Am 31. Januar 1892, vor 121 Jah­ren, ging Charles Had­don Spur­geon Heim zu sei­nem Herrn Jesus, von dem er seit sei­nem 16. Lebens­jahr unauf­hör­lich pre­digte.

Pre­di­gen war seine Lei­den­schaft, der er sich mit gan­zer Hin­gabe wid­mete. Und das, was er vor über 120 Jah­ren pre­digte, wird heute noch gele­sen, geliebt und gehört.

Spurgeon Teil 1/2 – Charles Haddon Spurgeon
1834-1892
Englischer Baptistenpastor- und Prediger

Spurgeon – Dienstanweisung an die Gemeinde:
Teil 1:

Wie Christus einmal in der Welt war, so soll es heute seine Gemeinde sein. Christus kam nicht in die Welt, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen, nicht um sich hofieren zu lassen, sondern um Menschen zu erretten. Seine Gemeinde wird, wenn sie ihren Dienst recht versteht, wissen, dass sie nicht hier ist, um Reichtum und Ehre zu sammeln, oder um sich Achtung und Stellung in dieser Zeit zu verschaffen. Sie soll auf Erden selbstlos leben und, wenn nötig, selbstlos sterben, für die Errettung sündiger Menschen. Christi Gebet am Kreuz war durch und durch selbstlos. Der Herr nahm darin keinen Bezug auf sich selber. So sollte auch das Gebet sein, das im Leben der Gemeinde zum Ausdruck kommt, nämlich das tatkräftige Eintreten der Gemeinde für die Sünder. Sie soll nicht für ihre Prediger oder für sich selbst leben, sondern stets für die verlorenen Menschenkinder.

Kannst du dir vorstellen, dass Gemeinden nur zu dem Zweck gegründet werden, einen Prediger zu unterhalten ? Dass die Gemeinde nur dazu da ist, die Gehälter für ihre leitenden Männer aufzubringen ? Meine Brüder, wenn sich der Zweck einer Gemeinde darin erschöpft, ist es besser, man schafft sie ab.

Gemeinden sind nicht dazu geschaffen, dass redegewandte Männer sich am Sonntag erheben, Vorträge halten und ihr täglich Brot von ihren Bewunderern verdienen. Es geht um etwas ganz anderes. Stätten der Anbetung werden nicht gebaut, damit du dich bequem hinsetzen und dir etwas anhören kannst, das den Sonntag verschönt. Eine Gemeinde, die nicht wohltut in den Wohnhöhlen und Elendsvierteln der Städte, ist eine Gemeinde ohne jede Daseinsberechtigung. Eine Gemeinde, die nicht dem Heidentum entgegentritt, das Böse bekämpft, Irrlehren überwindet, Lüge ans Licht bringt; eine Gemeinde die sich nicht auf die Seite der Armen stellt, Ungerechtigkeit anprangert und Gerechtigkeit öffentlich vertritt, hat keine Existenzberechtigung.

Nicht für dich selber, liebe Gemeinde, bist du da, so wenig, wie Christus für sich selber da war.

Sein Ruhm war es, der auf Ansehen und Würde verzichtete, und die Gemeinde wird ebenfalls ihren Ruhm finden, dass sie darauf verzichtet und es sich als eine Ehre anrechnet, die Ausgestoßenen zu sammeln und inmitten von Schmutz und Schlamm nach den kostbaren Perlen zu suchen, für die Jesus sein Blut vergoß. Seelen von der Hölle zu erretten und zu Gott zu führen zur Hoffnung zum Himmel das ist ihr himmlischer Beruf. Dass sich die Gemeinden dessen immer bewußt wären !

Laßt ihr die Bischöfe und Prediger, laßt sie ihre Bischöfe und Prediger unterstützen und laßt um Christi willen alles ordentlich und anständig zugehen, aber sorgt dafür, dass das Entscheidende geschieht; die Bekehrung der Haltlosen, Unterrichtung der Unwissenden, Hilfe für die Armen, Aufrechterhaltung des Rechts, Überwindung des Unrechts und Abwehr aller Gefahren für Königtum und Krone unseres Herrn Jesus Christus. Das Gebet Christi war auf ein großes geistliches Ziel ausgerichtet. Nur das wird für die Leute unter dem Kreuz erbeten, was ihre Seelen betrifft:
„Vater, vergib Ihnen.