“Herr Pfarrer, bleiben Sie mir mit dem Christentum vom Halse! Ich habe viel zu viel erlebt! Mir kann einer erzählen, was er will, ich glaube nichts mehr!”

Pastor Wilhelm Busch erzählte eine spannende Geschichte:

Eines Tages saß ich einem Mann gegenüber. Wissen Sie: ein Kerl wie ein dreiteiliger Schrank. Ich nenne ihn in meinem Herzen immer Ringelmann, weil er einen Ringelpullover anhatte, aber er hieß natürlich ganz anders. Seine Frau war durch Bomben umgekommen. Zwei Söhne waren ihm im Kriege gefallen. Ein armer Kerl! Und dann besuchte ich ihn. Ich hatte kaum Platz genommen, da legte er schon los:

“Herr Pfarrer, bleiben Sie mir mit dem Christentum vom Halse! Ich habe viel zu viel erlebt! Mir kann einer erzählen, was er will, ich glaube nichts mehr!”

Da habe ich gelacht und erklärt: “Das kann ich mir nicht denken! Sagen Sie mal, Herr Ringelmann”, – er hieß also in Wirklichkeit anders – “fahren Sie mal ab und zu mit der Eisenbahn?” “Ja!” Ich sage: “Dann werden Sie doch hoffentlich jedes Mal vorher zum Lokführer gehen und ihn auffordern: ‘Zeigen Sie mir Ihren Führerschein!'” – “Nein, nein!”, meinte er. “Das kann man der Bahn doch zutrauen, dass ihre Lokführer…” – “Wie?!”, staune ich. “Da steigen Sie ein, ohne sich davon zu überzeugen, dass der Kerl da vorne auch fahren kann?! Sie vertrauen dem Burschen Ihr Leben an – ohne Garantie?! Na, hören Sie! Das nenne ich glauben, Herr Ringelmann, dass ich einem mein Leben anvertraue! Sagen Sie von jetzt an nie mehr: ‘Ich glaube gar nichts!’, sondern sagen Sie: ‘Ich glaube gar nichts – außer der Bundesbahn!'” – “Ja—” Ich frage weiter: “Herr Ringelmann, gehen Sie auch ab und zu in die Apotheke?” – “Ja”, erklärt er, “ich habe immer so Kopfschmerzen. Da hole ich mir in der Apotheke Migränepulver.” – “Aber”, sage ich, “Herr Ringelmann, Apotheker haben aus Versehen schon Gift abgegeben. Da lassen Sie das Migränepulver doch vorher untersuchen?” – “Nein”, antwortet er, “Herr Pfarrer, so ein approbierter Apotheker, der versteht doch etwas davon, der betrügt mich doch nicht!” – “Wie?” staune ich, “Sie schlucken das nicht untersucht? Sie vertrauen dem Apotheker Ihr Leben an?

Sie nehmen seine Medizin ein, einfach im Vertrauen?! Das nenne ich glauben! Lieber Herr Ringelmann, sagen Sie nie mehr: ,Ich glaube gar nichts!’, sondern sagen Sie: ‘Ich glaube gar nichts – außer der Bundesbahn und dem Apotheker!'” Und so bin ich fortgefahren. Sie verstehen. Es kam immer mehr heraus. Und dann habe ich ihm bezeugt: “Sehen Sie: Eines Tages ist mir in meinem Leben der eine entgegengekommen, der von Gott gesandt ist, der von den Toten auferstanden ist, der in den Händen die Nägelmale hat, die verkünden, dass er mich geliebt hat bis in den Tod. Niemand in der weiten Welt hat so viel für mich getan wie Jesus! Niemand ist so vertrauenswürdig wie Jesus!

Glauben Sie, dass Jesus mal gelogen hat?” – “Nein!” – “Bitte: Das Zeugnis würde ich keinem Menschen ausstellen – nur Jesus! Als ich das erkannte, da habe ich gesagt: ‘Dann will ich mein Leben Jesus anvertrauen!'” Da fragt er: “Ist das so einfach?” Und ich sage: “So einfach ist das, Herr Ringelmann. So einfach! Sie glauben nach allen Himmelsrichtungen hin an alles Mögliche, bloß dem einen, dem man wirklich glauben kann, dem wollen Sie nicht glauben! Werfen Sie die fadenscheinigen Gründe Ihres Unglaubens über Bord und geben Sie Ihr Leben dem Herrn Jesus!”

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