Gefangen im Web

„Ich bin drin“: Boris Becker umgarnt den Verbraucher, der ohne Internetzugang, aber mit Fernseher mindestens diese Werbung kennt. 60% aller Deutschen sind bereits drin.


Das Internet bietet viele vorteilhafte Möglichkeiten, man braucht es nicht zu verteufeln. Wir haben zum Teil Zugriff auf Informationen aller Art, können unaufschiebbares Allerlei schnell erledigen und unter Umständen auch mal eine Diplomarbeit runterziehen (und das ist nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten).


Aber das ist nicht alles. Viele die drinnen sind, kommen offenbar nicht mehr so leicht raus. Man liest es manchmal auf den Blickfängern an der nächsten Hauswand: Internetsüchtig? Sie auch?“ Und so weiter.


Warum möchte jemand am liebsten nur noch drinnen sein? Und wenn nicht am liebsten, warum dann so oft und so lange? Egal wer, es gibt die unterschiedlichsten Gründe: Farbloser Alltag, Schulstress, Arbeitsstress, langweilige oder gar keine Freunde, abwesende Eltern … oder vielleicht auch nur die Entscheidung, den bequemsten Weg des Vergnügens zu gehen. Manchmal steht ein seelisch schwerwiegendes Problem dahinter. Etwas vor dem man tatsächlich irgendwie flüchten muss.


Das Internet bietet Fluchtwege aller Art. Hört sich das vorteilhaft an? Das ist es nicht. Obwohl es wie der bequemste Fluchtweg aller Zeiten aussieht. Langeweile, Krisen, Konflikte … wer seine Freizeit online verbringt, geht diesen Lebens – oder Alltagssituationen konsequent aus dem Weg. So unterschiedlich die Gründe sein mögen – die Folgen sind es nicht.


Ohne Maß benutzt ist das Internet eine Droge. Sie ist bunt, schnell, interessant, vielseitig, zieht einen magisch an, und kostet neben Geld und Zeit noch ganz andere Dinge. In den meisten Fällen hat sie einen umfassenden Rückzug aus den wichtigsten Lebensbereichen zur Folge. Man kann das auch als soziale Isolation bezeichnen. Diese fügt einem Menschen mehr Schaden zu als alles andere.


Was dabei völlig unterwandert wird, ist die natürliche Form der Kommunikation. Chats sind unglaublich beliebt. Der Flirtchat, der Nettchat, der Sorgenchat, der Dunkel – oder Hellchat … Egal, irgendetwas spricht einen immer an, beziehungsweise irgendjemand. Ersetzen Smilies ein Gesicht? Jemanden anschauen, reden, zuhören, antworten, den anderen wieder anschauen, Gesten, Tonfälle, Stimmlagen, Mimiken, Tränen der Freude und der Trauer – all diese Eindrücke … Wo ist die Person? Sind Menschen so uninteressant? Oder so gefährlich?


Für manche mag das Internet in seiner Gesamtheit eine Auswegmöglichkeit darstellen. Zum Abschalten oder zum Kommunizieren, wenn sie es nicht anders können oder wollen. Man bekommt sicher hier und da einige gute Denkanstöße, aber kaum für alles und für immer Hilfe. Darum geht es. Für alles und für immer Hilfe. Menschen brauchen sie, um sich zum Beispiel sicher zu fühlen, klüger zu werden, fröhlich zu sein, Ängste zu beseitigen und so fort. Im Normalfall sorgen Mitmenschen dafür. Sie sind sich dessen oft gar nicht bewusst. Manchmal reicht ein einziger Blick aus, um einem anderen Menschen Sicherheit zu geben.


Das Internet schafft das nicht. Es kann viel, aber nicht mal soviel wie ein unvollkommener Mensch. Diese Fähigkeit Sicherheit vermitteln zu können, ist mehr wert als das, was ein PC leistet. Wenn aber ein Mensch, der durch seine Schwächen andere anödet oder verletzt, selbst das vermag – was kann dann ein Gott nach dessen Bilde er geschaffen wurde? Sehr viel mehr, wahrscheinlich. Er ist voll guten Willens Langeweile auszuschalten, Sorgen zu töten und Intelligenz zu befriedigen (damit ist nicht die Aneignung spezifischen Fachwissens gemeint).


Es gibt also bessere Alternativen für Menschen, die surfen um vor irgendetwas zu flüchten. Beten ist manchmal so etwas wie chatten mit Gott. Man kann ihn nicht sehen und seine Antworten kommen nicht pauschal postwendend, aber garantiert für den, der sie hören möchte. Und sie sind niemals falsch.


Die Worte der Bibel sind lebendig. Sie sprechen Menschen an. Probier es aus.

Kommentare

  1. chris

    es stimmt, die Zahlen sind schon etwas veraltet.. aber das ändert nichts an der Aussage – das Thema ist noch aktueller als es bei der Erstellung des Artikels war.
    Du übernimmst zwangsläufig Gedanken aus deiner Umwelt – die Frage ist nur was wir in unseren aufnehmen wollen/reinlassen oder nicht. Das geschieht teils bewußt, teils unbewußt. Wir haben uns entschieden unseren Kopf nicht mit Medien-Verblödung zu füllen, sondern mit dem Wort Gottes. Dafür haben wir Gründe und das tun wir bewußt.
    Womit füllst du dich und warum?

    Lg, Chris

  2. fallen_Seraph

    alter Schinken

    Warum landet dieser völlig veraltete Artikel wieder auf der Startseite? Die Statistik stimmt längst nicht mehr (die „Onliner“ haben die „Offliner“ zahlenmäßig längst überholt), und das Problem der Internetsucht ist bekannt.

    Um Bezug auf einen Abschnitt des Textes zu nehmen: Ohne Maß benutzt, ist euer Christentum ebenfalls eine Droge. Es verleitet dazu, fremde (größtenteils blödsinnige) Gedanken zunehmend kommentar- und kritiklos zu übernehmen bis man nicht mehr Verstand hat als ein Junkie im Vollrausch und macht einen Ausstieg sicher nicht leichter als der aus einer „richtigen“ Drogensucht…

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