Pokémon

Das Pokémon-Fieber ist ausgebrochen: Nach Japan, den USA und Australien überrollen die geliebten „Taschen-Monster“ der Kinder jetzt auch Europa. 1996 entwarf der Japaner Satoshi Tajiri für ein Computerspiel-Konzept 151 Figuren, die alle ihre eigenen charakteristischen Eigenschaften haben – eine spezielle, zerstörerische Kraft. Wenn du den Figuren zum erstenmal begegnest, erwecken sie keine Sympathie, denn sie sind böse. Ihre Kräfte setzen sie gegen dich ein. Aber du bist schlauer und eroberst sie – und sie werden wie zahme und treue(!) Dackel, in denen jedoch die Fähigkeiten von Kampfhunden steckt! Dein virtuelles Ich heißt Ash, durch das du zum Monster-Dresseur wirst. Jetzt ist Training angesagt, damit dein Monster später andere Monster besiegen kann. Je öfter ein Pokémon siegreich aus solchen Duellen hervorgegangen ist, desto erfahrener und stärker wird es – eine wunderbare Bestätigung für dich als Trainer. Dein Ziel ist es, alle 151 Pokémons zu überwältigen, und ihr „Herr“ zu werden. Die Gefahren dieses Spiels lassen sich am besten dadurch aufzeigen, dass man die Erziehungsziele von Eltern dem „Erziehungs-Ergebnis“ von Pokémon-erzogenen Kindern gegenüberstellt:

























rationale Erziehungsziele


Erzieher: Pokémon


Das Kind soll einen äußerst guten Bezug zur Realität bekommen. Dabei soll es ein gutes Verständnis von sozialen Strukturen und der dazu notwendigen Moral erhalten.


Schafft eine virtuelle, magische Fantasiewelt, die nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Sie ist so komplex, dass sie nur von den Kindern verstanden wird. Es werden Freundschaften zu Fabelwesen gepflegt, die in der Wirklichkeit weder eine konkrete Hilfe sind, noch das Kind lieben (in dem Sinne, das Beste fürs Kind zu wollen).


Das Kind soll lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen, bzw. selbst nicht Auslöser für Konflikte zu werden. Das schließt ein gesundes Verlangen nach Frieden und Harmonie ein, sowie Wertschätzung und Nächstenliebe.


In der Werbung wird Pokémon als „gewaltfreies“ Computerspiel angeboten, obwohl Gewalt das zentrale Thema und der Höhepunkt jedes Spieles ist. Das Kind trainiert sein Monster, Gewalt bestmöglichst auszuüben (jedes hat seine speziellen Stärken) und gegen andere Monster einzusetzen. Die dem Kind suggerierten Gedanken, auf Konflikte zu reagieren, liegen auf der Hand.


Tugenden wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit, welche die Eltern schätzen und durch praktisches Vorleben und biblische Beispiele vermitteln, sind ein wichtiger Bestandteil der Erziehung.


Das Spiel und das Sammeln von P-Accessoires hat langfristig keinen freundschaftlichen Aspekt, sondern einen aggressiven. Pokémon-Taktiken werden angewandt, um an seltene Karten zu kommen, d.h. kleine Betrügereien, Wucherpreise, Handgreiflichkeiten, bis hin zu Messerstechereien (kein Witz: Ein 9-jähriger Schüler stach einen Klassenkameraden nieder, weil er sich weigerte, eine Pokémon-Karte zu tauschen!).


Das Kind soll lernen, nicht beständig im Mittelpunkt zu stehen, und immer Recht bekommen zu wollen. Gott lehrt, dass der Mensch demütig sein soll, zuerst ihm gegenüber, dann den Mitmenschen gegenüber. Das bringt im positiven Sinne die Aggression unter Kontrolle bzw. lässt sie nicht ausbrechen.


Der Poké-Rap sagt: „Ich will allein – der Poké-Meister sein!“ Aggression ohne Rücksicht wird geschürt, sonst wird man kein „Meister“. Ein einzelgängerischer Lebenswandel ist notwendig, denn die Übung ist zeitaufwendig, die Pflege von Freundschaften uninteressant.


Ein reales Gottesbild, biblisches Wissen über Satan, Dämonen, Zauberei und Okkultismus um präventiv die Gefahren der unsichtbaren Welt zu erkennen und dementsprechend gottgemäß zu handeln.


Spielerisches „hineinschlittern“ in die Welt der Geister und Dämonen, besonders der Magie (geht schon bei der Namensgebung der Monster los, z.B. Abra, Kadabra). Mit der Faszination des Übernatürlichen und der Möglichkeit, über etwas niedliches aber mächtiges zu herrschen, wird die Aufmerksamkeit gegenüber jener Welt geschürt, von der Gott sagt, dass wir uns davon fernhalten sollen. Das Kind gewöhnt sich an den Umgang mit übersinnlichen Phänomenen, was die natürliche Hemmschwelle vor Okkultismus, Esoterik und Geisterbeschwörung deutlich senkt.


In der Realität ist Gott der Helfer und die Autorität in allen Lebenslagen. Er ist der Herr über die sichtbare und unsichtbare Welt und die Instanz, die unser Leben gelingen lässt und am Ende den Menschen zum Ziel seiner Erschaffung führt: Gott schon im Leben zu verherrlichen und ein ewiges Leben mit Ihm zu führen.


Pokémon betrügt die Kinder um die Wahrheit, denn die Monster sind immer mit dabei und helfen in der Not (Mega-Unfug!). Sie werden von den Kindern reell gesucht (überall, wo sie unterwegs sind), und sind ein Bestandteil eines getäuschten Kinderlebens. Sie denken, sie seien unbesiegbar (sie brauchen nur ein Duell zu gewinnen, dann ist alles wieder gut).


Fazit: In Anbetracht der Tatsache, dass in Japan bereits über 12 Millionen Spiele verkauft wurden, in der Schweiz schon über 6 Millionen Franken mit Pokémon-Artikeln umgesetzt wurden, ganz abgesehen von Deutschland, wo das Fieber gerade erst beginnt, freuen wir uns zusammen mit der Industrie und dem Handel, die einen gigantischen Umsatz machen – auf Kosten von Kindern und Eltern, die in heftige Probleme gestürzt werden. Man darf gespannt sein, wie die Tragödie endet. Für die Eltern: Lasst die Kinder nicht in die finsteren Auswirkungen des Spiels abgleiten, sondern bietet ihnen rechtzeitig Alternativen! Totales Verbot weckt wahrscheinlich gesteigertes Interesse. Es ist sicher nicht wünschenswert, dass die Kids alle ihre Erfahrungen und Erklärungen auf Basis des Pokémon-Spiels einordnen und später soziale und psychische Schwierigkeiten bekommen, weil jeder ein Okkult- und Gewalt-Meister sein wollte. Man muss sich jetzt damit auseinandersetzen.

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