„Focus“ fragt: Justin Bieber in einer Sekte?

Da schlagen deutsche Leitmedien Alarm: Der Pop- Star Justin Bieber wird Sektenmitglied. Die Realität dieser Schlagzeile ist eine christlichen Paartherapie, die Bieber seit einigen Wochen mit seiner neuen / alten Partnerin Selena Gomez besucht. Darüber hinaus soll Bieber seit knapp zwei Jahren regelmäßig die Gottesdienste der Hillsong- Church in New York besuchen.

Schockiert weisen deutsche Journalisten darauf hin, dass Justin Bieber plötzlich in Interviews und auf sozialen Netzwerken positive Aussagen über Gott und Jesus Christus macht. Die Beziehung zu Gott habe ihm sehr geholfen, äußerte der Musiker. Jesus kann „deinen Schmerz, Scham, Schuld und Ängste wegnehmen“.

Laut Medien- Schelte soll die Hillsong- Church vollkommen unakzeptable Auffassungen verbreiten: Mit dem Sex solle man warten, bis man sich sicher sei, den richtigen Partner gefunden zu haben. Ausgelebte Homosexualität sei nicht von Gott gewollt. Man solle auch Geld für die verschiedenen Aktivitäten der Gemeinde spenden, usw. Der Schweizer Sekten- Jäger Georg O. Schmid beklagt: Die Hillsong- Church wirbt für eine eigene christliche Weltanschauung!?

Für säkulare europäische Journalisten, die bislang sicher waren, Religion erfolgreich aus dem öffentlichen Leben verbannt zu haben, ist es tatsächlich ein Schock, dass beliebte Pop- Stars wie Justin Bieber sich ernsthaft für den christlichen Glauben interessieren. Warum die Gottesdienstbesuche in einer evangelikalen Freikirche aber problematischer sein sollen als eine Drogenparty; warum es schlimmer sein soll, mit dem Sex etwas zu warten, statt mit jedem Modell gleich ins Bett zu steigen; oder warum die Spende für Gemeindearbeit schlechter angelegt sein soll als für einen neuen Sportwagen, das ist für den noch nicht ganz religionsfeindlich indoktrinierten Zeitgenossen nicht sofort erkennbar.

Auch wenn ich aus theologischen Gründen kein großer Freund der charismatischen Hillsong- Church bin, ist es doch vorbildlich, wenn sich ein junger Prominenter nicht nur fürs Feiern, Vergnügen und Sex interessiert, sondern auch nach dem Sinn des Lebens oder der Realität Gottes fragt. So etwas ist weder absurd noch sektiererisch, sondern ganz normal. – Zu hoffen bleibt allerdings, dass es sich bei Justin Biebers Sympathie für den christlichen Glauben nicht nur um eine kurzzeitige Marotte handelt, der er bald überdrüssig wird. Wirklich lebensverändernd und bereichernd wird die Beziehung zu Gott nämlich erst, wenn sie dauerhaft gedacht und gelebt wird.  https://www.facebook.com/michael.kotsch.9?hc_ref=ARS6bidGKXh-1yRUkVik0GSrCO8sc7wejn8YRajOQxu32yDXed2hXRMbOamLZ_3OGG0&fref=nf

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