Die Botschaft von 1. Mose 1

Kapitel 5 – Die Botschaft von 1. Mose 1

Das Buch Genesis ist fundamental für alles, was in der Bibel geschrieben steht, denn es erklärt die Anfänge. Es ist das eröffnende Kapitel der Heiligen Schrift von unkalkulierbarer Wichtigkeit. Dieser letzte Abschnitt meines Buches widmet sich dieser großen Geschichte. Welche Botschaft bekommen wir durch die Schöpfung?

Gott existiert

„Am Anfang war Gott.“ Dieser Satz steht über der Schöpfung wie über der ganzen Weltgeschichte. Es ist die Lehre davon, dass es eine ultimative Realität gibt, eine Realität, auf die wir alles zurückführen können. Heut will man Wahrheit wegerklären, sodass alles nur noch durchsichtig ist. Doch Gott ist der letzte Grund, auf den wir schauen. Er existiert.

Gott ist der ewige Schöpfer

Gott schuf und alles, was wir sehen können, die Physik unseres Seins, ist gewollt. Damit kommt allem, was wir haben, ein Sinn zu und wir dürfen uns daran freuen. Die Bibel sagt über ihn in Offenbarung 4,11: „Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.“

Die Existenz des ewigen Schöpfers beantwortet auch die Frage, warum es überhaupt etwas gibt anstatt dass es gar nichts gibt. Das Universum kann sich nicht selbst erklären wie der säkulare Atheismus das per definitionem tun muss. Die ultimative Realität ist wieder der Gott, der würdig ist, weil er schuf.

Gott ist weiterhin ewig und nicht geschaffen. In Johannes 1,1 steht: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott.“ Er war in sich selbst und wurde nie geschaffen. Er war sprichwörtlich „im Anfang.“

Säkulare Atheisten haben immer wieder gefragt: „Wenn der Mensch geschaffen ist, müssen wir die Frage stellen, wer hat dann den Schöpfer geschaffen?“ weil sie sich das Wort Ewigkeit nicht vorstellen können. Die Frage kann genauso auch zurück gestellt werden: „Ihr glaubt, dass das Universum oder die Natur euch erschaffen hat. Wer hat dann euren Schöpfer geschaffen?“

Gott ist klar verschieden von seiner Schöpfung

Als Erschaffer kann er nicht gleich seiner Schöpfung sein, wie neuzeitliche Theologie das öfter behauptet wie der Pantheismus zum Beispiel. Gott schuf die Himmelskörper, aber er ist nicht selbst die Sonne, der Mond und die Sterne. Auch Ebenbildlichkeit bedeutet, dass er nicht gleich ist, sondern sich eher wie ein Spiegel verhält. Er ist Schaffer, wir spiegeln uns in ihm.

Gott ist persönlich

Die Phrasen „Gott sagte“, „Gott sah, dass es gut war“, „Gott segnete“, und vor allem „und er erschuf sie in seinem Bild, als Mann und Frau schuf er sie“ sind klare Indikationen dafür, dass Gott eine Person ist und keine mystische Kraft. Es gibt keine „Star Wars“ Mentalität in der Schöpfungsgeschichte, er ist Person und würdig, dass wir ihn anbeten.

Gott ist Gemeinschaft

Er sagt „Lasst UNS Menschen machen“ (1. Mose 1,26). Unter Berücksichtigung des Neuen Testaments geht es hier um die Trinität Gottes. Das gesprochene Wort in Genesis 1 ist Jesus Christus, der aber auch Schöpfer ist (vergleiche Johannes 1) und deutet darauf hin, dass hier die Gemeinschaft mehrerer Personen am Werk ist, die in sich Liebe bedeutet.

Gott hat ein Ziel mit der Schöpfung

Die Erde wurde kreiert, damit göttliche Geschöpfe darauf leben können – und sogar mehr: Gott wollte mit ihnen darauf umhergehen. Allein das zeigt schon, welch spezieller Akt die Schöpfung war. Später trat Gott sogar als Teil der Schöpfung auf die Erde. Der Unfassbare wurde zum Fassbaren. Planet Erde ist besonders.

Noch mehr: Wir Menschen sind sein Ebenbild. Die Himmel zeigen die Ehre Gottes, ja, aber sie sind nicht in seinem Bild gemacht. Du bist es schon und das macht dich einzigartig und erhebt dich zu einem unkalkulierbareren Wert. Du bist bedeutender als eine ganze Galaxie.

Gott schafft durch sein Wort

Interessanterweise ist der Mensch in Worten codiert, unsere DNA ist Information. Gott schuf durch sein Wort, er gab die Information. Eine der faszinierendsten Sachen daran ist, dass diese Information nicht physischer Natur ist. Die Information, die du gerade liest, wird getragen von Papier und Tinte. Aber die Information selbst ist nicht materiell. Die nichtmaterielle Natur der Information deutet auf eine nichtmaterielle Quelle – ein Geist, den Geist Gottes.

Die Vollkommenheit der Schöpfung

Man kann den Schöpfungsbericht nicht lesen, ohne auf den Satz zu stoßen „und Gott sah, dass es gut war.“ Gott ist nicht irgendeine Figur, die nicht interessiert ist an dem, was sie geschaffen hat. Er versieht seine Kreation mit Enthusiasmus und Freude. Er hat gesehen, wie es Schritt für Schritt geformt wurde, sich organisierte und betrachtete dann die Harmonie von seinem abgeschlossenen Werk. Er hatte es fertiggestellt, es war nicht unvollkommen. Seine Schöpfung war Vollkommenheit.

Der Sabbat

„Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken so wie Gott von den seinen“ (Hebräer 4,9-10).

Die Schöpfung zeigt uns, dass wir Ruhe finden können von unserem rastlosen Leben. Die Schöpfung dient wieder einmal als Vorlage, um eine tiefere Realität zu beschreiben. Jeder von uns sehnt sich nach Ruhe. Nicht nur die Ruhe vom Alltag oder von einer schweren Aufgabe, sondern tiefe, dauerhafte Ruhe. Es ist die Ruhe von Einsamkeit, kaputten Beziehungen, Frustration, unerfüllten Wünschen, Schuld, Leid, Krankheit und vieler anderer Dinge. Es ist genau die Ruhe, die du dir nicht verdienen kannst, die du als freies Geschenk empfangen kannst. In einer Welt, in der der Verdienst und die Leistung so viel zählen ist nichts schöner als die Ruhe durch Gnade. Das ist der letzte Tag, die Botschaft der Schöpfung.