München, Stadt der Gegenbewegung – Warum?

Die Geschwister Scholl haben die Nazis mit Flyern bekämpft. Sie riefen zum Sturz dieses furchtbaren Systems auf. Sie wurden in Stadelheim inhaftiert und zum Tode verurteilt. Wer waren diese Leute? Angesichts des Todes waren sie voller Kraft und Hoffnung. Woher kam ihre Kraft? Inge Scholl berichtet.





„Meinen Eltern war es wie durch ein Wunder gelungen, ihre Kinder noch einmal zu besuchen. Eine solche Erlaubnis war sonst unmöglich zu erhalten. Zwischen 16 und 17 Uhr eilten Sie zum Gefängnis. Sie wussten noch nicht, dass es endgültig die letzte Stunde ihrer Kinder war.


Zuerst trafen sie Hans … darauf wurde Sophie von einer Beamtin hereingeführt. Sie trug ihre eigenen Kleider und ging sehr langsam und gelassen und sehr aufrecht … Sie lächelte immer, als schaue sie in die Sonne. Bereitwillig und heiter nahm sie die Süßigkeiten, die Hans abgelehnt hatte: »Ach ja gerne, ich habe ja noch gar nicht zu Mittag gegessen.« Es war eine unheimliche Lebensbejahung bis zum letzten Augenblick.


»Nun wirst du also gar nicht mehr zu Tür hereinkommen«, sagte die Mutter.


»Ach, die paar Jährchen, Mutter«, gab sie zur Antwort.


Das war in diesen Tagen ihr großer Kummer gewesen, ob die Mutter den Tod gleich zweier Kinder ertragen würde. Aber nun, da sie so tapfer und gut bei ihr stand, war Sophie wie erlöst. Noch einmal sagte die Mutter, um irgendeinen Halt anzudeuten: »Gelt, Sophie: Jesus.«


Ernst, fest und fast befehlend gab Sophie zurück: »Ja, aber du auch.«


Dann ging sie – frei, furchtlos, gelassen. Mit einem unaufhörlichen Lächeln im Gesicht.“






Die Liebe Gottes ist die stärkste Macht auf der Erde. Und Menschen, die davon erfüllt sind, die haben mehr erreicht, als Leute, die auf Argumente und politische Prozesse vertrauen. Vertraue auch du in unserer Zeit der Wert-Losigkeit auf den, der dein Leben unheimlich wertvoll machen kann. Vertrau auf den Herrn. Gewalt bringt nichts. Egal von welcher Seite. Die Liebe ist und bleibt Sieger über die Gewalt, die Kälte und den Terror.

Kommentare

  1. marccus

    Hauptstadt der Bewegung

    G’Abend mal wieder,

    Ihr solltet nicht vergessen zu erwähnen, was bis 1945 auf dem Ortsschild von München unter dem Stadtnamen stand:

    “Hauptstadt der Bewegung”

    Das Gedankengut der Nazis wurde insb. in Bayern gerne aufgenommen – zwar nicht von allen, aber doch von sehr vielen. Leider hat sich das bis heute nicht 100%-ig geändert….

    Aber ich finde es wichtig das zu erwähnen; denn gerade aus der HdB kam eben solcher Widerstand.

    MFG & Gottes Segen,

    marccus

    PS: Ich bin auch Bayer!

  2. ali

    auch dafür war der hitler verantwortlich:

    “Ohne Gott bin ich ein Fisch am Strand,
    ohne Gott ein Tropfen in der Glut,
    ohne Gott bin ich ein Gras im Sand
    und ein Vogel, dessen Schwinge ruht.
    Wenn mich Gott bei meinem Namen ruft,
    bin ich Wasser, Feuer, Erde, Luft.”

    Jochen Klepper – heute vor 100 Jahren wurde er im schlesischen Beuthen geboren – dichtete im “Dritten Reich”. Mit seinen Kirchenliedern wurde er zum bedeutendsten evangelischen Liederdichter des 20. Jahrhunderts: 13-mal ist er im evangelischen Gesangbuch vertreten. Trotzdem ist es merkwürdig still um ihn. Die Älteren unter Ihnen kennen noch seine Romane “Der Vater”, ein Buch über den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., und “Der Kahn der fröhlichen Leute”. Und mancher hat wohl auch seine Tagebücher gelesen: “Unter dem Schatten deiner Flügel”. Sie nehmen uns hinein in die Zeit des “Dritten Reiches”, mit hinein in das Leben eines christlichen Dichters, der das jüdische Schicksal teilt. Klepper hatte 1931 die Jüdin Hanni Stein geheiratet; zwei kleine Töchter brachte die Witwe mit in die Ehe. Unter den Rassegesetzen der Nazis wurde es ihm wegen dieser Ehe schwer gemacht zu publizieren; je länger desto mehr drohte die Zwangsscheidung und die Deportation von Ehefrau und Stieftochter Renate (die ältere Brigitte konnte 1939 emigrieren). Als sich das Netz mehr und mehr zuzog, nahm sich die Familie die einzige Freiheit, die ihr noch geblieben war: In der Nacht auf den 11. Dezember 1942 setzen sie ihrem Leben in der heimischen Küche im Haus im Berliner Westend unter einem Bild des segnenden Christus selbst ein Ende.
    Lieder tiefen Glaubens, Lieder angefochtenen Glaubens, Lieder, die vom Licht singen mitten in finsterer Zeit hat Jochen Klepper uns hinterlassen. In wirren Zeiten weiß er sich gehalten von Gott. Es ist für ihn keine einfache Sache mit Gott – mit Gott, der ihm so viel Dunkelheit zumutet. Aber die Sache mit Gott ist wohl nie einfach – zumindest nicht die Sache mit dem Gott, der sich in Jesus Christus gezeigt hat. Der sich selbst das Leid zumutet, der selbst unter der Gewalt der Welt zu zerbrechen droht – dieser Gott macht vordergründig nicht glücklich und alles einfach. Er läßt uns leiden am Elend der Welt und Mitleiden an dem, was dem Nachbarn geschieht. Er erspart es seinen Menschen nicht, daß das Leben krumme Zeilen schreibt. Aber er läßt uns darin nicht allein. Und er läßt uns darin nicht untergehen. Das Leben und besonders auch das tragische Ende Jochen Kleppers sind beredtes Zeugnis davon: “Wo die Welt nur das Ende sieht, läßt Gott auch die Müden beginnen. Wer in den ewigen Armen geruht, wacht neu gestärkt, voller Kräfte und Mut. Selbst wo der Kühnste zagend entflieht, will er die Krone gewinnen, das ewige Gut.”
    Nein, populär wird er nicht wirklich werden, und einfach ist es nicht, sich auf seinen Lebenslauf und auf seine Lieder einzulassen. Aber alle, die etwas vom Ernst des Lebens und von seinen Schattenseiten erfahren und begriffen haben, werden von den Liedern Jochen Kleppers nicht mehr lassen können.
    So glauben wie er …

  3. Hofbräuhaus

    Schickelhuber

    Ah München wer erinnert sich nicht gern an einen jungen Östereicher der von hier aus seine politische Karrier startete? Wahrscheinlich niemand, zumindest niemand gerne, wissen tut es ja jeder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.