1. Mai und was die Leute der linken autonomen Szene nicht wissen oder wissen wollen.

Berlin gestern: 3.500 Menschen demonstrieren gegen Kapitalismus und Patriarchat. Man nehme zwei alte Flughafengelände, auf denen allein so um die 100.000 günstige Wohnungen gebaut werden könnten, und mache aus ihnen Skaterparks und Trallalagelände. Dann protestiert man gegen Mieterhöhungen bei dem sich sich verknappenden Wohnraum. Und man nenne das Sozialismus, Klassenkampf und anderen abgeranzten Tinnef. Und erzählt diesen Schwurbel jedes Jahr zum 1. Mai. Warum kommt mir das ein wenig wie ritualisierte Idiotie mit neuem Anstrich vor?

34 Jahre ist es her, dass Massenkrawalle die Geschichte des Kreuzberger 1. Mai begründeten. Der Tag der Arbeit gilt als Kampftag der Arbeiterklasse, in allen größeren Städten gibt es Kundgebungen der Gewerkschaften und Kirchen, auch OpenAir-Konzerte mit freiem Eintritt sind üblich – größtenteils friedliche Veranstaltungen. In Berlin-Kreuzberg wird es wieder krachen. Das erste Mal im legendären Jahr 1987. Die linke autonome Szene, im Besonderen der so genannte “Schwarze Block”, gibt sich immer wieder einen regelrechten Krieg mit den Einsatzkräften der Ordnungshüter. Pflastersteine und Flaschen fliegen in Richtung Polizisten, Mülltonnen und Autos brennen. Die Mai-Ausschreitungen enden meist mit großen Sachschäden und mittleren bis schweren Verletzungen auf allen Seiten. Ändern tut sich Nichts! Revolution durch Gewalt? Wer immer noch an so etwas glaubt, kennt den Lauf der Geschichte nicht. Die einzig wirklich wirksame Revolution haben zwölf einfache Leute vom See Genezareth vor 2000 Jahren durchgeführt. Sie haben die ganze Welt verändert, Liebe und Gerechtigkeit verkündet. Sie waren so erfolgreich, weil sie eine echte Revolutions-Botschaft hatten: Gott liebt diese kaputte Welt! Ihr Anführer? Jesus Christus, der zu Vergebung, Liebe und Glaube aufgerufen hat. Der am Kreuz für Seine Feinde betete. Der keine Molotowcocktails schmiss. In ein paar Tagen wird auch an einen Mann erinnert, der vorgab, die Arbeiterklasse zu befreien. Befreit wurde niemand, vielmehr Massenmord war die Folge. Unverständlich, dass dieser Mann gefeiert wird:

Alle für diese Verbrechen Verantwortlichen beriefen sich auf die Lehren von Karl Marx:

Sowjetunion: 20 Millionen
Volksrepublik China: 65 Millionen
Vietnam: 1 Million
Nordkorea: 2 Millionen
Kambodscha: 2 Millionen
Osteuropa: 1 Million
Lateinamerika: 150.000
Afrika: 1,7 Millionen
Afghanistan: 1,5 Millionen
usw.

Der französische Historiker Stéphane Courtois listete im „Schwarzbuch“ vor allem Massenverbrechen in der Sowjetunion und weitere auf: die Exekution von zehntausenden Geiseln und Gefangenen ohne Gerichtsverfahren,
die Ermordung von hunderttausenden rebellischen Arbeitern und Bauern von 1918 bis 1922,
die Hungersnot von 1922, die 5 Millionen Tote verursacht habe,
die Ausrottung und Deportation der Kosaken 1920,
die Ermordung von Zehntausenden in Konzentrationslagern von 1918 bis 1930,
die Liquidierung von fast 690.000 Menschen im Großen Terrorvon 1937 bis 1938,
die Deportation von 2 Millionen Kulaken und so Genannten von 1930 bis 1932,
die Vernichtung von 4 Millionen ukrainischen und 2 Millionen russischen und anderen Bauern sowie kasachischen und kirgisischen Nomaden durch eine künstliche und systematisch verlängerte Hungersnot von 1932 bis 1933,
die Deportation von hunderttausenden Polen, Ukrainern, Balten, Moldawiern und Bewohnern Bessarabiens von 1939 bis 1941 und erneut 1944 bis 1945,
die Deportation der Wolgadeutschen 1941,
die vollständige Deportation der Krimtataren 1943,
die vollständige Deportation der Tschetschenen 1944,
die vollständige Deportation der Inguschen1944,
die Deportation und Ausrottung der Stadtbevölkerung in Kambodscha von 1975 bis 1978,
die langsame Vernichtung der Tibeter durch die Chinesen seit 1950.

Wahrlich viel Grund zum Feiern und für die Befreiung, der Arbeiterklasse zu randalieren.

Kommentar

  1. Herr S.

    In Russland wurden die Tage vom 1.-10. Mai 2021 unlängst zusammenhängend für arbeitsfrei erklärt. Manche Regionen fügen noch den 11. Mai hinzu, den orthodoxen Allerseelentag. Eventuell kommt dann auch noch das Ende des Fastenmonats Ramadan hinzu, am 12. bzw. 13. Mai, zumindest in den Regionen, in denen sich die Mehrheit der Einwohner zum Islam bekennt (z.B. Tatarstan, Baschkirien, Tschetschenien usw.)

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