Die Zehn Gebote – Gottes Maßstab

Die Zehn Gebote haben für die Mehrheit der Menschen immer noch Gültigkeit. Über alle Konfessionsgrenzen hinweg sehen 66% sie als für ihr tägliches Leben verbindlich an, wie eine Umfrage der Zeitschrift Reader’s Digest ergab. Selbst unter denen, die sich zu keiner Religion bekennen, sind es noch 45%, welche die Zehn Gebote gut finden. Doch nur die wenigsten können mehr als ein paar davon Gebote aufsagen. Immerhin etwa jeder zweite kennt das fünfte Gebot: „Du sollst nicht töten.“


Bei den Befragten gab es starke Unterschiede im Bekanntheitsgrad der einzelnen Gebote – neben „Du sollst nicht töten.“ fiel ihnen vor allem das siebte Gebot „Du sollst nicht stehlen.“ (38%) ein, gefolgt vom sechsten Gebot „Du sollst nicht ehebrechen.“ (37%). Deutlich seltener wurden das vierte Gebot „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ (26%) und das neunte Gebot „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.“ (25%) genannt.


Beinahe unbekannt ist der Umfrage zufolge das zweite Gebot. An „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen“ erinnern sich nur 4% der Bevölkerung. Auch das dritte Gebot – „Du sollst den Feiertag heiligen“ – ist kaum mehr im Bewusstsein (5%). Die repräsentative Umfrage unter 1.008 Teilnehmern hatte das Meinungsforschungsinstitut Emnid in Deutschland durchgeführt.


Die Zehn Gebote sind die Grundlage unserer allgemeinen Ethik. Das Grundgesetz unseres Staates ist ebenfalls darauf aufgebaut. Die Umfrage macht deutlich, dass die Menschen die Zehn Gebote als Maßstab irgendwie im Bewusstsein haben, vielleicht ohne, dass man es merkt.


„[…] da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen.“ (Römer 2,15)


Einem Menschen der sie alle halten kann bin ich bisher noch nicht begegnet. Der Grund weshalb Gott die Gebote gegeben hat ist, uns zu zeigen, dass wir es einfach nicht schaffen danach zu leben.


„Darum, aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“ (Römer 3,20)


Durch den Versuch, die Gebote einzuhalten, kommt man Gott nicht näher. Gott möchte, dass man ihm seine Schuld und Unfähigkeit eingesteht und ein Leben im Vertrauen auf ihn führt.

Kommentare

  1. chris

    Hi Rike,
    eine gute Frage, die du gestellt hast – über diese Frage hat Paulus sogar einen ganzen Brief geschrieben: den Römerbrief. Da kannst du mal reinschauen, da wird das Thema groß und breit behandelt.

    Das Gesetz kannst du dir so wie Gottes Maßstab vorstellen, an dem man erkennen kann, wie es um das eigene Leben ausschaut. In dem Sinne ist es schon dazu da, dass ich erkenne, dass ich vor Gott ein Sünder bin, der Vergebung und Errettung nötig hat. Wenn ich das einmal erkannt habe, ist dieser Maßstab natürlich nicht plötzlich aufgehoben, sondern er gilt nach wie vor für mein Leben. Aber Gott möchte nicht, dass wir unser Leben damit verbringen, Gebote zu befolgen, sondern er möchte, dass wir eine Beziehung zu Ihm haben. Deswegen hat Jesus auch unsere Schuld bezahlt, damit wir eben nicht mehr unter der Verurteilung des Gesetzes stehen, weil wir sonst nie mit Ihm Gemeinschaft haben könnten.

    „Christus hat uns losgekauft von dem Fluche des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist.“ [Galater 3,13]

    Wenn wir unsere Schuld erkennen und Ihm bekennen, dann kann er uns deswegen (weil er die Schuld bezahlt hat) vergeben. Wenn unsere Schuld aus dem Weg ist, dann können wir eine Beziehung zu Gott haben – das Gesetz hat dann keine Macht über uns, sondern die Gnade. Wir leben dann nicht mehr, um ein Gesetz zu befolgen, sondern wir befolgen das Gesetz, weil Jesus in uns lebt. Jesus verändert uns, anstatt uns zu bestrafen. Ein Christ sagt nicht „ich muss“ oder „ich darf nicht“, sondern „ich will“ und „ich darf“.

    Lg, Chris

  2. Rike

    …Gebote um zu zeigen dass wir sie eh nicht einhalten können…

    Hi Conrad,
    ich versteh nicht so ganz: „Gott hat uns die Gebote gegeben, um uns zu zeigen, dass wir sie eh nicht einhalten können“. Ich hab das so auch schon mal woanders gehört, aber ich verstehs nich so ganz. Mir ist klar, dass wirs allein nicht auf die Reihe kriegen und umbedingt Jesu Vergebung brauchen. Aber sind die Gebote nicht doch dazu da, dass wir danach leben sollen? Jesus hat sie doch nicht außer kraft gesetzt, sondern sogar noch krasser gezeigt, was Gottes Wille ist und wie er möchte, dass wir so leben. Mir ist das ganze halt nicht so klar, weil es so aussieht: Gott gibt uns die Gebote und sagt dann: „Ha Ha, ihr seid ja alle zu blöd!“
    Vielleicht kannst dus mir noch mal erklären, wär nett.
    viele Grüße von Rike

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