Auf dem deutschen Katholikentag in Stuttgart lässt sich die Implosion der Kirche beobachten.

Wieder ein Kirchentag, verkommen zum Sammelpunkt politischer Claqueure, die nun mittlerweile alles okkupieren, dessen sie habhaft werden können. Die Kirchen haben den Fokus auf den Glauben verloren und sehen sich als weltliche Akteure. Mit Besserwisserei, Selbstüberschätzung, Anmaßung der Weltrettung verlieren sie ihre Existenzberechtigung.  Mit dieser Selbstsäkularisierung in Humanität und Parteiarbeit läutet nun auch die katholische Kirche ihr eigenes Ende ein.

‚Kirchentage‘ allgemein, ob katholische, evangelische oder sogenannte freikirchliche sind seit Jahrzehnten ein ‚Schaufenster-par-excellence‘ für die Kapriolen des Zeitgeistes. Schon die Gästeliste dieses „Katholikentages“ in Stuttgart ist zum Gruseln: Kühnert, Dreyer, Nahles, Lang… Alles erklärte Marxisten, die nicht einen Tag auslassen, zum Klassenkampf und zur Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft aufzurufen. Die fühlen sich unter dem Dach ihrer bischöflichen Glaubensbrüder natürlich pudelwohl. „Antikapitalismus“ (selbst im Vatikan gepredigt), „Klima“, „ Kampf gegen Rechts“: Es wird nicht das Evangelium, es wird linker Zeitgeist verbreitet. Eine „Kirche“, die Parteizentrale der Vereinigten Linken statt Gotteshaus ist, verdient diesen Namen nicht. Also bleiben wirklich nur zwei Möglichkeiten; Entweder sie implodiert, oder irgendjemand nimmt diesen sozialistisch Agitatoren im Priestergewand endlich den Schlüssel zu den Gotteshäusern ab. 

Stramme, korrekte Haltung, begründet durch den Zeitgeist, sind wichtiger als das persönliche Glaubens – und Vertrauensverhältnis zum dreieinen Gott! Vermeintlicher Glaube und seine sichtbaren, äußeren Zeichen werden zum Ramschartikel auf dem Jahrmarkt hyper, alternativer Eitelkeiten. Das Narrenschenschiff stampft, schlingert und droht zu kentern. Die Klügeren und Enttäuschten haben schon vorher das sinkende Schiff verlassen. Haben sich durch kleinere, seetüchtigere Gefährte aufnehmen lassen. Sie sind zurück zu Bibel gegangen und treffen sich als freie Christen.

Gut so!!

Zeitgeist kommt, Zeitgeist geht.

Kirche muss nicht alles mitmachen. 

Schade, die Verlockungen sind stets groß.

So auch dieses Mal. (diverse Comments)

Der Sohn ist uns vorausgegangen

Ein Ehepaar kam zum Pfarrer, um sich zu verabschieden. Vor einigen Jahren sind sie aus dem Osten gekommen – mit leeren Händen – und jetzt wollten sie nach Kanada auswandern. Ein Sohn hatte vor drei Jahren den Sprung gewagt, und nach viel Mühe und Not konnte er sich eine Existenz aufbauen. Jetzt bat er die Eltern zu kommen. “Nur weil der Sohn schon drüben ist und mir helfen wird, kann ich es riskieren.” Das ist Himmelfahrt! Der Sohn ist uns vorausgegangen, er trägt alle Risiken!

Autor unbekannt

Ein echter, liebender Vater ist unersetzlich.

Ein echter, liebender Vater ist unersetzlich.

Was Bibelkenner schon lange wissen, hat die Wissenschaft jetzt (wieder-)entdeckt:

Das Vorhandensein und Verhalten von Vätern hat einen viel größeren (im Idealfall positiven) Einfluss auf die Entwicklung von Kindern als das (Verhalten) der Mutter. Studien belegen, daß sich bei Menschen überdurchschnittlich oft Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen, Drogensucht und Straffälligkeit entwickeln, wenn der Vater nicht vorhanden, oder dem Kind gegenüber gleichgültig oder ablehnend war – sogar dann, wenn die Mutter ihr Kind bedingungslos liebte und unterstützte.

(Quelle: www.welt.de/gesundheit/ps…ines-Kindes-bedeutet.html )

Für die, die auf der Erde keinen, oder einen schlechten, bzw. „fehlerhaften“ Vater gehabt haben, gibt es dennoch eine gute Nachricht:

Kinder Gottes haben einen Vater im Himmel:

„Da sprach er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Unser Vater, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name! Dein Reich komme! Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auch auf Erden. 3 Gib uns täglich unser nötiges Brot! 4 Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns etwas schuldig ist! Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen!“ (Lukas Evangelium Kapitel 11, Vers 2 – 4)

Wie man ein Kind Gottes wird:

„Allen aber, die ihn (Jesus) aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;…“ (Johannes Evangelium Kapitel 1, Vers 12)

Und der himmlische Vater ist barmherzig und gut und heilt alle Wunden.

Warum machst Du den heutigen Vatertag nicht zu einem Freudentag, indem Du zum himmlischen Vater kommst, – – als ein Kind Gottes.

Vatertag

Bier und Bollerwagen, betrunkene Männer und dreimal so viele Verkehrsunfälle durch Alkoholkonsum als an normalen Tagen: Das alles gehört zum „Vatertag“. Väter (und solche, die es mal werden woll(t)en), treffen sich, um durch Straßen und Wälder zu ziehen und Spaß zu haben. Mit am Start sind Bier und Schnaps und oft auch Fleisch für den Grill. Praktisch für die Herren der Schöpfung ist, dass der Vatertag in Deutschland an Himmelfahrt, einem Feiertag, gefeiert wird. Doch passen diese zwei Tage zusammen?

Rückkehr zum Vater

Tatsächlich hat Himmelfahrt etwas mit einem Vater zu tun: Gott. Christen erinnern an diesem Tag daran, dass Jesus Christus zu seinem Vater in den Himmel zurückgekehrt ist. Er hatte seinen Auftrag auf dieser Erde beendet, die Mission erfüllt: Er ist am Kreuz für die Schuld der Menschen stellvertretend gestorben und drei Tage danach wieder auferstanden. Nun war es für ihn Zeit, nach Hause zurückzukehren. Er bereitete seine engsten Freunde bereits vor seinem Tod darauf vor:

„Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.“  (Die Bibel, Johannes 16,28)

Himmelfahrt hieß für Jesus: Rückkehr zum Vater. Zurück in die Heimat. Er wusste, woher er kam und wohin er ging. Das wissen heute immer weniger Menschen. Sie haben Gott, ihren Schöpfer vergessen. Jemand Kluges hat mal gesagt: „Ohne den Schöpfer ist das Geschöpf bald erschöpft.“ Das Leben besteht nicht nur aus Spaß, Action und Halli Galli. Die eigentliche Bestimmung des Menschen ist es, in tiefer Gemeinschaft mit Gott zu leben und ihn zu ehren. Nur darin liegt der wahre Lebenssinn. Möglich geworden ist das durch Jesus Christus:

 „All denen jedoch, die ihn [Jesus] aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ (Die Bibel, Johannes 1,12)

Jesus Christus ist der Weg, der zum Vater führt (Johannes 14,6). Wenn du dich heute entscheidest, diesen Weg zu gehen, wird es für dich ein ganz besonderer „Vatertag“. Ein Vatertag, der sich auf die Ewigkeit auswirkt.

Jesus Christus – in den Himmel aufgenommen.

„Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen gegeben, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“ (Phil 2,9-11).

Die Himmelfahrt macht deutlich, dass Jesus Christus das Ziel erreicht hat.

Christi Himmelfahrt ist wirklich Vatertag, denn der Herr Jesus geht zu seinem Vater in den Himmel zurück. Joh16,28+20,17;

Christi Himmelfahrt ist wirklich Wandertag, denn der Herr Jesus hat die unsichtbare Welt der Himmel durchwandert. Hebr4,14;

Christi Himmelfahrt ist wirklich Vatertag, weil der Herr Jesus vor Gott für uns Christen eintritt, ist Gott unser Vater in dem Himmel. Röm. 8,14

Die Himmelfahrt macht deutlich, dass Jesus Christus das Ziel erreicht hat, für das er auf die Welt gekommen ist. Zusammenfassend lässt sich ihre Bedeutung so erklären:

  1. Christus sitzt jetzt auf dem Thron zur Rechten Gottes, von wo aus er das Reich Gottes regiert und auch wiederkommt, um die Welt zu richten (Matthäus 26,64).
     
  2. Die Himmelfahrt bestätigt, dass Jesu Tod nicht umsonst war, sondern dass wir Menschen durch sein Opfer mit Gott versöhnt werden können. Christus ist durch seinen Tod und seine Erniedrigung in die himmlische Herrlichkeit zurückgekehrt (Apostelgeschichte 5,30-31).
     
  3. Durch die Himmelfahrt haben auch wir als Christen die Hoffnung, ähnlich wie Christus in den Himmel einzugehen (Epheser 2,6).
     
  4. Die Zeit der Erhöhung Christi ist die Zeit, in der Christus für seine Nachfolger “die Wohnungen im Hause seines Vaters” vorbereitet (Johannes 14,2-3).
     
  5. Die Zeit der Erhöhung umfasst außerdem die Zeitspanne, in der die christliche Gemeinde auf sein Wiederkommen wartet, damit er die noch ausstehende Vollendung des Reiches Gottes zu einem Abschluss bringt (Philipper 3,20Offenbarung 1,9). ERF.de

Im vergangenen Jahr zählte die US-Bundespolizei FBI 61 Amokläufe mit Schusswaffen in den Vereinigten Staaten. Heute war wieder einer.

“Nach dem Massaker an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas steht das ganze Land unter Schock angesichts eines erneut verheerenden Gewaltausbruchs. Mindestens 19 Kinder wurden getötet, nachdem ein 18-Jähriger am Dienstag während der Unterrichtszeit das Feuer in der Robb Elementary School in Uvalde nahe San Antonio eröffnet hatte. Der Amokläufer wütete so lange, bis ihn Sicherheitskräfte laut Medienberichten erschossen.

Es ist eines der opferreichsten Schulmassaker in der US-Geschichte. Nur beim Shooting an der Sandy Hook Grundschule in Connecticut 2012 starben mehr Menschen.” Focus.de

Hatte ein 16 jähriger Syrer nicht erst letze Woche auf einem deutschen Volksfest wahllos um sich geschossen und einen Unbeteiligten erschossen? Wir brauchen nicht so weit nach USA schauen. Die Frage wäre, wie können wir das bei uns verhindern?

Darf ich dich fragen: Was hält dich vom Amoklauf ab? Den Hass und den Frust hast du auch in dir. Mordgedanken – hinterfrag dich selber. Woher weißt du, dass du nicht auch ausrasten wirst. Einfach so. Du wachst morgens auf und hast den Gedanken im Kopf. Vielleicht kannst du nichts dagegen machen. Deine Gene. Dein Umfeld. Deine Vergangenheit. Ein schwacher Tag. Aller Wahrscheinlichkeit nach wirst du es trotzdem nicht tun. Warum? Hast du es in der Hand? Warum haben diese jungen Männer diese Tat heute begangen? Diese Frage wird am Ende des Tages, am Ende der Woche, am Ende dieses Monats unbeantwortet bleiben. Sollen wir sie verurteilen, können wir sagen: Das ist Böse! Ich glaube ja. Die meisten werden mir zustimmen. Aber kannst du es auch begründen? Gibt es neben der schlechten Erziehung, der unglücklichen Veranlagung und den Killerspielen noch etwas was uns das Recht gibt zu sagen: “Böse!” ? Oder sind wir alle überall und immer irgendwie nur “Opfer”?

Folgendes hat Jesus über uns gesagt: “Denn von innen aus dem Herzen der Menschen gehen hervor die schlechten Gedanken, Ehebruch, Hurerei, Mord, Dieberei, Habsucht, Bosheit, List, Ausschweifung, böses Auge, Lästerung, Hochmut, Torheit.” (Markus 7,21)

Oha. Ohne Umschweife gibt Jesus uns hier eine Antwort. Es gibt eine Quelle. Und die ist nicht “da draußen”. Es sind nicht “die anderen”. Es ist nicht “die Gesellschaft”. Es ist dein Herz. DEIN Herz. Beachte, Jesus redet hier noch nicht einmal von Taten, sondern von Gedanken. Da fängt es an. Schauen wir uns dazu gleich eine weitere Aussage von Jesus zu diesem Thema an:

Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.” (Matthäus 5,21+22)

Oha2. Du sagst: Wie abscheulich dieser Amoklauf. Und du hast recht. Es ehrt dich, dass du das noch empfinden kannst. Wir dürfen das jetzt nicht falsch verstehen – Jesus trauert mehr als wir über das Leid, das heute ein Stück mehr über diese Welt gekommen ist. Aber er macht uns hier klar, dass wir vor Ihm alle Amokläufer sind. Amokläufer der Herzen. Damit relativiert/bagatellisiert er kein Blutbad, sondern zeigt das Grundproblem auf. Solange wir das nicht verstehen, einsehen oder anerkennen gibt es keine befriedigende Erklärung und auch keine wirkliche Befreiung für dich. Heute haben wir wieder gesehen, was in uns steckt. In einer Gesellschaft, die nicht mehr nach Gott fragt, werden diese Dinge immer deutlicher und krasser zum Vorschein kommen. Schau was Paulus dazu im Römerbrief schreibt:

Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner verständig, keiner fragt nach Gott; [..] ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit, ihre Füße sind eilig, um Blut zu vergießen; Verwüstung und Jammer bezeichnen ihre Bahn, und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen.” (Römer 3,10-18)

Jesus hat eines ganz klar gemacht – keiner von uns steht unschuldig vor Ihm da. Wir brauchen Vergebung. Und wir brauchen ein neues Herz – Jesus will dich befreien von dem Amok in dir. Wenn du zu ihm kommst und die Karten offen auf den Tisch legst.

Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns; wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigeit.” (1.Johannes 1,8+9) (Chris)

25. Mai 1977 – Der erste Film der Science-Fiction-Saga „Star Wars – Krieg der Sterne“ von Regisseur George Lucas startet in den amerikanischen Kinos.


Star Wars als Mythos

“Star Wars ist ein mythologischer Film”, stellt Timo Kozlowski in seinem Artikel auf Telepolis fest. Und gleich danach definiert er, was man unter einer Mythologie zu verstehen habe:

Eine Mythologie ist eine Zusammenstellung der einzelnen Mythen eines Volkes. Diese Mythologie umreißt die allgemein anerkannte Weltanschauung eines kulturellen Raumes. Sie stiftet die Identität der Gruppe und fördert ihren Zusammenhalt. Eine Mythologie stellt deshalb keine Fragen und sie kann nicht in Zweifel gezogen werden können, ohne zugleich auch die Gruppenidentität als Ganzes zu schädigen.

Daß George Lucas mit “Star Wars” einen Mythos schaffen wollte, daran besteht kein Zweifel, und das gibt er auch selbst zu. So sagt er in der Dokumentation “The Empire of Dreams” (Bonus-DVD der DVD-Ausgabe der Episoden IV-VI):

I wanted “Star Wars” to have an epic quality, so I went back to the epics. Whether they are subconscious or unconscious, whatever needs they meet, they are stories that have pleased or provided comfort to people for thousands of years.

Und tatsächlich spricht “Star Wars” die Menschen ähnlich stark an wie es die Ilias – jene klassischste aller Heldensagen, von Homer meisterhaft in Worte gefaßt – seit Jahrtausenden zumindest für die abendländisch geprägten Kulturen vermag – der große Erfolg des Films “Troja” (Wolfgang Petersen, USA 2004) spricht für sich.

Der Schlüssel zum Erfolg

Wenn eine Mythologie, eben weil sie identitätsstiftend ist, gerade nicht zwischen verschiedenen Kulturkreisen austauschbar ist – wie läßt sich dann der immense Erfolg von Star Wars über alle Kulturen und Traditionen hinweg erklären? Auch hier bleibt uns Kozlowski eine Erklärung nicht schuldig: “Weil ‚Star Wars‘ letztlich eine Mythologie ohne Inhalt ist”.

Das ist der Schlüssel zum außergewöhnlichen Erfolg der Filmserie über alle kulturellen Grenzen hinaus. Was Star Wars fehlt, ist der moralische Kern: Gut und böse ist an die helle und die dunkle Seite der Macht geknüpft. Doch letztlich sind sich beide Seiten der Macht sehr ähnlich. Das wird besonders deutlich beim Kampf Yodas gegen Count Dooku (Episode II) und gegen Palpatine im leeren Senat auf Coruscant (Ende von Episode III). Beide bekämpfen sich mit den gleichen Mitteln, wenn auch der eine die helle und der andere die dunkle Seite der Macht nutzt.

Da die Interpretation von Gut und Böse und die Übertragung auf konkrete Personen in der Gegenwart ganz vom jeweiligen Standpunkt abhängt, findet sich jeder wieder (ob Palpatine jetzt der “große Satan in Washington” oder “Osama bin Laden” ist, spielt keine Rolle). “Wenn sich niemand an der Geschichte wirklich stoßen kann, dann kann sich auch jeder mit ihren Figuren identifizieren.” (Timo Kozlowski, telepolis)

Gut gegen Böse

Die Einteilung in Gut und Böse hängt bei Star Wars einzig am Gebrauch der Macht: Wer sich – wie die Jedi-Ritter, nur der hellen Seite der Macht bedient, ist “gut”, wer – wie der Kanzler Palpatine und mit ihm Darth Vader, vorher Count Dooku – auf der dunklen Seite der Macht seine Herrschaft gründet, ist “böse”. Die Macht selbst scheint neutral, sie vereinigt in sich die dunkle und die helle Seite. Und letztlich kommt es auf die Balance zwischen beiden an, um wirklichen Frieden zu schaffen und zu erhalten.

Daß sich die “Guten” dabei nicht immer nach unseren Maßstäben gut verhalten, kommt besonders in Episode III zum Vorschein:

Alle Figuren des Films sind gespalten – im Zwielicht, zwischen Demokratie und Diktatur, Menschheit und Technologie, Gut und Böse, Freiheit und Zwang. Pausenlos müssen die Protagonisten Entscheidungen treffen, offen oder verdeckt, glaubwürdig oder unglaubwürdig. Und es gibt fast keinen Moment in diesem Film, in dem nicht noch der beste Freund seinen besten Freund verdächtigt und bespitzelt… Unterdrückung, Aufspaltung, Hochmut und Demütigung sind die Poren, durch welche die dunkle Seite der Macht in alle eindringt.

Peter V. Brinkemper, Telepolis

Hier zeigt sich auch die Grenze des Konzeptes: Die Macht selbst ist weder gut noch böse, sie vereint beide Seiten in sich. Welche Seite der Protagonist wählt, bleibt seiner Entscheidung vorbehalten. Tatsächlich verändert der Gebrauch der Macht den Menschen – das wird besonders deutlich an Anakin:

Der Übertritt zum Bösen und die Taufe zum Darth Vader ist für Anakin keine rein boshafte, lustvolle Angelegenheit, kein klares politisches, separatistisches oder imperiales Projekt. Sondern Ausdruck elendiger Leere, die Demut des irre werdenden Hochmutes, die Verzweifelung der Dunkelheit und die Desorientierung in der anarchischen Situation einer Republik, deren Name nur noch ein mattes Schlagwort für die sich bekämpfenden Lager darstellt. Anakin … liebt nur noch, haltlos, und deshalb kapituliert er vor dem Bösen, das ihm destruktive Eindeutigkeit verspricht, nämlich alles mögliche zu zerstören, nur seine Liebe und das Objekt der Liebe nicht.

Peter V. Brinkemper, Telepolis

Aber gibt es für ihn eine Möglichkeit, sich doch noch einmal von der dunklen Seite der Macht abzuwenden und aus dem Zugriff des dunklen Sith-Lords Sidious alias Kanzler Palpatine zu retten?

Erlösung durch Selbstopferung

Die Antwort ist schon seit Episode VI und damit seit langer Zeit bekannt: Ja, es gibt eine Erlösung für Anakin alias Darth Vader – dadurch, daß er sein eigenes Leben einsetzt, den Imperator vernichtet und so seinen Sohn Luke rettet. “Durch seine eigene Selbstopferung wird Vader so zum Helden und Retter.” (Wilkinson, S. 150)

Dasselbe Motiv tritt uns schon einmal in Episode IV entgegen: Obi-Wan Kenobi opfert sich selbst, indem er Darth Vader zum Lichtschwert-Duell entgegentritt, um seinen Freunden Luke, Leia und den anderen die Flucht vom Todesstern zu ermöglichen.

Obi-Wan Kenobi gibt sein Leben für die Freiheit der anderen. Sein Tod ist etwas mysteriös, doch er ist nicht das Ende. Eine Art Auferstehung scheint stattzufinden. Dasselbe gilt am Ende für Anakin Skywalker. Seine Selbstopferung rettet Luke und ihn selbst, und auch er erlebt eine Art Auferstehung.

Wilkinson, S. 156

Entscheidend bei beiden ist, daß der konkreten Tat eine bewußte Entscheidung vorausgeht: Das gibt dem Retter die persönliche Verantwortung für sein Tun.

Parallelen und Interpretationen

Star Wars wurde schon von vielen in verschiedener Richtung ausgelegt. Und gerade aufgrund seines Charakters als “Mythos ohne Inhalt”, der letztlich hohl bleibt, eignet es sich hervorragend dazu. Letztlich ist Star Wars ist ein “philosophischer Gemischtwarenladen” (Timo Kozlowski, Telepolis). Der Mythos bedient sich hemmungslos bei den verschiedenen religiösen Systemen und Philosophien. Dabei war, so George Lucas selbst, eine der Hauptinspirationsquellen ein Werk Joseph Campbells (“The Hero with a thousand faces”), in dem dieser die einzelnen Elemente mythischer Erzählungen analysiert und quasi das “Urbild” des Heldenmythos herauskristallisiert.

Ein Epos, eine Heldensaga, wollte Lucas schaffen – und das ist ihm gelungen. Und wer sich darauf einläßt, der wird feststellen, daß in der Handlung Fragen aufgeworfen werden: Fragen nach dem Verhältnis zwischen Gut und Böse, nach unserer persönlichen Entscheidungsfreiheit. Aber Star Wars liefert keine Antworten. Genau das wurde zum Schlüssel für den großen Erfolg, denn so kann jeder, egal aus welchem religiösen oder philosophischen Hintergrund er kommt, die Antworten auf die großen Fragen selbst geben. Aber er muß nicht: Wer sich keine Fragen stellen will, der wird trotzdem gut unterhalten.

Gibt es einen Gott im Star Wars-Universum?

Wird die Frage vor einem christlichen Hintergrund gestellt, ist die Antwort ein klares “Nein”. Es gibt sehrwohl eine transzendente Komponente bei Star Wars – die Macht. Aber diese Macht ist unpersönlich, sie vereinigt in sich Gut und Böse. Damit ist sie noch am ehesten mit den fernöstlichen Ansichten von Ying und Yang als zwei Seiten desselben vergleichbar. Gut und Böse erscheinen auch bei Star Wars als zwei Seiten derselben Macht, die für sich genommen neutral ist. Das Ziel ist eine Balance zwischen beiden Seiten. Solange dieses Gleichgewicht nicht hergestellt ist, wird es immer wieder zum Kampf kommen.

Das steht im klaren Gegensatz zu den Aussagen der Bibel: Der Gott der Bibel ist der souveräne und personale Schöpfer Himmels und der Erde. Er ist nur gut, in ihm ist nicht einmal ein Schatten von Finsternis. Der Teufel als Gegenspieler ist kein Widersacher auf Augenhöhe: Er ist nur ein gefallenes Geschöpf, sein endgültiges Ende stand von Anfang an fest und ist durch den Kreuzestod Jesu besiegelt – hier wurde der endgültige Sieg über den Teufel errungen. Frieden wird nicht durch eine Balance zwischen Gut und Böse erreicht, sondern durch die bewußte Entscheidung für das Gute und die endgültige Vernichtung des Bösen durch Gott selbst.

Die Jedi als esoterisch-buddhistischer Orden

Manches an den Jedi erinnert an das christliche Mönchtum – die Kutte, die strengen Regeln, die Unterteilung in Schüler und vollwertige Mitglieder, die (vermeintliche) Unabhängigkeit von den Umständen, die Verteidigung eherner Prinzipien.

Viele dieser Aspekte sind nicht auf ein christlich geprägtes Mönchtum beschränkt, und die Bedeutung von Meditation, das “sich einlassen” auf die Macht, erinnert eher an Esoterik und Buddhismus denn an christliche Glaubenspraxis.

Das Böse

Das “Böse” ist in der Star Wars-Saga über die Verwendung der dunklen Seite der Macht definiert. Die zentale Identifikationsfigur des Bösen ist der Kanzler und spätere Imperator Palpatine alias Lord Sidious. “Es [ist] wichtig für die Logik der gesamten sechs ‚Star Wars‘-Episoden, dass das Böse eben nicht als ein starrer Pol gegenüber einem eindeutig Guten daher kommt, sondern als Konstellation” (Brinkemper, Telepolis). In den Episoden II und III ist der Ausführungsgehilfe des späteren Imperators der ehemalige Jedi Count Dooku. Am Ende von Episode III nimmt Anakin diese Stelle ein, indem er sich auf die dunkle Seite der Macht einläßt und zu Darth Vader wird. Später soll Luke Skywalker diese Stelle einnehmen, weigert sich aber, nachdem er Darth Vader besiegt hat, diesen umzubringen – und durchbricht damit die schicksalhafte Wiederholung der Ereignisse.

In der “Bekehrung” Anakins zur dunklen Seite der Macht kann man Parallelen zur Verführung des Menschen durch den Teufel sehen, wie sie die Bibel beschreibt. Palpatine käme in einer solchen Übertragung die Rolle Satans zu, der Anakin verführt. Und tatsächlich klingen die Versprechungen Palpatines an die der Schlange im Paradies an: “Ihr werdet sein wie Gott, erkennend Gut und Böse” (1Mose 3,5).

Genauso läßt sich die Parallele zu Goethes “Faust” ziehen: Palpatine hier in der Rolle des Mephisto, der dem nach Macht und Einsicht strebenden Anakin in der Rolle des Faust beides verspricht – und ihn mit der Aussicht ködert, seine größte Angst besiegen zu können: den Verlust Padmés als ihm lieber Person. Anakin hat zwar mit der dunklen Seite der Macht die Möglichkeit, Menschen vom Tod zu bewahren – aber nicht gegen deren Willen (siehe Padmé am Ende von Episode III). Und hier eröffnet sich eine weitere Parallele zum “Faust”: Die letzte Begegnung zwischen den beiden erinnert stark an die letzte Begegnung zwischen Faust und Gretchen – “Heinrich, mir graut vor Dir!” wird hier zu “Ich kenne Dich nicht mehr”.

Selbstaufopferung und Erlösung

Die mit Sicherheit stärkste Parallele zum Christentum liefert das Motiv der Selbsthingabe für die Freunde, das uns mehrfach in der gesamten Geschichte begegnet:

Obi-Wan Kenobi gibt sein Leben für die Freiheit der anderen. Sein Tod ist etwas mysteriös, doch er ist nicht das Ende. Eine Art Auferstehung scheint stattzufinden. Dasselbe gilt am Ende für Anakin Skywalker. Seine Selbstopferung rettet Luke und ihn selbst, und auch er erlebt eine Art Auferstehung.

Wilkinson, S. 156

Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Der Erlöser-Gedanke taucht in vielen anderen Filmen und Sagen ebenfalls auf, ein gerade in christlichen Kreisen dafür bekanntes Beispiel ist der erste Teil der “Matrix”-Trilogie (mit wesentlich weitergehenden Parallelen zur Bibel als das bei Star Wars der Fall ist). Außerdem unterscheiden sich die Erlöser-Figuren in Star Wars doch sehr deutlich vom Messias der Bibel: Während man weder Obi-Wan noch Anakin nachsagen kann, daß sie in ihrem Leben sündlos waren (dasselbe gilt für die meisten anderen Erlöserfiguren in Film und Literatur), trifft das auf Jesus Christus zu. Und es ist gleichzeitig die Voraussetzung für Sein Erlösungshandeln: Nur weil er völlig ohne Sünde war, konnte Er unsere Sünden auf sich nehmen und stellvertretend für uns mit dem Tod dafür bezahlen.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sich zur Star Wars Saga stellt: Man kann sie als Spinnerei abtun oder davon begeistert sein, man kann sich von den Filmen sehr gut unterhalten lassen und sich an den cineastischen Details erfreuen oder die tiefen Fragen hinter der Handlung suchen.

Tatsache ist: Star Wars ist die erfolgreichste Filmserie aller Zeiten – weit über das Kino hinaus. Und es bietet die Möglichkeit, mit Menschen über die großen Themen des Lebens ins Gespräch zu kommen – vorausgesetzt, sie lassen sich darauf ein. Es gibt sicherlich bessere Filme für diesen Zweck, aber es gibt sicher auch Menschen, bei denen Star Wars gerade richtig ist.

Star Wars ist weit davon entfernt, christliche Inhalte in sich zu vereinen. Der Mythos bedient sich hemmungslos verschiedener religiöser Anleihen, auch aus dem Christentum, und er stellt einer technik- und fortschrittsgläubigen (westlichen) Gesellschaft eine Transzendenz, eine Realität jenseits des rein Materiellen, gegenüber. Damit bedient er unser Verlangen nach Religion, nach einem Sinn hinter der Welt, wie wir sie erfahren können.

Aber es gehört wesentlich zum Konzept und zum Erfolgsgeheimnis von Star Wars dazu, hier stehenzubleiben. Die transzendente Komponente wird lediglich angesprochen, aber nicht mit Inhalt gefüllt. Die Frage nach Sinn und Ziel bleibt unbeantwortet.

Nicht nur den Grund für unser Fragen nach Sinn und Ziel können wir von der Bibel her beantworten (“auch die Ewigkeit hat Gott in das Herz der Menschen gelegt”, Pred 3,11) – die Bibel gibt auch Antworten auf diese grundlegenden Fragen des Lebens. Und an dieser Stelle sind wir als Christen gefragt, unseren Glauben authentisch zu leben, Suchenden und Fragenden Rede und Antwort zu stehen und ihnen ein Wegweiser zu sein.

Literatur

Wilkinson, David (2001): Möge die Macht mit uns sein. Die spirituelle Sehnsucht in den Star Wars-Filmen. Brunnen Verlag, Basel und GießenTill


Star Wars als Mythos

“Star Wars ist ein mythologischer Film”, stellt Timo Kozlowski in seinem Artikel auf Telepolis fest. Und gleich danach definiert er, was man unter einer Mythologie zu verstehen habe:

Eine Mythologie ist eine Zusammenstellung der einzelnen Mythen eines Volkes. Diese Mythologie umreißt die allgemein anerkannte Weltanschauung eines kulturellen Raumes. Sie stiftet die Identität der Gruppe und fördert ihren Zusammenhalt. Eine Mythologie stellt deshalb keine Fragen und sie kann nicht in Zweifel gezogen werden können, ohne zugleich auch die Gruppenidentität als Ganzes zu schädigen.

Daß George Lucas mit “Star Wars” einen Mythos schaffen wollte, daran besteht kein Zweifel, und das gibt er auch selbst zu. So sagt er in der Dokumentation “The Empire of Dreams” (Bonus-DVD der DVD-Ausgabe der Episoden IV-VI):

I wanted “Star Wars” to have an epic quality, so I went back to the epics. Whether they are subconscious or unconscious, whatever needs they meet, they are stories that have pleased or provided comfort to people for thousands of years.

Und tatsächlich spricht “Star Wars” die Menschen ähnlich stark an wie es die Ilias – jene klassischste aller Heldensagen, von Homer meisterhaft in Worte gefaßt – seit Jahrtausenden zumindest für die abendländisch geprägten Kulturen vermag – der große Erfolg des Films “Troja” (Wolfgang Petersen, USA 2004) spricht für sich.

Der Schlüssel zum Erfolg

Wenn eine Mythologie, eben weil sie identitätsstiftend ist, gerade nicht zwischen verschiedenen Kulturkreisen austauschbar ist – wie läßt sich dann der immense Erfolg von Star Wars über alle Kulturen und Traditionen hinweg erklären? Auch hier bleibt uns Kozlowski eine Erklärung nicht schuldig: “Weil ‚Star Wars‘ letztlich eine Mythologie ohne Inhalt ist”.

Das ist der Schlüssel zum außergewöhnlichen Erfolg der Filmserie über alle kulturellen Grenzen hinaus. Was Star Wars fehlt, ist der moralische Kern: Gut und böse ist an die helle und die dunkle Seite der Macht geknüpft. Doch letztlich sind sich beide Seiten der Macht sehr ähnlich. Das wird besonders deutlich beim Kampf Yodas gegen Count Dooku (Episode II) und gegen Palpatine im leeren Senat auf Coruscant (Ende von Episode III). Beide bekämpfen sich mit den gleichen Mitteln, wenn auch der eine die helle und der andere die dunkle Seite der Macht nutzt.

Da die Interpretation von Gut und Böse und die Übertragung auf konkrete Personen in der Gegenwart ganz vom jeweiligen Standpunkt abhängt, findet sich jeder wieder (ob Palpatine jetzt der “große Satan in Washington” oder “Osama bin Laden” ist, spielt keine Rolle). “Wenn sich niemand an der Geschichte wirklich stoßen kann, dann kann sich auch jeder mit ihren Figuren identifizieren.” (Timo Kozlowski, telepolis)

Gut gegen Böse

Die Einteilung in Gut und Böse hängt bei Star Wars einzig am Gebrauch der Macht: Wer sich – wie die Jedi-Ritter, nur der hellen Seite der Macht bedient, ist “gut”, wer – wie der Kanzler Palpatine und mit ihm Darth Vader, vorher Count Dooku – auf der dunklen Seite der Macht seine Herrschaft gründet, ist “böse”. Die Macht selbst scheint neutral, sie vereinigt in sich die dunkle und die helle Seite. Und letztlich kommt es auf die Balance zwischen beiden an, um wirklichen Frieden zu schaffen und zu erhalten.

Daß sich die “Guten” dabei nicht immer nach unseren Maßstäben gut verhalten, kommt besonders in Episode III zum Vorschein:

Alle Figuren des Films sind gespalten – im Zwielicht, zwischen Demokratie und Diktatur, Menschheit und Technologie, Gut und Böse, Freiheit und Zwang. Pausenlos müssen die Protagonisten Entscheidungen treffen, offen oder verdeckt, glaubwürdig oder unglaubwürdig. Und es gibt fast keinen Moment in diesem Film, in dem nicht noch der beste Freund seinen besten Freund verdächtigt und bespitzelt… Unterdrückung, Aufspaltung, Hochmut und Demütigung sind die Poren, durch welche die dunkle Seite der Macht in alle eindringt.

Peter V. Brinkemper, Telepolis

Hier zeigt sich auch die Grenze des Konzeptes: Die Macht selbst ist weder gut noch böse, sie vereint beide Seiten in sich. Welche Seite der Protagonist wählt, bleibt seiner Entscheidung vorbehalten. Tatsächlich verändert der Gebrauch der Macht den Menschen – das wird besonders deutlich an Anakin:

Der Übertritt zum Bösen und die Taufe zum Darth Vader ist für Anakin keine rein boshafte, lustvolle Angelegenheit, kein klares politisches, separatistisches oder imperiales Projekt. Sondern Ausdruck elendiger Leere, die Demut des irre werdenden Hochmutes, die Verzweifelung der Dunkelheit und die Desorientierung in der anarchischen Situation einer Republik, deren Name nur noch ein mattes Schlagwort für die sich bekämpfenden Lager darstellt. Anakin … liebt nur noch, haltlos, und deshalb kapituliert er vor dem Bösen, das ihm destruktive Eindeutigkeit verspricht, nämlich alles mögliche zu zerstören, nur seine Liebe und das Objekt der Liebe nicht.

Peter V. Brinkemper, Telepolis

Aber gibt es für ihn eine Möglichkeit, sich doch noch einmal von der dunklen Seite der Macht abzuwenden und aus dem Zugriff des dunklen Sith-Lords Sidious alias Kanzler Palpatine zu retten?

Erlösung durch Selbstopferung

Die Antwort ist schon seit Episode VI und damit seit langer Zeit bekannt: Ja, es gibt eine Erlösung für Anakin alias Darth Vader – dadurch, daß er sein eigenes Leben einsetzt, den Imperator vernichtet und so seinen Sohn Luke rettet. “Durch seine eigene Selbstopferung wird Vader so zum Helden und Retter.” (Wilkinson, S. 150)

Dasselbe Motiv tritt uns schon einmal in Episode IV entgegen: Obi-Wan Kenobi opfert sich selbst, indem er Darth Vader zum Lichtschwert-Duell entgegentritt, um seinen Freunden Luke, Leia und den anderen die Flucht vom Todesstern zu ermöglichen.

Obi-Wan Kenobi gibt sein Leben für die Freiheit der anderen. Sein Tod ist etwas mysteriös, doch er ist nicht das Ende. Eine Art Auferstehung scheint stattzufinden. Dasselbe gilt am Ende für Anakin Skywalker. Seine Selbstopferung rettet Luke und ihn selbst, und auch er erlebt eine Art Auferstehung.

Wilkinson, S. 156

Entscheidend bei beiden ist, daß der konkreten Tat eine bewußte Entscheidung vorausgeht: Das gibt dem Retter die persönliche Verantwortung für sein Tun.

Parallelen und Interpretationen

Star Wars wurde schon von vielen in verschiedener Richtung ausgelegt. Und gerade aufgrund seines Charakters als “Mythos ohne Inhalt”, der letztlich hohl bleibt, eignet es sich hervorragend dazu. Letztlich ist Star Wars ist ein “philosophischer Gemischtwarenladen” (Timo Kozlowski, Telepolis). Der Mythos bedient sich hemmungslos bei den verschiedenen religiösen Systemen und Philosophien. Dabei war, so George Lucas selbst, eine der Hauptinspirationsquellen ein Werk Joseph Campbells (“The Hero with a thousand faces”), in dem dieser die einzelnen Elemente mythischer Erzählungen analysiert und quasi das “Urbild” des Heldenmythos herauskristallisiert.

Ein Epos, eine Heldensaga, wollte Lucas schaffen – und das ist ihm gelungen. Und wer sich darauf einläßt, der wird feststellen, daß in der Handlung Fragen aufgeworfen werden: Fragen nach dem Verhältnis zwischen Gut und Böse, nach unserer persönlichen Entscheidungsfreiheit. Aber Star Wars liefert keine Antworten. Genau das wurde zum Schlüssel für den großen Erfolg, denn so kann jeder, egal aus welchem religiösen oder philosophischen Hintergrund er kommt, die Antworten auf die großen Fragen selbst geben. Aber er muß nicht: Wer sich keine Fragen stellen will, der wird trotzdem gut unterhalten.

Gibt es einen Gott im Star Wars-Universum?

Wird die Frage vor einem christlichen Hintergrund gestellt, ist die Antwort ein klares “Nein”. Es gibt sehrwohl eine transzendente Komponente bei Star Wars – die Macht. Aber diese Macht ist unpersönlich, sie vereinigt in sich Gut und Böse. Damit ist sie noch am ehesten mit den fernöstlichen Ansichten von Ying und Yang als zwei Seiten desselben vergleichbar. Gut und Böse erscheinen auch bei Star Wars als zwei Seiten derselben Macht, die für sich genommen neutral ist. Das Ziel ist eine Balance zwischen beiden Seiten. Solange dieses Gleichgewicht nicht hergestellt ist, wird es immer wieder zum Kampf kommen.

Das steht im klaren Gegensatz zu den Aussagen der Bibel: Der Gott der Bibel ist der souveräne und personale Schöpfer Himmels und der Erde. Er ist nur gut, in ihm ist nicht einmal ein Schatten von Finsternis. Der Teufel als Gegenspieler ist kein Widersacher auf Augenhöhe: Er ist nur ein gefallenes Geschöpf, sein endgültiges Ende stand von Anfang an fest und ist durch den Kreuzestod Jesu besiegelt – hier wurde der endgültige Sieg über den Teufel errungen. Frieden wird nicht durch eine Balance zwischen Gut und Böse erreicht, sondern durch die bewußte Entscheidung für das Gute und die endgültige Vernichtung des Bösen durch Gott selbst.

Die Jedi als esoterisch-buddhistischer Orden

Manches an den Jedi erinnert an das christliche Mönchtum – die Kutte, die strengen Regeln, die Unterteilung in Schüler und vollwertige Mitglieder, die (vermeintliche) Unabhängigkeit von den Umständen, die Verteidigung eherner Prinzipien.

Viele dieser Aspekte sind nicht auf ein christlich geprägtes Mönchtum beschränkt, und die Bedeutung von Meditation, das “sich einlassen” auf die Macht, erinnert eher an Esoterik und Buddhismus denn an christliche Glaubenspraxis.

Das Böse

Das “Böse” ist in der Star Wars-Saga über die Verwendung der dunklen Seite der Macht definiert. Die zentale Identifikationsfigur des Bösen ist der Kanzler und spätere Imperator Palpatine alias Lord Sidious. “Es [ist] wichtig für die Logik der gesamten sechs ‚Star Wars‘-Episoden, dass das Böse eben nicht als ein starrer Pol gegenüber einem eindeutig Guten daher kommt, sondern als Konstellation” (Brinkemper, Telepolis). In den Episoden II und III ist der Ausführungsgehilfe des späteren Imperators der ehemalige Jedi Count Dooku. Am Ende von Episode III nimmt Anakin diese Stelle ein, indem er sich auf die dunkle Seite der Macht einläßt und zu Darth Vader wird. Später soll Luke Skywalker diese Stelle einnehmen, weigert sich aber, nachdem er Darth Vader besiegt hat, diesen umzubringen – und durchbricht damit die schicksalhafte Wiederholung der Ereignisse.

In der “Bekehrung” Anakins zur dunklen Seite der Macht kann man Parallelen zur Verführung des Menschen durch den Teufel sehen, wie sie die Bibel beschreibt. Palpatine käme in einer solchen Übertragung die Rolle Satans zu, der Anakin verführt. Und tatsächlich klingen die Versprechungen Palpatines an die der Schlange im Paradies an: “Ihr werdet sein wie Gott, erkennend Gut und Böse” (1Mose 3,5).

Genauso läßt sich die Parallele zu Goethes “Faust” ziehen: Palpatine hier in der Rolle des Mephisto, der dem nach Macht und Einsicht strebenden Anakin in der Rolle des Faust beides verspricht – und ihn mit der Aussicht ködert, seine größte Angst besiegen zu können: den Verlust Padmés als ihm lieber Person. Anakin hat zwar mit der dunklen Seite der Macht die Möglichkeit, Menschen vom Tod zu bewahren – aber nicht gegen deren Willen (siehe Padmé am Ende von Episode III). Und hier eröffnet sich eine weitere Parallele zum “Faust”: Die letzte Begegnung zwischen den beiden erinnert stark an die letzte Begegnung zwischen Faust und Gretchen – “Heinrich, mir graut vor Dir!” wird hier zu “Ich kenne Dich nicht mehr”.

Selbstaufopferung und Erlösung

Die mit Sicherheit stärkste Parallele zum Christentum liefert das Motiv der Selbsthingabe für die Freunde, das uns mehrfach in der gesamten Geschichte begegnet:

Obi-Wan Kenobi gibt sein Leben für die Freiheit der anderen. Sein Tod ist etwas mysteriös, doch er ist nicht das Ende. Eine Art Auferstehung scheint stattzufinden. Dasselbe gilt am Ende für Anakin Skywalker. Seine Selbstopferung rettet Luke und ihn selbst, und auch er erlebt eine Art Auferstehung.

Wilkinson, S. 156

Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Der Erlöser-Gedanke taucht in vielen anderen Filmen und Sagen ebenfalls auf, ein gerade in christlichen Kreisen dafür bekanntes Beispiel ist der erste Teil der “Matrix”-Trilogie (mit wesentlich weitergehenden Parallelen zur Bibel als das bei Star Wars der Fall ist). Außerdem unterscheiden sich die Erlöser-Figuren in Star Wars doch sehr deutlich vom Messias der Bibel: Während man weder Obi-Wan noch Anakin nachsagen kann, daß sie in ihrem Leben sündlos waren (dasselbe gilt für die meisten anderen Erlöserfiguren in Film und Literatur), trifft das auf Jesus Christus zu. Und es ist gleichzeitig die Voraussetzung für Sein Erlösungshandeln: Nur weil er völlig ohne Sünde war, konnte Er unsere Sünden auf sich nehmen und stellvertretend für uns mit dem Tod dafür bezahlen.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sich zur Star Wars Saga stellt: Man kann sie als Spinnerei abtun oder davon begeistert sein, man kann sich von den Filmen sehr gut unterhalten lassen und sich an den cineastischen Details erfreuen oder die tiefen Fragen hinter der Handlung suchen.

Tatsache ist: Star Wars ist die erfolgreichste Filmserie aller Zeiten – weit über das Kino hinaus. Und es bietet die Möglichkeit, mit Menschen über die großen Themen des Lebens ins Gespräch zu kommen – vorausgesetzt, sie lassen sich darauf ein. Es gibt sicherlich bessere Filme für diesen Zweck, aber es gibt sicher auch Menschen, bei denen Star Wars gerade richtig ist.

Star Wars ist weit davon entfernt, christliche Inhalte in sich zu vereinen. Der Mythos bedient sich hemmungslos verschiedener religiöser Anleihen, auch aus dem Christentum, und er stellt einer technik- und fortschrittsgläubigen (westlichen) Gesellschaft eine Transzendenz, eine Realität jenseits des rein Materiellen, gegenüber. Damit bedient er unser Verlangen nach Religion, nach einem Sinn hinter der Welt, wie wir sie erfahren können.

Aber es gehört wesentlich zum Konzept und zum Erfolgsgeheimnis von Star Wars dazu, hier stehenzubleiben. Die transzendente Komponente wird lediglich angesprochen, aber nicht mit Inhalt gefüllt. Die Frage nach Sinn und Ziel bleibt unbeantwortet.

Nicht nur den Grund für unser Fragen nach Sinn und Ziel können wir von der Bibel her beantworten (“auch die Ewigkeit hat Gott in das Herz der Menschen gelegt”, Pred 3,11) – die Bibel gibt auch Antworten auf diese grundlegenden Fragen des Lebens. Und an dieser Stelle sind wir als Christen gefragt, unseren Glauben authentisch zu leben, Suchenden und Fragenden Rede und Antwort zu stehen und ihnen ein Wegweiser zu sein.

Literatur

Wilkinson, David (2001): Möge die Macht mit uns sein. Die spirituelle Sehnsucht in den Star Wars-Filmen. Brunnen Verlag, Basel und GießenTill


Star Wars als Mythos

“Star Wars ist ein mythologischer Film”, stellt Timo Kozlowski in seinem Artikel auf Telepolis fest. Und gleich danach definiert er, was man unter einer Mythologie zu verstehen habe:

Eine Mythologie ist eine Zusammenstellung der einzelnen Mythen eines Volkes. Diese Mythologie umreißt die allgemein anerkannte Weltanschauung eines kulturellen Raumes. Sie stiftet die Identität der Gruppe und fördert ihren Zusammenhalt. Eine Mythologie stellt deshalb keine Fragen und sie kann nicht in Zweifel gezogen werden können, ohne zugleich auch die Gruppenidentität als Ganzes zu schädigen.

Daß George Lucas mit “Star Wars” einen Mythos schaffen wollte, daran besteht kein Zweifel, und das gibt er auch selbst zu. So sagt er in der Dokumentation “The Empire of Dreams” (Bonus-DVD der DVD-Ausgabe der Episoden IV-VI):

I wanted “Star Wars” to have an epic quality, so I went back to the epics. Whether they are subconscious or unconscious, whatever needs they meet, they are stories that have pleased or provided comfort to people for thousands of years.

Und tatsächlich spricht “Star Wars” die Menschen ähnlich stark an wie es die Ilias – jene klassischste aller Heldensagen, von Homer meisterhaft in Worte gefaßt – seit Jahrtausenden zumindest für die abendländisch geprägten Kulturen vermag – der große Erfolg des Films “Troja” (Wolfgang Petersen, USA 2004) spricht für sich.

Der Schlüssel zum Erfolg

Wenn eine Mythologie, eben weil sie identitätsstiftend ist, gerade nicht zwischen verschiedenen Kulturkreisen austauschbar ist – wie läßt sich dann der immense Erfolg von Star Wars über alle Kulturen und Traditionen hinweg erklären? Auch hier bleibt uns Kozlowski eine Erklärung nicht schuldig: “Weil ‚Star Wars‘ letztlich eine Mythologie ohne Inhalt ist”.

Das ist der Schlüssel zum außergewöhnlichen Erfolg der Filmserie über alle kulturellen Grenzen hinaus. Was Star Wars fehlt, ist der moralische Kern: Gut und böse ist an die helle und die dunkle Seite der Macht geknüpft. Doch letztlich sind sich beide Seiten der Macht sehr ähnlich. Das wird besonders deutlich beim Kampf Yodas gegen Count Dooku (Episode II) und gegen Palpatine im leeren Senat auf Coruscant (Ende von Episode III). Beide bekämpfen sich mit den gleichen Mitteln, wenn auch der eine die helle und der andere die dunkle Seite der Macht nutzt.

Da die Interpretation von Gut und Böse und die Übertragung auf konkrete Personen in der Gegenwart ganz vom jeweiligen Standpunkt abhängt, findet sich jeder wieder (ob Palpatine jetzt der “große Satan in Washington” oder “Osama bin Laden” ist, spielt keine Rolle). “Wenn sich niemand an der Geschichte wirklich stoßen kann, dann kann sich auch jeder mit ihren Figuren identifizieren.” (Timo Kozlowski, telepolis)

Gut gegen Böse

Die Einteilung in Gut und Böse hängt bei Star Wars einzig am Gebrauch der Macht: Wer sich – wie die Jedi-Ritter, nur der hellen Seite der Macht bedient, ist “gut”, wer – wie der Kanzler Palpatine und mit ihm Darth Vader, vorher Count Dooku – auf der dunklen Seite der Macht seine Herrschaft gründet, ist “böse”. Die Macht selbst scheint neutral, sie vereinigt in sich die dunkle und die helle Seite. Und letztlich kommt es auf die Balance zwischen beiden an, um wirklichen Frieden zu schaffen und zu erhalten.

Daß sich die “Guten” dabei nicht immer nach unseren Maßstäben gut verhalten, kommt besonders in Episode III zum Vorschein:

Alle Figuren des Films sind gespalten – im Zwielicht, zwischen Demokratie und Diktatur, Menschheit und Technologie, Gut und Böse, Freiheit und Zwang. Pausenlos müssen die Protagonisten Entscheidungen treffen, offen oder verdeckt, glaubwürdig oder unglaubwürdig. Und es gibt fast keinen Moment in diesem Film, in dem nicht noch der beste Freund seinen besten Freund verdächtigt und bespitzelt… Unterdrückung, Aufspaltung, Hochmut und Demütigung sind die Poren, durch welche die dunkle Seite der Macht in alle eindringt.

Peter V. Brinkemper, Telepolis

Hier zeigt sich auch die Grenze des Konzeptes: Die Macht selbst ist weder gut noch böse, sie vereint beide Seiten in sich. Welche Seite der Protagonist wählt, bleibt seiner Entscheidung vorbehalten. Tatsächlich verändert der Gebrauch der Macht den Menschen – das wird besonders deutlich an Anakin:

Der Übertritt zum Bösen und die Taufe zum Darth Vader ist für Anakin keine rein boshafte, lustvolle Angelegenheit, kein klares politisches, separatistisches oder imperiales Projekt. Sondern Ausdruck elendiger Leere, die Demut des irre werdenden Hochmutes, die Verzweifelung der Dunkelheit und die Desorientierung in der anarchischen Situation einer Republik, deren Name nur noch ein mattes Schlagwort für die sich bekämpfenden Lager darstellt. Anakin … liebt nur noch, haltlos, und deshalb kapituliert er vor dem Bösen, das ihm destruktive Eindeutigkeit verspricht, nämlich alles mögliche zu zerstören, nur seine Liebe und das Objekt der Liebe nicht.

Peter V. Brinkemper, Telepolis

Aber gibt es für ihn eine Möglichkeit, sich doch noch einmal von der dunklen Seite der Macht abzuwenden und aus dem Zugriff des dunklen Sith-Lords Sidious alias Kanzler Palpatine zu retten?

Erlösung durch Selbstopferung

Die Antwort ist schon seit Episode VI und damit seit langer Zeit bekannt: Ja, es gibt eine Erlösung für Anakin alias Darth Vader – dadurch, daß er sein eigenes Leben einsetzt, den Imperator vernichtet und so seinen Sohn Luke rettet. “Durch seine eigene Selbstopferung wird Vader so zum Helden und Retter.” (Wilkinson, S. 150)

Dasselbe Motiv tritt uns schon einmal in Episode IV entgegen: Obi-Wan Kenobi opfert sich selbst, indem er Darth Vader zum Lichtschwert-Duell entgegentritt, um seinen Freunden Luke, Leia und den anderen die Flucht vom Todesstern zu ermöglichen.

Obi-Wan Kenobi gibt sein Leben für die Freiheit der anderen. Sein Tod ist etwas mysteriös, doch er ist nicht das Ende. Eine Art Auferstehung scheint stattzufinden. Dasselbe gilt am Ende für Anakin Skywalker. Seine Selbstopferung rettet Luke und ihn selbst, und auch er erlebt eine Art Auferstehung.

Wilkinson, S. 156

Entscheidend bei beiden ist, daß der konkreten Tat eine bewußte Entscheidung vorausgeht: Das gibt dem Retter die persönliche Verantwortung für sein Tun.

Parallelen und Interpretationen

Star Wars wurde schon von vielen in verschiedener Richtung ausgelegt. Und gerade aufgrund seines Charakters als “Mythos ohne Inhalt”, der letztlich hohl bleibt, eignet es sich hervorragend dazu. Letztlich ist Star Wars ist ein “philosophischer Gemischtwarenladen” (Timo Kozlowski, Telepolis). Der Mythos bedient sich hemmungslos bei den verschiedenen religiösen Systemen und Philosophien. Dabei war, so George Lucas selbst, eine der Hauptinspirationsquellen ein Werk Joseph Campbells (“The Hero with a thousand faces”), in dem dieser die einzelnen Elemente mythischer Erzählungen analysiert und quasi das “Urbild” des Heldenmythos herauskristallisiert.

Ein Epos, eine Heldensaga, wollte Lucas schaffen – und das ist ihm gelungen. Und wer sich darauf einläßt, der wird feststellen, daß in der Handlung Fragen aufgeworfen werden: Fragen nach dem Verhältnis zwischen Gut und Böse, nach unserer persönlichen Entscheidungsfreiheit. Aber Star Wars liefert keine Antworten. Genau das wurde zum Schlüssel für den großen Erfolg, denn so kann jeder, egal aus welchem religiösen oder philosophischen Hintergrund er kommt, die Antworten auf die großen Fragen selbst geben. Aber er muß nicht: Wer sich keine Fragen stellen will, der wird trotzdem gut unterhalten.

Gibt es einen Gott im Star Wars-Universum?

Wird die Frage vor einem christlichen Hintergrund gestellt, ist die Antwort ein klares “Nein”. Es gibt sehrwohl eine transzendente Komponente bei Star Wars – die Macht. Aber diese Macht ist unpersönlich, sie vereinigt in sich Gut und Böse. Damit ist sie noch am ehesten mit den fernöstlichen Ansichten von Ying und Yang als zwei Seiten desselben vergleichbar. Gut und Böse erscheinen auch bei Star Wars als zwei Seiten derselben Macht, die für sich genommen neutral ist. Das Ziel ist eine Balance zwischen beiden Seiten. Solange dieses Gleichgewicht nicht hergestellt ist, wird es immer wieder zum Kampf kommen.

Das steht im klaren Gegensatz zu den Aussagen der Bibel: Der Gott der Bibel ist der souveräne und personale Schöpfer Himmels und der Erde. Er ist nur gut, in ihm ist nicht einmal ein Schatten von Finsternis. Der Teufel als Gegenspieler ist kein Widersacher auf Augenhöhe: Er ist nur ein gefallenes Geschöpf, sein endgültiges Ende stand von Anfang an fest und ist durch den Kreuzestod Jesu besiegelt – hier wurde der endgültige Sieg über den Teufel errungen. Frieden wird nicht durch eine Balance zwischen Gut und Böse erreicht, sondern durch die bewußte Entscheidung für das Gute und die endgültige Vernichtung des Bösen durch Gott selbst.

Die Jedi als esoterisch-buddhistischer Orden

Manches an den Jedi erinnert an das christliche Mönchtum – die Kutte, die strengen Regeln, die Unterteilung in Schüler und vollwertige Mitglieder, die (vermeintliche) Unabhängigkeit von den Umständen, die Verteidigung eherner Prinzipien.

Viele dieser Aspekte sind nicht auf ein christlich geprägtes Mönchtum beschränkt, und die Bedeutung von Meditation, das “sich einlassen” auf die Macht, erinnert eher an Esoterik und Buddhismus denn an christliche Glaubenspraxis.

Das Böse

Das “Böse” ist in der Star Wars-Saga über die Verwendung der dunklen Seite der Macht definiert. Die zentale Identifikationsfigur des Bösen ist der Kanzler und spätere Imperator Palpatine alias Lord Sidious. “Es [ist] wichtig für die Logik der gesamten sechs ‚Star Wars‘-Episoden, dass das Böse eben nicht als ein starrer Pol gegenüber einem eindeutig Guten daher kommt, sondern als Konstellation” (Brinkemper, Telepolis). In den Episoden II und III ist der Ausführungsgehilfe des späteren Imperators der ehemalige Jedi Count Dooku. Am Ende von Episode III nimmt Anakin diese Stelle ein, indem er sich auf die dunkle Seite der Macht einläßt und zu Darth Vader wird. Später soll Luke Skywalker diese Stelle einnehmen, weigert sich aber, nachdem er Darth Vader besiegt hat, diesen umzubringen – und durchbricht damit die schicksalhafte Wiederholung der Ereignisse.

In der “Bekehrung” Anakins zur dunklen Seite der Macht kann man Parallelen zur Verführung des Menschen durch den Teufel sehen, wie sie die Bibel beschreibt. Palpatine käme in einer solchen Übertragung die Rolle Satans zu, der Anakin verführt. Und tatsächlich klingen die Versprechungen Palpatines an die der Schlange im Paradies an: “Ihr werdet sein wie Gott, erkennend Gut und Böse” (1Mose 3,5).

Genauso läßt sich die Parallele zu Goethes “Faust” ziehen: Palpatine hier in der Rolle des Mephisto, der dem nach Macht und Einsicht strebenden Anakin in der Rolle des Faust beides verspricht – und ihn mit der Aussicht ködert, seine größte Angst besiegen zu können: den Verlust Padmés als ihm lieber Person. Anakin hat zwar mit der dunklen Seite der Macht die Möglichkeit, Menschen vom Tod zu bewahren – aber nicht gegen deren Willen (siehe Padmé am Ende von Episode III). Und hier eröffnet sich eine weitere Parallele zum “Faust”: Die letzte Begegnung zwischen den beiden erinnert stark an die letzte Begegnung zwischen Faust und Gretchen – “Heinrich, mir graut vor Dir!” wird hier zu “Ich kenne Dich nicht mehr”.

Selbstaufopferung und Erlösung

Die mit Sicherheit stärkste Parallele zum Christentum liefert das Motiv der Selbsthingabe für die Freunde, das uns mehrfach in der gesamten Geschichte begegnet:

Obi-Wan Kenobi gibt sein Leben für die Freiheit der anderen. Sein Tod ist etwas mysteriös, doch er ist nicht das Ende. Eine Art Auferstehung scheint stattzufinden. Dasselbe gilt am Ende für Anakin Skywalker. Seine Selbstopferung rettet Luke und ihn selbst, und auch er erlebt eine Art Auferstehung.

Wilkinson, S. 156

Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Der Erlöser-Gedanke taucht in vielen anderen Filmen und Sagen ebenfalls auf, ein gerade in christlichen Kreisen dafür bekanntes Beispiel ist der erste Teil der “Matrix”-Trilogie (mit wesentlich weitergehenden Parallelen zur Bibel als das bei Star Wars der Fall ist). Außerdem unterscheiden sich die Erlöser-Figuren in Star Wars doch sehr deutlich vom Messias der Bibel: Während man weder Obi-Wan noch Anakin nachsagen kann, daß sie in ihrem Leben sündlos waren (dasselbe gilt für die meisten anderen Erlöserfiguren in Film und Literatur), trifft das auf Jesus Christus zu. Und es ist gleichzeitig die Voraussetzung für Sein Erlösungshandeln: Nur weil er völlig ohne Sünde war, konnte Er unsere Sünden auf sich nehmen und stellvertretend für uns mit dem Tod dafür bezahlen.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man sich zur Star Wars Saga stellt: Man kann sie als Spinnerei abtun oder davon begeistert sein, man kann sich von den Filmen sehr gut unterhalten lassen und sich an den cineastischen Details erfreuen oder die tiefen Fragen hinter der Handlung suchen.

Tatsache ist: Star Wars ist die erfolgreichste Filmserie aller Zeiten – weit über das Kino hinaus. Und es bietet die Möglichkeit, mit Menschen über die großen Themen des Lebens ins Gespräch zu kommen – vorausgesetzt, sie lassen sich darauf ein. Es gibt sicherlich bessere Filme für diesen Zweck, aber es gibt sicher auch Menschen, bei denen Star Wars gerade richtig ist.

Star Wars ist weit davon entfernt, christliche Inhalte in sich zu vereinen. Der Mythos bedient sich hemmungslos verschiedener religiöser Anleihen, auch aus dem Christentum, und er stellt einer technik- und fortschrittsgläubigen (westlichen) Gesellschaft eine Transzendenz, eine Realität jenseits des rein Materiellen, gegenüber. Damit bedient er unser Verlangen nach Religion, nach einem Sinn hinter der Welt, wie wir sie erfahren können.

Aber es gehört wesentlich zum Konzept und zum Erfolgsgeheimnis von Star Wars dazu, hier stehenzubleiben. Die transzendente Komponente wird lediglich angesprochen, aber nicht mit Inhalt gefüllt. Die Frage nach Sinn und Ziel bleibt unbeantwortet.

Nicht nur den Grund für unser Fragen nach Sinn und Ziel können wir von der Bibel her beantworten (“auch die Ewigkeit hat Gott in das Herz der Menschen gelegt”, Pred 3,11) – die Bibel gibt auch Antworten auf diese grundlegenden Fragen des Lebens. Und an dieser Stelle sind wir als Christen gefragt, unseren Glauben authentisch zu leben, Suchenden und Fragenden Rede und Antwort zu stehen und ihnen ein Wegweiser zu sein.

Literatur

Wilkinson, David (2001): Möge die Macht mit uns sein. Die spirituelle Sehnsucht in den Star Wars-Filmen. Brunnen Verlag, Basel und GießenTill