Die Wahrheit, die ägyptische Muslim-Bruderschaft und Du

Die Muslim-Bruderschaft ist schon seit dem Start der Revolution in Ägypten ein dubioses Rätsel. Was sind ihre wirklichen Ziele, wird in Ägypten Demokratie und Freiheit langfrisitg möglich sein? Durch ihren Wahlsieg sind sie nun wieder verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit. Die Washington Post hat einen Bericht veröffentlich, in dem die Kommunikation der Muslim-Bruderschaft nach außen kritisch untersucht wird. Das interessante Ergebnis: Die Botschaft, die der westlichen Welt auf der englischen Webseite vermittelt wird, ist eine völlig andere als die auf dem arabischen Gegenpart.

Während die englische Seite mehrere Artikel über die Besorgtheit gegenüber der christlichen Minderheit enthält, ist dies der arabischen Version kaum zu entnehmen. Noch deutlicher ist es beim Thema Demokratie: Während mehrere englische Beiträge von der Demokratie im Islam sprechen, liest der arabische Besucher drei Beiträge gegen die Pressefreiheit. Dieses Muster zieht sich – so die Washington Post – durch alle Themen durch. Während der englische Leser von Pluralismus, dem Zusammenleben von Christen und Muslimen und Toleranz erfährt, enthält die arabische Version an gleicher Stelle Aufforderungen zum verstärkten Festhalten am islamischen Glauben und Referenzen zur Rolle Allahs in der Revolution. Während auf der einen Seite Frauen oft Erwähnung finden, spielen sie auf der anderen fast keine Rolle.

Die Washington Post zieht das Resumee, dass man nicht so schnell glauben sollte was uns von der „Bruderschaft“ erzählt wird – die Glaubwürdigkeit ist dahin. Viele Berichte von Christen aus Ägypten zeigen zudem, dass die Diskriminierung und Verfolgung der Christen seit der Revolution deutlich zugenommen hat. Es ist wichtig, dass solche Dinge aufgedeckt werden. Trotzdem ist es natürlich einfach mit dem Finger auf die bösen Anderen zu zeigen. Wir alle leben in einer virtuellen Medien-Parallel-Welt, in der wir kommunizieren und konsumieren. Wie schaut es bei uns aus?

„Ich habe öffentlich zu der Welt geredet, ich habe allezeit in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet.“ (Johannes 18,20)

Das konnte Jesus sagen, als er wegen seiner Lehre verhört wurde. Seine Worte waren nie zweideutig, manipulativ, heuchlerisch oder hinterlistig. So etwas ist uns heute unbekannt – teils aus Selbstverteidigung, teils aus Selbstverwirklichung sagen wir selten das, was wir wirklich meinen. Unsere Worte dienen meist einem verborgenen dahinterliegenden Ziel – es ist daher auch kein Wunder, dass wir nicht mehr an eine Wahrheit glauben. Vielleicht ist ja unsere allgemeine Grundskepsis nicht nur ein Produkt unserer Aufgeklärtheit, sondern vielmehr unserer eigenen Falschheit? Vertrauen ist ein seltenes Gut. Die Frage ist: Wollen wir überhaupt noch vertrauen – wenn es bedeutet, dass wir auch selber die Wahrheit ans Licht bringen müssen? Nein, im Dämmerlicht des Relativen und Halbwahren lebt es sich doch ganz gut. Ich nehm dir dein Facebook-Gesicht ab und du mir meins. Wir haben uns damit abgefunden, eine unausgesprochene Übereinkunft: Es gibt keine Wahrheit! Und deswegen ist alles was ich sage in irgendeinem relativen Sinne immer irgendwie wahr.

„Pilatus spricht zu ihm: Was ist Wahrheit?“ (Johannes 18,38)

Das ganze Thema ist nicht neu. Die Menschheit stand schon immer auf Kriegsfuß mit der Wahrheit. Die Frage des weltlichen Herrschers im Verhör mit Jesus spiegelt sehr treffend auch den heutigen Zeitgeist wieder. Interessant wird es wenn dieser Zeitgeist – wenn wir – auf Jesus treffen. Jesus sagt über sich: „Ich bin die Wahrheit“ (Johannes 14,6). In der Gegenwart von Jesus wird unser Dämmerlicht verdrängt und unsere Falschheit kann nicht mehr bestehen. Wer das Gespräch zwischen Jesus und Pilatus kennt (vgl. Johannes Kapitel 18 und 19) weiß, dass Pilatus seine große Mühe mit Jesus hatte. Er konnte ihm eigentlich egal sein, aber Pilatus kam trotzdem nicht an ihm vorbei. Er war überzeugt, dass Jesus unschuldig war. Er hat mit Tricks versucht ihn freizubekommen. Aber wenn die Wahrheit mit im Spiel ist funktionieren unsere Schattenspiele nicht mehr, es bleibt nur noch die Entscheidung für oder gegen die Wahrheit. Diese Situation wollen wir doch mit aller Kraft vermeiden. Aber spätestens bei Jesus hört das hin und her auf. Pilatus ließ Jesus umbringen. Er hat sich entschieden: die Wahrheit im Tausch für seine Karriere.

„Jesus antwortet: Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (Johannes 18,37)

Willst du die Wahrheit? Entscheide dich für Jesus.

„Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. [..] Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht. [..] Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein.“ (Johannes 8,31-36)