Steffen & The Sound Of Eternity


Mein Name ist Steffen und eine meiner frühesten Erinnerungen ist die Autofahrt weg von meinem Vater, als sich meine Eltern gerade getrennt hatten. Zu diesem Zeitpunkt war meine Mutter zwanzig und ich zweieinhalb Jahre alt. Die nächsten 17 Jahre habe ich mit ihr im Haus meiner Großeltern gelebt. Meine Mutter war wie eine große Schwester für mich. Meinen Vater besuchte ich manchmal in den Ferien. Die Beziehung zwischen meinen Eltern war für ein getrenntes Paar vorbildlich, nie sagte jemand ein böses Wort über den anderen, im Gegenteil, sie gingen immer sehr freundschaftlich miteinander um. Die Liebe und die Geschenke, mit denen ich von allen Seiten fast überschüttet wurde, halfen mir, die Situation eines alleinerzogenen, in Wirklichkeit von dreien (Oma, Opa, Mutter) erzogenen Kindes, in diesen modernen 70er Jahren als völlig normal anzunehmen. Ich empfand sie sogar als bessere Alternative zu den Kinderschicksalen aus unglücklichen Ehen. Mir ging es ja, von außen betrachtet, auch ziemlich gut. Innen drin war es wohl manchmal etwas anders. Ich hatte während meiner ganzen Kindheit viele Krankheiten und häufig Alpträume und Kopfschmerzen. Das Gefühl allein zu sein ist mir bis heute unangenehm, auch wenn ich diese Einsamkeit andererseits suche und brauche.


Ich fühlte mich zu der ausklingenden Hippiebewegung und der gerade entstehenden Punkära stark hingezogen. Anderssein wurde zu einem Ideal für mich, die Musik der Punk-Bewegung und später des New Waves vertonten dieses Lebensgefühl. Damals habe ich auch angefangen, Schallplatten zu sammeln. Mit ungefähr zwölf Jahren habe ich mich mit einem ähnlich denkenden Schulkameraden angefreundet, was maßgeblich meine und seine Entwicklung prägen sollte. Im Werkstatt-Keller meines Großvaters haben wir das erste Mal aus einem großen Eimer Pattex die leichtflüchtigen Dämpfe „eingeschnüffelt”, um uns zu berauschen. Um uns beide herum entstand nach kurzer Zeit eine Clique aus jungen drogeninteressierten „Gesellschafts-Verweigerern”. Wir gingen nach der Schule auf Klautouren durch die Kleinstadtgeschäfte, trafen uns zu handfesten Trinkgelagen hinter der städtischen Kläranlage und experimentierten mit dem Inhalt der Arzneimittelschränke unserer Eltern herum. Dort fanden wir Beruhigungsmittel wie Valium oder Aufputscher wie Ephedrin. Auf unseren Parties wurde selbstverständlich immer Alkohol getrunken, oft bis zur Alkoholvergiftung. Als ich vierzehn Jahre alt war, hatte ich also bereits umfangreiche Drogenerfahrungen gemacht. Wir gründeten eine Punkband mit dem Namen „Contra”, deren Name Programm war und in unserem Heimatstädtchen eine zweifelhafte Popularität erlangte. Unsere Übungstreffs waren eigentlich Sauf- und Drogenpartys. Musikalisch waren wir natürlich ziemlich schlecht, aber um die Musik ging es bei dieser Band nur in zweiter Linie, wir sahen uns als Außenseiter einer verhassten Gesellschaft. In diesem Umfeld machte ich meine ersten sexuellen Erfahrungen; zuerst mit der Freundin eines Freundes und dann mit anderen Mädchen aus der Clique. Es war üblich, dass die Mädels und Jungens in unserer Clique untereinander tauschten, daher habe ich das damals nicht als besonders schlimm empfunden. In dieser Zeit vor Aids war eine freizügige sexuelle Gangart allgemein akzeptiert. Ich war oft verliebt, aber richtig geliebt habe ich nicht. Und doch sehnte ich mich irgendwie nach einem beständigerem Leben.


Eines Tages, kurz bevor ich fünfzehn wurde, habe ich vor meinem „Stiefonkel” (mein Vater hatte inzwischen wieder geheiratet) geprahlt, welche Drogen ich schon alles genommen habe. Der war selber noch sehr jung und ein richtiger Hardrocker mit Lederjacke und langen Haaren. Er sagte: „Mensch Junge, die Tabletten und das Schnüffeln werden Dich ganz schnell zerstören, da solltest Du lieber mal was kiffen, – das ist besser für Geist und Körper.”


Die Gegend, aus der er kam, war damals eine Hauptader des innerdeutschen Drogenhandels und so hatte er immer verschiedene Sorten zu rauchen daheim. Oft spürt man beim ersten Mal Haschischrauchen nichts, deshalb haben wir an diesem Abend solange gekifft, bis endlich die Wirkung eintrat. Ich erinnere mich an schwarzen Afghanen aus einer Purpfeife, roten Libanesen aus der Wasserpfeife und grünen Marokkaner aus einer normalen Tabakpfeife. Als ich schließlich etwas spürte, kam der „Törn” gleich so heftig, dass es mir ziemlich schlecht ging. Ich nahm alles wie in einem verzerrtem Antidrogenfilm wahr, mit Echos und allem Drum und Dran. Alle Geräusche waren verstärkt und ich dachte mir nur, jetzt bin ich also voll drogenabhängig.


Ich habe dann auch erst mal ein paar Monate gar keine Drogen mehr angerührt, bis ich ein Mädchen kennenlernte, die sehr viel kiffte. Da fing ich dann richtig damit an.


Über die nächsten Jahre bin ich zu einem Dauerkiffer geworden. Ich fühlte mich ziemlich cool dabei und war auch in meinem ganzen Alltagsleben, Schule, Ausbildung und Freizeit fast immer stoned. Ich dachte, ich hätte alles voll im Griff und kiffte, um mich zu entspannen. Zu dieser Zeit war ich auch schon ziemlich aktiv im Partyleben unterwegs. Die „No Future”-Mentalität steckte noch in mir drin und deshalb war meiner Meinung nach nur folgerichtig: Spaß konsumieren und auf dem Vulkan tanzen, bevor alles den Bach hinuntergeht. Unsere Clique spaltete sich damals in zwei Lager, die Kiffer, die eher punkig bis new-wavig und politisch links waren und die Alkis, die Bierkästen bei Rockabillysound „vernichteten” und eher ins rechte Lager schwenkten. Mein Freund, mit dem ich meine Drogenkarriere begonnen hatte, entschied sich ziemlich exzessiv für den Alkohol, während ich, ebenso exzessiv dem Haschischkonsum frönte und dies auch verteidigte.


So verkiffte und verfeierte ich meine Zeit bis zum Schulabschluss. Immerhin hatte ich das Fachabitur geschafft, was mir später mein Studium ermöglichen sollte. Als ich 19 Jahre alt war, sind meine Mutter und ich aus dem Haus der Großeltern ausgezogen und nach München gegangen.Hier kam ich in ganz andere Kreise. Die New Wave Generation ging dem Ende zu und ab etwa 1985 breitete sich ein Sixties-Psychedelic-Revival mit illegalen Partys, Konzerten in privaten Übungsräumen und chemischen Drogen über Süddeutschland aus. Unsere Partylocations wurden immer ausgeflippter und abenteuerlicher: eine alte Coca Cola-Fabrik in München, mittelalterliche Keller in Nürnberg, leerstehende Häuser in Fürstenfeldbruck, ein altes Kino in Gammelsdorf. Die Szene war plötzlich voll auf Speed und ständig unterwegs auf „wichtigen” Partys oder Konzerten. Speed (Amphetamin) und Koks wurden zum Lifestyle, das Düstere der Gothicbewegung mischte sich mit der verzweifelten Verneinung der Sixties-Punks und der abgehobenen psychedelischen Rauschfreudigkeit der Hippies. Die Stooges, Doors und die Sonics, aber auch neue Bands wie die Fuzztones, Lyres und Miracle Workers lieferten die Filmmusik zu unserem drogendurchtränkten Alltag.


Ich war nicht so ganz der begeisterte Koks- oder Speedfan, also kiffte ich weiter und nahm sporadisch LSD und Pilze. Ich wollte keine Droge, die mich schneller machte, sondern etwas, was mich aus dieser kalten Realität, wie ich sie empfand, herauszog, hinein in eine farbige, verspielte und harmonische Umgebung. Deshalb traf mich Acidhouse, der erste Ausläufer der Technobewegung, auch wie ein Hammer. Alles war plötzlich anders. Wir nahmen glücklichmachende Pillen (Extasy), welche ein völlig neues Gemeinschaftsgefühl erzeugten, feierten in bunt geschmückten Fabrikhallen und ausgefallensten Locations mit ungebremster Energie. Partys fanden über Tage hinweg statt und zwischen den Feierwütigen schien es eine Vertrautheit und eine geheime Übereinkunft darüber zu geben, dass man sich über alle alten Normen hinwegsetzen muss. Dies übte auf mich einen gewaltigen magnetischen Reiz aus. Ich beendete die Beziehung zu meiner damaligen Freundin, um frei zu sein für neue Erfahrungen. Dass ich einer neuen Illusion aufsaß, habe ich nicht bemerkt. Damals war die Idee einer großen Techno-Familie für mich absolut glaubwürdig. Ich dachte, ewig so weiterfeiern zu können und meinte, den richtigen Lebensweg gefunden zu haben. Jedes Wochenende feiern. Von meinen damaligen Freunden der Nacht sind einige inzwischen durchgeknallt, körperliche Wracks oder tot. Bei ihnen hat sich das ein oder andere Mittelchen in die Synapsen reingefressen und sie aus dem fröhlichen Leben rausgeschnalzt. Oder AIDS. Sie sind plötzlich einfach nicht mehr erschienen, zum unbeschwerten, aber eben doch gefährlichen Wochenendvergnügen. Ich habe mir damals keine Gedanken darüber gemacht. Höchstens: Irgendwann muss jeder mal aussteigen. So oder so. Und: Lieber kurz und intensiv leben. So ein Leben a la MTV-Clip, schnell geschnitten und laut. Und dann tschüss. Warum es mich nicht „zerlegt” hat, habe ich damals nicht begriffen.


Nebenher habe ich im gesellschaftlich akzeptierten Parallel-Leben meinen Job zum Geldverdienen gehabt. Unter der Woche war ich fast bürgerlich. Nur eine dauerhafte Beziehung zu einer Frau fehlte zu meinem „Glück”. 1992 lernte ich diese Frau dann in der Arbeit kennen. Sie war nicht Technoparty-orientiert und nahm, bis auf Alkohol auch keine Drogen. Dadurch schraubte ich mein Partyleben ein wenig zurück, habe aber, ob meiner inzwischen gigantischen Plattensammlung, angefangen, selber als DJ aufzulegen. So konnte ich mich immer noch ins Partyleben einklinken und gleichzeitig eine geregelte Beziehung führen. Gekifft habe ich weiterhin und mein Traumleben aufrechterhalten. Ich fühlte mich dabei einigermaßen glücklich. Was ich nicht gemerkt habe, war, dass ich nicht das wahre Leben gelebt habe, sondern als Image-Marionette rumgehampelt bin.


In mir drin war trotzdem eine Leere, die ich mit lauter Musik, Drogen und Sex zu füllen suchte. Ich wollte nicht wahrhaben, dass ich eigentlich einsam bin. Wir alle sind einsam, wenn wir uns von dem Wesentlichen abgewendet und entfernt haben und uns selbst in den Mittelpunkt gestellt haben. Ich führte ein extra-krasses Leben, um mich selbst zu bestätigen. Dabei wurde ich immer rücksichtsloser und habe bewusst oder unbewusst andere oft verletzt; und bin tiefer und tiefer in ein sündhaftes Leben voller illegaler Laster zugunsten meiner Selbstverwirklichung gerutscht. „Tu was Du willst”, sagte der Satanist Aleister Crowley einmal. Ich spürte irgendwie, dass diese Ichbezogene Richtung ein falscher Weg ist, aber habe mir dies damals noch nicht eingestanden. Ich dachte, ich sei anders unterwegs als die Spießer und die „Bösen”, weil ich wenigstens versuche, gut und nett zu meinen Mitmenschen zu sein. In diese Richtung habe ich gedacht, aber die Wahrheit war hinter mir. Da, wo ich nicht hinschauen wollte.


12 Jahre hat es meine „Frau”, mit mir ausgehalten. In dieser Zeit habe ich viele schöne Momente erlebt, erfolgreich ein Studium absolviert, aber auch sehr viele Euros verkifft und mich mindestens einmal beinahe um mein eigentlich armseliges Leben gebracht. Das war, als ich vor eine heranrasende Trambahn geradelt bin. Bei diesem Unfall ist mir eingefallen, an was ich als Kind oft gedacht habe: Ich habe wohl einen Schutzengel, der immer auf mich aufpasst. Da, wo andere einen Arm, Bein, ihre Beweglichkeit oder ihr Leben für immer verlieren, hatte ich den ersten kleinen Armbruch meines Lebens. Ziemlich unspektakulär, denn ich war nur eine Woche im Krankenhaus. Heute weiß ich: Gott hat mich von Anfang meines Lebens an beschützt. Und das, obwohl ich nicht richtig an ihn glaubte. Meine größte Dummheit und Sünde war, dass ich mich von Gott als Mittelpunkt meines Daseins abgewendet hatte und mich selbst und andere Dinge an die oberste Stelle gesetzt habe. Aber Gott wollte mir diese und alle anderen Sünden vergeben, bevor ich selber überhaupt realisierte, dass ich diese Vergebung brauche. Ich hab nämlich vor lauter Bekifftheit überhaupt nichts gecheckt und es als selbstverständlich hingenommen, dass alles irgendwie gerade noch gut verläuft. Der gefährlich hochmütige Glaube, dass ich anscheinend „ein gutes Karma” gepachtet habe, resultierte aus meiner Sympathie zum Buddhismus. An Gott glaubte ich nur als ein „göttliches Prinzip”, welches in allen Dingen wirkt: bin ich mehr gut als schlecht, dann ist auch die Welt um mich herum, also das unpersönliche Gottesprinzip, mir wohlgesonnen. Ich dachte, alles funktioniert nach einem Ursache-Wirkung Prinzip…dass ich glaubte, anderen Menschen gegenüber wohlwollend und freundlich zu sein, war wohl meist eine Wunschvorstellung, denn wie oft hegte ich innerlich Groll gegen andere Menschen oder betrog sie sogar.


„Alle sind abgewichen, sie sind alle verdorben, da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.” (Psalm 14,3 und Römer 3,10-12)


Um nicht als festgefahren und dumm zu gelten, hatte ich irgendwann angefangen, die Bibel zu lesen. Quasi, um zu wissen, gegen was für einen dogmatischen, veralteten Gott ich da immer diskutiere. Mein Vater, den ich nur selten traf, war vor geraumer Zeit „gläubig” geworden und leitet nun in Rumänien ein Kinderheim für Zigeunerkinder. Das bewundere ich sehr. Mit ihm hatte ich einige Diskussionen gehabt und gemerkt, dass vom Konfirmationsunterricht nicht viel an Bibelwissen übriggeblieben ist, außer, dass Jesus wohl der perfekte Mensch war. Aus der Kirche war ich, allein des Geldes wegen, inzwischen natürlich längst ausgetreten. Was ich jedoch nicht ganz begriff, war, wieso der christliche Glaube meines Vaters, den ich ja als „zu simpel” und falsch ansah, ihn befähigte, so über sich selbst hinauszuwachsen. Ich wusste nämlich, dass er in vieler Hinsicht ein „großer Sünder” gewesen war…dass dies umso mehr auch für mich zutraf, wollte ich nicht wahrhaben. Sünde (Zielverfehlung, Abkehr von Gott) und Hochmut (sich selbst zum Mittelpunkt der Welt machen) definierte ich damals anders als die Bibel und glaubte deshalb, mein Leben ist auch ohne Gott in Ordnung. Den Unterschied zwischen Religion und christlichen Glauben kannte ich nicht.


Durch das Bibellesen lernte ich jedoch immer mehr von Gottes Plan und seinem wahren Charakter kennen. Die Vorstellung, dass Jesus wirklich gelebt hat und sich aus lauter Liebe für die Menschheit geopfert hat, fand ich fast unglaublich. Ich musste daran denken, wie es mich als Kind immer angerührt hatte, dass Winnetou sich für Old Shatterhand in den Kugelregen geworfen hatte und für ihn sein Leben gab. Und Jesus sollte das nicht nur für seinen engsten Freund und Bruder, sondern für alle Menschen, also sogar für seine Feinde getan haben? Das fand ich zwar faszinierend, aber konnte keinen Bezug zu meiner Person herstellen, da ich ja meinte, dieses Opfer gar nicht nötig zu haben.


Als sich meine Freundin jedoch „plötzlich” nach 12 Jahren Partnerschaft von mir trennte, kam bei mir der Absturz bis ganz auf den untersten Boden der Tatsachen. Meine ganze Liebe hatte ich auf diese Frau projektiert. Zuerst zerbrach mein Herz und dann alles andere. Mein Leben lag in Scherben vor mir. Ich sah auf einmal, dass die Beziehung zu dieser Frau mein einziger Halt gewesen war, mein stetiger Drogenkonsum mich ohne diesen Halt umbringen würde und ich, bald ohne Wohnung, vor einem zertrümmerten schäbigen Leben stand. Ich wollte nicht mehr weiterleben, bzw. dachte daran, mich so sehr gehen lassen, dass ich einfach durchdrehe und in der Klapse lande. Alles, was mir wertvoll erschien, war verloren. Ich litt in dieser Zeit sehr, weil ich das Gefühl der Verlorenheit deutlich spürte. Am schlimmsten dabei empfand ich, dass ich um meine Schuld an dieser Situation wusste. Ich hatte nicht nur alles verloren, sondern war selber verloren: Stück für Stück hatte ich mich im Laufe von Jahrzehnten dorthin manövriert. Da musste ich endlich erkennen, dass nicht ich der Herr über die Situation bin, sondern jemand anders.


„…und rufe mich an am Tag der Not, ich will dich erretten und du wirst mich verherrlichen.” (Psalm 50,15)


In der Bibel war von einer Person Gottes die Rede, und die Möglichkeit, diese Person auch kennenzulernen. Wenn Gott wirklich als Jesus Christus Mensch geworden ist und sich für meine Sünde geopfert hat, war dies meine letzte Chance. Ich erinnere mich, wie ich verzweifelt zu Jesus gefleht habe, mir doch in meiner Not zu helfen und mir ein neues Leben zu geben. Und obwohl ich weit von Gott entfernt war, hat er mir geantwortet. Zuerst sprach er durch meine Halbschwester zu mir, dann schickte er mir meinen Vater zu Besuch vorbei und schenkte mir schließlich christliche Freunde, die auf die eine oder andere Art zu mir passten und mir halfen. Zu diesem Zeitpunkt war mein Glaube an die Beziehung, die Gott zu mir aufbaute, noch ganz klein, wie ein dünner Faden. Aber ich spürte, dass dieser Faden einen festen Halt bietet und meine einzige Hoffnung ist. Deshalb hielt ich mich an diesem Faden fest, nahm Jesus als meinen Erretter an und bat ihn, mir den für mich richtigen Weg zu zeigen. Seitdem hat Gott in meinem Leben vieles bewirkt und verändert. Er hat mir nicht nur eine gute und sehr günstige Wohnung gegeben und mich innerhalb sehr kurzer Zeit von der Kiff-Sucht befreit. Auch stand er mir in vielen kritischen Situationen bei und hat in mein Herz Freude und Liebe zu anderen Menschen gegeben. Mehr und mehr werde ich gewahr, dass, wenn ich zu ihm bete, ich auch immer eine Antwort erhalte. Manchmal fallen die Antworten nicht so aus, wie ich es erwarte, aber ER zeigt mir, dass er mir zuhört und mir wohlwollend und liebevoll beistehen wird. Ich weiß, Gott meint es sehr gut mit mir. Ich habe auch einige ungewöhnliche „Wunder” erlebt, die ein Nichtchrist immer als „unglaubliche Zufälle” abstempelt. Dadurch wurde mir bewusst, dass Gott jederzeit eingreifen und den Lauf der Dinge ändern kann.


Ich muss aber gestehen: Mein Leben ist leider nicht auf einen Schlag vollkommen geworden; – im Gegenteil, ich weiß heute mehr denn je, wie fehlerhaft und verbesserungsdürftig ich bin bzw. mein Weg ist. Aber ich weiß auch, dass Gott mir auf dem Weg zu ihm beistehen will, weil er mich liebt.


Meine Handlungen und Taten sind oft falsch und sündhaft, doch ich will mich immer wieder neu an Jesus Christus ausrichten und mich durch ihn verbessern lassen. Eines Tages wird auch mein Körper einmal sterben „…wie es den Menschen bestimmt ist einmal zu sterben, danach aber das Gericht” (Hebräer 9,27). Gott sei Dank wird meine Seele errettet sein und das ewige Leben haben, weil ich an Jesus Christus glaube. „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat… Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet…” (Johannes 3, 15ff)


Bis vor kurzem hätte auch ich vor diesem Gericht gestanden, weil ich mich von Gott abgekehrt und ihn aus meinem Bewusstsein verdrängt hatte. Die Beziehung zu Gott fehlte mir, dabei ist der Schöpfer als Jesus Christus extra hergekommen und hat sich aufgeopfert, um diese Beziehung wieder herzustellen und mir ein neues Leben voller Liebe zu schenken. Er hat alle meine Schulden bezahlt. Egal, ob jemand Drogen nimmt, Parties feiert, depressiv ist oder Theologie studiert. Jeder Mensch braucht diese Errettung.Steffen


electric.christ [at] gmail.com

Kommentare

  1. pirateheart

    *hutzieh*

    einmal hat eine fremde frau nach meiner taufe gesagt: jetzt brauche ich nie mehr angst zu haben!! damals habe ich kein wort vertanden, heute aber kann ich des unterschreiben: gott ist gut. gott ist da. gott lässt dich nicht los…
    ich wünschte ich könnte dem steffen auch soetwas zurufen. aber ich weiss ja dass er bei euch in guten händen ist.
    aloha heeeee

  2. nichts

    nichts

    Egal, ob jemand Drogen nimmt, Parties feiert, depressiv ist oder Theologie studiert. Jeder Mensch braucht diese Errettung.

    Steffen

    Dann doch lieber Gesunde Ernährung, Sport und Parties.

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