragen, oder gar das oberamerikanische Kriegsgetränk in Pfandflaschen.


Schluss scheint mit verbiesterter Protestkultur zu sein, hedonistische, humorvolle Spaßkultur prägt die Protestszene neuer Friedensbewegung. Kritiker vermuten, dass dieser Krieg allen was bringt. Den Demonstranten den gewünschten Spaß, den Kriegsherren ihre Schlachtensiege und den Popstars Popularität und Kohle.


Unser Vorschlag ist: Lasst uns für den Frieden in aller Stille vor den treten, der uns seinen Frieden geschenkt hat. Weder „gerechte“ oder „heilige“ Kriege, noch laute Demos bewirken bei Gott etwas. Allein der einfache, kindliche Glaube verändert zuerst uns und dann unsere Umwelt.


„Nimm Gottes Liebe an, du brauchst dich nicht allein zu mühen,
doch seine Liebe kann in deinem Leben Kreise ziehen.
Und füllt sie erst dein Leben, setzt sie dich in Brand,
gehst du hinaus, teilst Liebe aus, denn Gott füllt dir die Hand.“

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