Die Sängerin Nina Hagen, 56, über Tante Muschel, Jesus Christus und polnisches LSD

Nina Hagen: Oh ja! Ich wollte unbedingt wissen, ob es Gott gibt.

Ein ungewöhnlicher Wunsch für einen Teenager in der DDR.

Diese Sehnsucht hatte ich seit meiner Kindheit. Als wir auf dem Land gelebt haben, hatte ich häufig Angst, wenn es draußen dunkel wurde. Dann hat meine Tante Muschel mit mir gebetet, und das war toll, ein Stück Himmel auf Erden. Danach war nichts mehr mit Angst. Als Zwölfjährige habe ich mich intensiv mit der Bibel beschäftigt. Ich habe gelesen, dass Jesus Menschen heil- und gesundgemacht hat. Das hat mich fasziniert. Ich war auf einer intensiven Suche nach diesem unbekannten Wesen Gott. Und mit 17 habe ich ihn gefunden.

Wie ist Ihnen das gelungen?

Durch ein Nahtod-Erlebnis. Ich bin gestorben, kurz mal im Heimatland der Seele aufgetaucht, habe Gott um Hilfe gerufen, und er hat geantwortet und mich gerettet. Diese eine Nacht mit Jesus Christus bestimmt mein ganzes Leben. Die Sängerin, der Mensch, der ich geworden bin, bin ich geworden, weil ich mich danach gesehnt habe, mit dem lieben Gott eine Beziehung einzugehen.

Bei Ihrer Nahtod-Erfahrung ist auch LSD im Spiel gewesen.

Stimmt. Da sieht man mal wieder, dass Gottes Wege mysteriös sind!

Es heißt doch, in der DDR habe es keine Drogen gegeben?

Doch, die gab es. Freunde aus Warschau hatten das LSD mitgebracht.

Hatten Sie auch weltliche Jugendträume?

Sicher. Ich wusste sehr früh, dass ich Sängerin werden will. Schauspielerin wollte ich auch sein. Tausendmal habe ich meine Mama auf der Bühne gesehen, auch in Musicals – meine Mutter fluchend als Blumenmädchen auf der Bühne, das war genial!

Als 19-Jährige hatten Sie mit „Du hast den Farbfilm vergessen“ einen Hit in der DDR. Ist in dem Moment der Sängerinnentraum wahr geworden?

Der wurde schon in dem Moment wahr, in dem ich die Einladung bekam, im professionellsten Background-Chor der DDR unter Leitung von Reinhard Lakomy mitzusingen. Der Hit war nebensächlich. Sicher, es war toll, bekannt zu sein. Danach gingen Kinder als Nina Hagen zum Fasching, das war sehr lustig. Aber der größte Herzenswunsch war immer, mit Jesus auf der Bühne und im Leben zu stehen.

Sie haben früh zu Gott gefunden, sich aber erst 2009 taufen lassen. Warum?

Das stimmt so nicht. Ich habe mich schon 1981 mit meinem Baby Cosma in L. A. taufen lassen, von einem Musiker. Der war zwar nicht geweiht, aber ein Priester im Herzen.

Warum wird Gott ein Mensch?

Eine Geschichte erzählt von einem Bauern – Name und Ort unbekannt – nennen wir ihn Bauer Paul aus Nordfriesland!  Hier ist seine Geschichte:
Bauer Paul glaubte überhaupt nicht an Gott und machte keinen Hehl aus seinem Unglauben. Seine Frau …