“Anstatt auf Jesus Christus und die Bibel setzt der diesjährige Katholikentag auf Klimaschutz, Gender und den „Kampf gegen rechts“. Auf der Veranstaltung in Würzburg, die von Donnerstag bis Sonntag stattfinden wird, gibt es über 900 Veranstaltungen, und es werden 30.000 Teilnehmer erwartet. Doch das umfangreiche Programm fällt durch eine eindeutige Themenauswahl auf. So wird eine Marienkapelle zur „Demokratiekirche“ umgewidmet, zu einem „interaktiven Erlebnisraum, einem Labor für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“.
Der Katholikentag findet unter dem Motto „Hab Mut“ statt. „Die Klimakrise macht uns zu schaffen. Und unsere Jahrzehnte sicher geglaubte Demokratie wird von Feinden im Inneren und Äußeren bedroht“, heißt es bereits im Vorwort des über 300 Seiten langen Programms. Bei den Veranstaltungen geht es weiter: „Wahrheit und Unwahrheit im Netz. Wie umgehen mit Fake News?“, heißt eine Podiumsdiskussion. Eine andere: „Gespaltene Gesellschaft, geeinte Haltung. Als Christ:innen stabil bleiben in polarisierten Zeiten.“
Die Diskussion über eine vermeintliche rechte Gefahr darf natürlich nicht fehlen: „Glaube, Heimat, Identität? Wie rechte Ideologien christliche Motive vereinnahmen.“ Es wird auch ein „Planspiel zu Rechtsextremismus“ angeboten. Das Vaterunser, das Gebet, das direkt von Jesus gelehrt wurde, wird unter postkolonialer Perspektive besprochen. Am Samstag wird ein Queer-Gottesdienst stattfinden. Für die Besucher wird am Donnerstag eine Werkstatt unter dem Thema „Bibel queer gelesen. Wieso G*tt Fan von Vielfalt“ stattfinden. Außerdem gibt es eine zweite Werkstatt unter dem Titel „Die Bibel als Empowermentbuch für queere Menschen“.
„Gendersensible Sprache im Zweiten Testament. Über Gott sprechen jenseits traditioneller Rollenbilder“, heißt eine weitere Veranstaltung. Ebenso sollen „queere Spuren in der Bibel“ gesucht und mit „spielerischen Methoden“ wie einem Krimidinner entdeckt werden. Selbst beim Thema Kinderprogramm kommt der Bezug zum Gendern vor. Es gibt einen Gesprächskreis von Eltern mit Kindern, die in „Regenbogenfamilien“ leben – also Menschen, die nicht in der von der katholischen Kirche anerkannten heiligen Ehe von Mann und Frau leben, sondern zum Beispiel in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.
Wer sich nun fragt, wo Jesus und sein Opfertod am Kreuz vorkommen, ebenso die Themen Heiligung, Sünde, Vergebung oder Buße, die Hoffnung auf ewiges Leben … der kann lange suchen. Der Name „Jesus“ kommt – abgesehen vom zitierten Bibeltext, unter dem der Katholikentag steht – nur einmal im Veranstaltungsprogramm vor, bei einem Konzert mit internationalen Kirchenliedern. Auch eine Klimakollekte wird gesammelt. Außerdem tritt Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitag bei einer Podiumsdiskussion mit jungen Menschen zum Thema „Gemeinsam Zukunft gestalten“ auf. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird bei der Eröffnung am Donnerstag zugegen sein.
Das Programm des Katholikentags zeigt eine größtenteils entkernte Kirche, die ihrem biblischen Auftrag, Jesus als den Gekreuzigten und Auferstandenen zu predigen, hintenanstellt, um dem Zeitgeist hinterherzurennen. Anstatt über das Gendern zu diskutieren, könnte die Kirche auch die Schönheit der biblischen Ehe und Familie betonen, Eltern Tipps geben, wie Kinder in ihrer Identität als Junge oder Mädchen bestärkt werden können, und sich für das Lebensrecht ungeborener Kinder einsetzen. Das Motto des Katholikentags lautet „Hab Mut“; doch den Mut, sich dem Zeitgeist entgegenzustellen, gibt es kaum.” Marie Rahenbrock/AN
Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht. (Markus 11,17)

“Ja, das ist ein sehr schönes Motto, denn eigentlich würde ihr Mut bedeuten, dass ich mich gegen etwas stemme, was in der Mehrheit vorhanden ist. Und Sie wissen vielleicht, dass eine gewisse Partei von diesem katholikten Tag ausgeschlossen ist, während sowohl der Bundespräsident wie auch der Bundeskanzler de facto Ehrengäste sind. Wir wissen mit Sicherheit auch, dass dieser ganze Katholiken Tag nicht allein aus den monetären Rücklagen des Zentralkomitees oder der Kirchen bezahlt wird, sondern auch von Bund und Ländern.
Also allein das Land Bayern bezahlt 3 Millionen Euro für diesen katholikten Tag aus Steuergeldern. Heißt, das ist ein großes Treffen des Establishments. Und da fragt man sich, gegen wen soll das Establishment denn bitte schon eigentlich Mut zeigen.”
Marco Gallina, kath. Journalist, heute morgen im Kontrafunk zum Motto des Katholikentags.