Weihnachtsgedicht - 'Glockenläuten'

Glockenläuten, Kerzenschein – Warten auf die Weihnachtszeit.
Jeder Mensch – ob groß, ob klein stimmt sich auf das Christfest ein.
Weihnachtslieder, Engelein, inszenierte Frömmigkeit.
Jedes Jahr um diese Zeit sollen alle christlich sein.

Christbaumkugeln, Lichterglanz, „Lieber guter Weihnachtsmann“.
Gut gelaunt per Gruppenzwang. Ohne Sinnen und Verstand.
Zieht euch auch was Schönes an. Zündet eure Kerzen an.
Dann der Weihnachtsgottesdienst – Hinterletzte Kirchenbank.

Jesuskind mit Heil’genschein, unscheinbar, entbehrlich klein.
Unbedeutend – muss es sein! Schaltet bloß das Hirn nicht ein.
Schüttet euch nen Glühwein rein. Auf Kommando Fröhlichkeit.
Überall herrscht Festlichkeit – Weihnacht kann so hässlich sein.

Christus wurde ausgelacht, ausgepeitscht und kalt gemacht.
Heute wird es gleich gemacht. Deutschland hat Ihn abgeschafft.
Freundlich wird Er ignoriert, diffamiert und weggemacht.
Heilig Abend, stille Nacht – Frohes Fest. Es ist vollbracht!

Keine große Sensation. Das ist unsre Religion.
Ohne jede Konsequenz, denn keiner will den Gottessohn.
Wollen lieber Schein als Sein, weihnachtliche Illusion.
Und so feiert die Nation ihre tote Tradition.

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