#2 Schöpfung oder Evolution: Nichtreduzierbare Komplexität

Was ist "Nichtreduzierbare Komplexität"? Wie so oft in der Wissenschaft verbirgt sich auch hinter diesem kompliziert klingenden Begriff ein relativ einfacher Sachverhalt.
Er wird benutzt in der Diskussion, wie wir Menschen und die anderen Lebewesen entstanden sind. Bist du das Ergebnis eines ziellosen Zufallsprozesses(Evolution) oder ein gewolltes Geschöpf Gottes(Schöpfung)?

Um Licht in die Angelegenheit zu bringen, muss man die Art und Weise verstehen, wie die Evolutionstheorie die Entstehung des Menschen erklärt. Wichtig sind dabei zwei biologische Mechanismen: Mutation und Selektion.

Unter Mutation versteht man, dass sich die Arten von Generation zu Generation immer ein bischen verändern. Zum Beispiel kann die Augenfarbe der Tochter anders sein als die der Mutter. Oder die Beine des Sohnes langsamer bzw. schneller als die des Vaters.

Selektion sortiert diese entstandenen Unterschiede dann aus. Man kann sich das an der folgenden kleinen Geschichte vorstellen: Vor langer Zeit sitzen zwei Männer beim Angeln am See. Plötzlich kommt ein Löwe aus dem Gebüsch und stürmt auf die beiden zu. Sie rennen schleunigst davon, aber der eine ist etwas schneller als der andere. So kommt es tragischerweise dazu, dass der Langsamere vom Löwen eingeholt und aufgefressen wird. Der Schnellere hat überlebt und kann sich mit einer Frau fortpflanzen. Er gibt dabei seine Gene weiter, so dass in der nächsten Generation die Menschen ein Stückchen schneller sind als in der vorigen Generation, da ja der Langsame seine Gene nicht mehr weitergeben konnte.
Ähnliche Beispiele können haufenweise angeführt werden und erklären viele Veränderungen an den Lebewesen. So können sich nur diejenigen Eulen mit einem besseren Gehör fortpflanzen, weil sie genügend Beute fangen. Nur diejenigen Bergziegen mit einem besseren Gleichgewichtssinn können sich fortpflanzen, weil sie den Weg über die schmalen Felsvorsprünge meistern und nicht abstürzten.

Lebewesen mit "Selektionsnachteilen" (z.b. Schlechtes Gehör, langsame Beinen) sterben nach und nach aus, Lebewesen mit "Selektionsvorteilen" (z.b. gutes Gehör, schnelle Beine) bevölkern mehr und mehr die Erde.
So entstehen nach der Evolutionstheorie immer bessere und effizientere Tiere und schließlich das Übertier Mensch.

Das ist grundsätzlich einleuchtend. Vorgänge wie oben beschrieben finden tatsächlich statt und man kann sie als wissenschaftlichen Fakt ansehen. Deshalb sind solche Tatsachen genauso auch im wissenschaftlichen Gegenmodell zur Evolution – dem "Intelligent Design" – berücksichtigt. Trotzdem muss man aber noch ein zweites mal hinsehen, um zu erkennen, wie weitreichend diese biologischen Mechanismen (Mutation, Selektion) sind. Oder mit anderen Worten: Wie komplex sind Lebewesen und Zellstrukturen, die sie hervorbringen können?
Und hier kommt das Stichwort "Nichtreduzierbare Komplexität" (oder auch "Irreduzible Komplexität") zum Tragen. Wenn man sich die heute lebenden Arten ansieht, beobachtet man sehr komplexe Strukturen und Organe. Ein Beispiel unter vielen ist das Auge. Seine Entstehung lässt sich aus den folgenden Gründen nicht mehr mit Mutation und Selektion erklären:

Für die Entstehung des Auges müssten viele zufällige Mutationen auf einmal stattfinden. Um ein funktionierendes Auge zu erhalten, müssen (vereinfacht) mindestens folgende Einzelkomponenten vorhanden sein:

-Sehzellen, die auf Lichtstrahlung reagieren und ein elektrisches Signal abgeben können
-Eine Hornhaut, die das einfallende Licht bricht
-Eine komplexe Linse, die ihre Form und Brechweite verändern kann
-Nervenbahnen zu der Linse, so dass sie vom Gehirn aus gesteuert werden kann
-Eine Fixierung der Linse, die sie an ihrem Ort hält
-Ein spezieller Teil im Gehirn, der die Linsenkrümmung sinnvoll steuern kann
-Eine geschlossene Kugel (Augapfel), die die Augenflüssigkeit festhält
-Nervenbahnen von den Sehzellen zum Gehirn, die das elektrische Signal weiterleiten
-Ein signalverarbeitender Teil im Gehirn, der das elektrische Signal als Lichtquelle identifiziert und dem Körper sinnvolle Anweisungen gibt, wie er sich verhalten soll, z.b.: "Lauf weg, das ist Feuer"
-usw.

Allein die zufällige Entstehung einer Linse oder einer Sehzelle ist höchst unwahrscheinlich(gerade heute, wo man immer mehr über die beachtliche Komplexität im Inneren der Zellen herausfindet). Aber angenommen, sie entsteht tatsächlich, dann hilft sie dem Körper kein Stück weiter, denn sie funktioniert nicht ohne die anderen notwendigen Teile. Ohne verarbeitende Einheit im Gehirn ist die Sehzelle wertlos. Fehlt auch nur eine der notwendigen Teilkomponenten, ist das komplette Auge wertlos. Mit anderen Worten: Das Auge ist "nichtreduzierbar komplex".
Auch der Gedanke, dass sich nach vielen weiteren Generationen dann auch die anderen notwendigen Teile dazuentwickeln, geht nicht auf. Denn eine Sehzelle, die nicht funktioniert, ist ein Selektionsnachteil. Der Körper muss sie mit Energie versorgen, ohne dass er einen Nutzen davon hat. Außerdem nimmt sie Platz weg. Das bedeutet, falls einzelne Teilkomponenten entstehen, werden sie schnell wieder aussterben, und zwar ironischerweise wegen des biologischen Mechanismusses der Selektion.

Der Fairness wegen muss zugegeben werden, dass bei weiteren Überlegungen das Problem im Falle des Auges verkleinert werden kann. So kann beispielsweise der Schritt von einer einzelnen Sehzelle am Anfang zu vielen sinnvoll angeordneten Sehzellen später durchaus mit den evolutiven Mechanismen erklärt werden. Darüberhinaus kann das Auge strenggenommen auch ohne Linse funktionieren. Trotzdem gibt es bei weitem keine hinreichende Erklärung für die Entstehung solch komplexer Organe.

Ähnliche Beispiele nichtreduzierbarer Komplexität können in der Natur massenhaft beobachtet werden. Vom Flügel eines Vogels über die allererste lebende Zelle bis hin zu Bakterien mit Antrieben, die unseren heutigen Motoren gleichen.

An sich ist die Entstehung neuer Strukturen durch Evolution schon sehr unwahrscheinlich, weswegen sie sehr große Zeiträume voraussetzt. Mit Überlegungen wie die der "Nichtreduzierbaren Komplexität" verkleinern sich die niedrigen Wahrscheinlichkeiten nochmals um ein Vielfaches. Die Selektion sorgt dabei sogar selbst dafür, dass die komplizierten Organe nicht entstehen.
Auch große Zeitspannen sind kein Argument für die Evolutionstheorie, solange sie keine biologischen Mechanismen beinhaltet, welche grundsätzlich die heutigen komplexen Lebewesen hervorbringen könnten.

siehe auch:
#1 Schöpfung und Evolution: Ring frei
#3 Schöpfung und Evolution: Die erste lebende Zelle

Quellen: Evolution – Ein kritisches Lehrbuch (Scherer, Junker)

Kommentare

  1. ali

    „Kein Biologe wird daran zweifeln,daß die Vielfalt von Bauplänen verschiedener Organe letztlich auf Mutationsvorgängen zurückzuführen ist. Der Nachweis hierfür ist jedoch außerordentlich schwierig.“

    „Neue Arten sind experimentell weder durch die schrittweise Anhäufung von Genmutationen noch durch die Induzierung einzelner progressiver Mutationen hergestellt worden. Hier liegt für die experimentelle Evolutionsforschung ein weites faszinierendes Arbeitsfeld.“
    Werner Gottschalk, Allgemeine Genetik, Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 1994, 4. Auflage, S. 274

    „Es ist wahr, daß niemand eine neue Art oder Gattung durch z.B. Makromutationen geschaffen hat. Es ist ebenfalls wahr, daß niemand auch nur eine einige Art durch Selektion von Mikromutationen erzeugt hat.“
    „… Deshalb muß anerkannt werden, daß in der Evolution durch Mikromutation, mit der doch die Populationsgenetik so erfolgreich umgeht, nicht etwas wirklich Neues erreicht werden kann.“ R.B.Goldschmidt, Theoretical Genetics, Bercley, California, 1955, S. 481 [Das Buch ist im Internet als PDF-Datei frei zugänglich http://www.archive.org/details/theoreticalgenet00gold%5D In diesem Buch ist das
    letzte Kapitel „Genetic Theory and Evolution“ sehr aufschlußreich.]

    „Eine Theorie lehrt, beobachtet werden kann, wie viele lebende Tiere im Laufe der Zeit eine im Wandel unterliegen, so daß neue Arten entstehen. Dies kann die „Spezielle Theorie der Evolution“ genannt werden und sie ist in einigen Fällen durch Experimente nachgewiesen. Auf der anderen Seite gibt es die Theorie, daß alle lebende Formen auf dieser Erde aus einer einzigen Quelle entstanden sind, die ihrerseits aus einer anorganischen Form ge-
    kommen ist. Diese Theorie kann man die „Allgemeine Theorie der Evolution“ nennen. Doch das sie stützende Beweismaterial ist nicht stark genug, um es uns zu erlauben, in ihr mehr als eine Arbeitshypothese zu sehen. Es ist nicht klar, ob die Änderungen, die Spezialisierung hervorbringen, derselben Natur sind wie diejenigen, die die Entstehung neuer Gattungen gebracht haben. Die Antwort (auf das Evolutionsproblem) wird man in der Zukunft durch experimentelle Arbeiten und nicht durch dogmatische Behauptungen finden, daß die allgemeine Entwicklungstheorie richtig sein muß, weil es nichts anderes gibt, das ihren Platz in zufriedenstellender Weise ausfüllen könnte.“ (Prof. Kerkut)

    Kerkut war so ehrlich zuzugeben, dass es sich bei manchen Behauptungen um
    Annahmen, handelt:
    • 1. tote Materie lebende Organismen hervorgebracht hat; das heißt, daß eine „Urzeugung“ (Entstehung des Lebens aus toter Materie) stattfand;
    • 2. diese Urzeugung sich nur ein einziges Mal ereignet hat (auf dieser Annahme bauen alle weiteren auf);
    • 3. Viren, Bakterien, Pflanzen und Tiere alle untereinander verwandt sind;
    • 4. die Protozoen (Urtierchen) die Metazoen (Mehrzeller) hervorgebracht haben;
    • 5. die verschiedenen wirbellosen Stämme untereinander in Beziehung stehen;
    • 6. die wirbellosen Tiere die Wirbeltiere hervorbrachten;
    • 7. innerhalb der Gattung der Wirbeltiere die Fische die Amphibien, die Amphibien die Reptilien und die Reptilien die Vögel und Säugetiere hervorbrachten.
    Kerkut war Professor an der Southhampton Universität in England und lehrte vergleichende Biochemie und Physiologie.

  2. U.-N. D.-Meister

    Zunächst einmal finde ich es gut, dass Sie Ihrer eigenen Forderung zur Nennung der Argumente der selbsternannten Evolutionskritiker nachkommen. (In Ihrer Antwort auf meinen anderen „Leserbrief“ hielten Sie ja diese Homepage nicht für den richtigen Ort dafür.) Denn gerade wenn man bei den Argumenten in die Tiefe geht, sieht man sehr schnell, warum wie bemängelt, in den Medien nicht auf die Argumente im Detail eingegangen, sondern nur über die Sachverhalte sowie die Hintergründe der Evolutionskritiker berichtet wird. Allein für die Vermittlung, was Nichtreduzierbare Komplexität darstellen soll, wie Evolution nach den Vorstellungen von Kreationisten funktioniert und dem Anriss eines Beispiels, werden hier etwa 3 DIN A4-Seiten benötigt. Und das bereits ohne ins Detail zu gehen und ohne Gegenargumente aufzugreifen. Ich hoffe daher, dass ich mich in meinen Erwiderungen kurzgenug fassen kann.
    Fangen wir zunächst einmal mit einer leichten Korrektur der kreationistischen Darstellung von Evolution an, die in Teilen auch Ihrer Kurzbeschreibung zugrundeliegen zu scheint.
    Mutation beispielsweise verändert nicht wie geschrieben „die Arten von Generation zu Generation“, sondern findet immer nur bei einzelnen Individuen statt. Erst wenn sich Mutationen durch Fortpflanzung verbreiten und innerhalb der Population oder Teilpopulation einer Art durch Selektion zu Gunsten anderer Gene anhäufen, kann man dies überhaupt als Änderung einer Art oder Teilpopulation bezeichnen. Diese feine aber wichtige Differenzierung wird besonders seitens der Kreationisten bzw. im Konzept des Intelligent Designs gerne unterschlagen. Hier wird dem Artenbegriff – bezeichnet als Grundtypen – eine Form von eigenständiger Entität zugeordnet, die es nicht gibt. Mutation ist immer eine Sache des Individuums. In diesen und ähnlichen Detailfragen weichen kreationistische Darstellungen der Evolution gerne von dem ab, was die Evolutionslehre wirklich aussagt, um dann auf diesen Fehldarstellungen ihre Gegenargumente aufzubauen. So wird in diesem Fall durch die Definition von Arten bzw. Grundtypen eine künstliche Grenze gezogen innerhalb der Evolution zum Schein akzeptiert wird. Das Individuum bzw. dessen Genom kennt jedoch diese Grenze nicht – woher auch – noch kennt die Evolutionslehre irgendeinen Mechanismus, der Mutationen derart beschränkt. Kreationisten erschaffen diesen Mechanismus durch die Unterteilung der Evolution nach kurzfristigen und längerfristigen Ergebnissen – genannt Mikro- und Makroevolution. Evolution innerhalb der Art sei möglich, eine weiterreichende Evolution hin zu anderen Arten sei nicht möglich. Die allen evolutionären Entwicklungen zugrundeliegenden Mechanismen – primär Mutation und Selektion – sind jedoch für alle diese Fälle die gleichen.So verbirgt sich in Wirklichkeit hinter dem Begriff der Mikroevolution die Ablehnung bestimmter Formen der Mutation. Dies umfasst alle Arten von Mutationen die einen Zugewinn von Eigenschaften bedeuten. Dies schwankt dabei sehr abhängig von der Ausprägung des Kreationismus. Im Intelligent Design sind die Grundtypen erschaffen und lediglich durch Verlust von Eigenschaften und Selektion wandelbar, während andere Strömungen sogar Änderungen von Eigenschaften akzeptieren, aber eben nur soweit dass sich Teilpopulationen genetisch nicht zu weit voneinander entfernen. Allen gemeinsam ist, dass Mikroevolution signifikante und vor allen Dingen wissenschaftlich belegte Formen der Mutation im Kleinen komplett ausschließt. Dies wird so natürlich nicht gesagt. Die Vorstellung eine Mutation verändere eine Art wird also verwendet um ein laienhaftes Bild von evolutionären zu schaffen, welches man nach außen hin akzeptiert, während man diese in Wirklichkeit ablehnt.
    Mutationen sind auch nicht ausschließlich Selektionsnachteile oder –vorteile. Dies ist ebenfalls ein Punkt der von Kreationisten gerne überspitzt dargestellt wird um damit gegen Evolution zu wettern. Es wird zum Einen argumentiert, dass die meisten Mutationen negativ oder gar tödlich für das betroffene Lebewesen sind, was dann eine positive Entwicklung nahezu unmöglich mache. Der geneigte Leser oder Zuhörer hinterfragt dies kaum, da es der vermeintlichen Alltagserfahrung entspricht: Mutiert irgendetwas entstehen Krebs oder gar Verkrüppelungen. Andere Mutationen kennt man kaum, da sie nicht auffallen. Einfache Berechnungen zeigen jedoch zum Einen, dass es vollkommen egal ist, wie hoch der Anteil für die Vermehrung nachteiliger Mutationen ist. Solange die generelle Vermehrung der Lebewesen durch eine hohe Mutationsrate nicht gefährdet ist – also die Anzahl der Nachkommen pro Generation nicht generell kleiner ist als die Vorgeneration – und generell „positive“ Mutationen existieren, findet Evolution statt. Denn diese werden weitergegeben und akkumulieren sich, während „negative“ Mutationen automatisch ausgemerzt werden. Zum Anderen ist die Unterscheidung zwischen „positiven“ und „negativen“ Mutationen aus denen sich Selektionsvorteile oder -nachteile ergeben zu einseitig. Nicht jede Mutation hat direkte oder indirekte Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit eines Lebewesens. Einige Mutationen wirken sich nur positiv aus, wenn bestimmte Umweltfaktoren vorliegen. Liegen andere vor, dann wirken Sie sich negativ aus. Viele Mutationen kommen überhaupt nicht zum Tragen – besonders bei sich geschlechtlich fortpflanzenden Lebewesen, bei denen quasi jedes Gen doppelt vorliegt – oder erst, wenn weitere Mutationen stattgefunden haben. Nehmen wir beispielsweise die beiden Männer beim Angeln. Nur wenn es dort Raubtiere gibt ist der schnellere Mann im Vorteil, ansonsten ist seine Schnelligkeit von keiner weiteren Bedeutung. Aber die Fähigkeit schneller laufen zu können kommt nicht einfach so daher, wie es dieses einfache Beispiel suggeriert. Sie resultiert aus physiologischen Veränderungen. Er hat beispielsweise kräftigere Muskeln oder längere Beine. Dafür braucht er dann aber mehr Energie, mehr Nahrung, weil mehr Muskelmasse vorhanden ist, was Ihm in einem besonders strengen Winter sogar zu einem echten Selektionsnachteil geraten könnte. Wahrscheinlich überleben aber beide, da sie gemeinsam den Löwen töten und sich mit seinem Fleisch auf einen kalten Winter vorbereiten. Hier hätte sich dann das besser entwickelte Gehirn durchgesetzt. Wie dies im Einzelfall auch ausgeht, so ist doch eines klar. Es gibt derzeit über 7 Milliarden Menschen, die mit Ausnahme von Zwillingen alle unterschiedliche Gene haben. Und die meisten Unterscheide wirken sich weniger auf Ihre Fortpflanzungsfähigkeit aus als soziale Aspekte. Mutationen sind nicht generell negativ oder positiv.
    Und so kommen wir zu Ihrem Abschlusssatz in der Erläuterung der Evolution: „So entstehen nach der Evolutionstheorie immer bessere und effizientere Tiere und schließlich das Übertier Mensch.“ Dies ist eine extrem kreationistisch geprägte Aussage. Schon von Anfang an wurde „survival of the fittest“ – das Überleben der am besten angepassten Individuen –fehlinterpretiert. Wer am besten angepasst ist, entscheidet sich immer am Individuum. Und bei sich ständig ändernden und miteinander konkurrierenden Selektionsfaktoren ist klar, dass es das am besten angepasste Individuum nicht gibt. Nach der Evolutionstheorie entstehen nicht immer bessere und effizientere Tiere, sondern immer an die aktuellen Umweltbedingungen besser angepasste Lebewesen. Ob das schnellere Tier oder das besser getarnte Tier überlebt ist mehr oder weniger Zufall, in jedem Fall aber von den Umweltfaktoren abhängig. Dies hat nichts mit der gepriesenen Höherentwicklung zu tun. Es gibt nicht die höher entwickelten Augen. Tiere, die in der Nacht gut sehen werden am Tag geblendet. Wer ist diesbezüglich höher entwickelt, die Eule oder der Falke? Wir sehen natürlich komplexere Lebewesen als höher entwickelt – korrekter weiterentwickelt – an als einfache lichtempfindliche Zellansammlungen bei Plattwürmern. Aber wenn ein Organ nicht gebraucht wird, dann geht es schnell wieder verloren, egal wie weit entwickelt es einmal zu sein schien. Treten extreme und plötzliche Änderungen der Umweltbedingungen auf, dann sind es häufig die einfachsten Lebewesen, welche die höchste Fitness aufweisen. Besonders Einzeller haben hier ihre Vorzüge. Oder wer würde einfachen pelzigen Nagetieren angesichts gigantischer Dinosaurierpopulationen bescheinigen die nächste Stufe der Evolution zu sein. Und so ist auch der Mensch nicht das Ergebnis einer evolutionären Höherentwicklung zum „Übertier“, sondern lediglich Nachkomme sich über Jahrmilliarden weiterentwickelnder Lebewesen die das Glück hatten, immer zu ihrer Zeit so gut an die Umwelt angepasst zu sein, dass sie sich fortpflanzten. Der Mensch als Krone der Schöpfung ist ein rein kreationistisch, oder besser gesagt religiöses, in jedem Fall egozentrisches Bild. Im Angesicht der Evolutionstheorie gibt es keine derartige Einteilung. Die Höherentwicklung die wir empfinden ist lediglich ein Nebenprodukt der konstanten Umweltbedingungen auf unserer Erde.
    Nachdem nun das kreatinistische Evolutionsbild zurechtgerückt worden ist, widmen wir uns der nichtreduzierbaren Komplexität. Denn wie Sie erwähnt haben werden einige wissenschaftliche Fakten beispielsweise im Intelligent Design anerkannt. Dies ist jedoch nicht korrekt. Es wird versucht den Eindruck zu erwecke. In der Realität wird, wie in den vorherigen Absätzen von mir gezeigt, durch falsche Darstellungen und Fehlinterpretation der Eindruck zu erwecken offiziell Wissenschaft und Evolution prinzipiell anzuerkennen. Einige Dinge die nicht bestreitbar sind werden zum Schein oder in falscher umgedeuteter Form akzeptiert. Andere auf der Erfahrung oder dem natürlichen Weltbild der Menschen basierende Vorstellungen werden verwendet, um Falschaussagen des Intelligent Design weiter zu untermauern. Nur so kann die breite Masse der nicht bis in jedes Detail mit den wissenschaftlichen Zusammenhängen vertrauten aber generell gebildeten Menschen überzeugt werden.
    Irreduzible Komplexität ist ein weiteres Beispiel wie dies versucht wird. Zunächst einmal ist jedem einleuchtend, dass ein System welches auf alle seine Komponenten angewiesen ist mit dem Fehlen auch nur einer diese Komponenten nicht mehr funktioniert. Zu argumentieren, dass ein Teil / System eines Lebewesens irreduzibel komplex ist, und daher sich nicht entwickelt haben kann ist aber eine ganz andere Sache. Genau genommen wird damit argumentiert, dass man durch weglassen einzelner Komponenten ein nutzloses System erhalten würde welches aufgrund seiner Komplexität nicht evolviert sein kann, da die nutzlosen Zwischenstufen keinen Evolutionsvorteil erbracht hätten. Betrachten wir mal das beschriebene irreduzibel komplexe Auge. Natürlich funktioniert es nicht, wenn man eine Komponente weglässt, besonders auf der angesprochenen Ebene der Sehzellen, Linse und ähnlichen komplexen Subsystemen. Geht man jedoch auf die kleinste Ebene so findet man schnell Teile, die nicht unbedingt benötigt werden. So hat das menschliche Auge 3 Typen von Sehzellen für Farben. Lassen wir eine, bzw. das entsprechende Molekül dafür weg erhalten wir einen Menschen mit Rot-Grün-Sehschwäche. Das System Auge ist damit weiterhin irreduzibel komplex, und erfüllt ohne die fehlende Komponente seine komplette Funktion nicht mehr. Dennoch ist es ein funktionierendes Auge, welches einmal einen Evolutionsschritt für ein wenige Farben unterscheidendes Lebewesen zu einem mehr Farben unterscheidendem Lebewesen bedeutet hat. Schon allein unter diesem Gesichtspunkt ist die Argumentation der Irreduziblen Komplexität für die Evolution des Auges nicht mehr haltbar. Um zu belegen, dass ein Organ irreduzibel komplex sei müsste der Argumentierende sämtliche kleinsten Bauteile und sämtliche Komponenten und möglichen Evolutionswege auf einem schrittweisen Weg überprüft und ausgeschlossen haben. Das hat von den Kreationisten, die ein derartiges Fehlwissen über Biologie und Evolution aufweisen niemand nicht einmal ansatzweise getan. Aber auch das Auffinden eines in diesem Sinne wirklich irreduzibel komplexen Systems kann Evolution nicht ausschließen. Nehmen wir als Beispiel eines Steintorbogens. Er ist gemäß der Definition im Hinblick auf seine Einzelteile irreduzibel komplex. Entfernt man irgendeinen Stein so bricht der Bogen zusammen. Im Sinne der Argumentation gegen die Evolution kann dieser Bogen nicht Stein für Stein aufgestellt – äquivalent zu evolviert – worden sein. Nun stelle man sich einen gezimmerten Holzbogen vor, der als Vorlage gedient hat um die Steine in Position zu halten, bis der gesamte Bogen steht. So könnten die Steine alle nacheinander aufgestellt worden sein. Jetzt ist der Holzbogen weg, und der Steintorbogen sieht so aus, als könne er nicht Stein für Stein gebaut worden sein. Und dennoch wurde er es. Überträgt man diese Erkenntnis auf die Evolution, so kommen zu allen bestehenden Komponenten des Auges auf dem Weg seiner Evolution noch unzählige Bauteile hinzu, die über die Zeit weggefallen sind. Und dann noch Teile die geändert worden sind, so dass das Auge erst irreduzibel geworden ist. Einem System kann seine irreduzible Komplexität durch Hinzufügen und statt durch Weglassen von Komponenten genommen werden. Dies wird von kreationistischer Seite gerne vollkommen außer Acht gelassen. Des Weiteren können Komponenten des Systems bereits in anderen Systemen entstanden und genutzt worden sein. Dann ist zwar das untersuchte System irreduzibel komplex, einer evolutionären Entwicklung spricht dennoch nichts entgegen. Es finden sich sicher noch andere Beispiele, jedoch sollte bereits an dieser Stelle klar geworden sein, dass irreduzible Komplexität in keinster Weise ein Beleg gegen Evolution ist.

  3. Helfer

    Anmerkung

    Grüße,
    ein kurze Anmerkung zu deinem Artikel:

    Zitat:
    Unter Mutation versteht man, dass sich die Arten von Generation zu Generation immer ein bischen verändern. Zum Beispiel kann die Augenfarbe der Tochter anders sein als die der Mutter. Oder die Beine des Sohnes langsamer bzw. schneller als die des Vaters.

    Dies ist leider falsch.

  4. ali

    wo würden wir hinkommen, wenn wir jedem hobbyevolutionisten
    eine plattform für seine unbegründeten ideen gäben? in den irrgarten der unbeweisbaren evolutionstheorien. da wollen wir nicht hin. wir glauben an die schöpfung.
    hinweis auf ein forum, auf dem alles bis ins unkenntliche zerredet wird, auf dem fast jeder unsinn sein sicheres plätzchen findet: jesus.de

    hier wollen wir das nicht. danke für dein verständnis.
    ali

  5. whatever

    na was ist los? könnt ihr nicht kontern oder wieso verschwindet mein vorheriger brief in den tiefen der zensur? schade hätte gern gehört wie ihr euch zu wehren  versucht…

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