Ein hoher Kaufpreis

Vor einiger Zeit bauten ein Vater und sein Sohn ein Modellschiff. Viel Liebe und Zeit, Kreativität und Ideen flossen in das Prachtwerk. Eines Tages kam dann der große Augenblick: Der Vater und sein Sohn – das Schiff stolz vor der Brust – zogen aus zum Fluss um das Schiff ins Wasser zu lassen.


Als sie es schließlich losließen trieb es unaufhaltsam mit der Strömung des Flusses. Es fuhr und fuhr. Vater und Sohn liefen daneben her und versuchten ihr Schiff noch zu retten, doch es nahm Kurs auf die Mündung des Flusses zur See. Die Krönung ihres gemeinsamen Schaffens geriet außer Sichtweite. Traurig gingen sie heim.


Wochen später schlenderten die beiden durch eine Einkaufsstraße. Sie wollten achtlos an einem unscheinbaren Schaufenster vorbeigehen. Doch aus einem Augenwinkel blitzte den Jungen im letzten Augenblick etwas an: sein Schiffchen! Der Junge war kaum zu halten, zog den Vater aus Leibeskräften in den Laden – noch bevor der richtig verstand. Doch dann fiel es auch ihm ins Auge: das verlorene Schiff! Der Junge stürmte zu dem Ausstellungsstück, umarmte es und jubelte. Er wollte schon wieder zur Tür hinaus, als der Ladenbesitzer mit geschäftigem Blick heranstürmte. „Das kostet 50 Euro! Das ist viel Geld, mein Junge!“ – „Aber … aber – das ist mein Schiff!“ Der Alte schüttelte das erhobene Haupt. „Ich habe es gefunden. Es muss jemand fortgeworfen haben.“ Fast kam so etwas wie Wut auf in dem Sohn. Doch der Vater zückte den Geldbeutel.


Wieder auf der Straße hält der Junge sein Schiff stolz und fest in den Armen. „Du Papa?!“ – „Ja, mein Junge.“ „Eigentlich gehört uns das Schiff jetzt zweimal!“


So ist es auch mit Gott: Auch Gott hat einen Sohn, von dem schon im Alten Testament ständig die Rede ist – z.B.: „Ich war dabei, als Gott den Himmel formte, als er den Horizont aufspannte über dem Ozean, als die Wolken entstanden und die Quellen aus der Tiefe hervorsprudelten, als er das Wasser in die Schranken wies, die das Wasser nicht überschreiten durfte, als er das Fundament der Erde legte – da war ich als Kind an seiner Seite. Ich erfreute mich an Gott und seinen Werken, ich spielte auf seiner Erde und war glücklich über die Menschen.“ (Sprüche 8,27-31).


Gemeinsam mit dem Vater formte der Sohn die Erde. Die Bibel beginnt mit der Schöpfungsgeschichte. Als Höhepunkt wird der Mensch erschaffen. Gott spricht in der Wir-Form: „[…] Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, uns ähnlich! […]“ (1. Mose 1,26)


Schon bald gehen die Menschen auf eigenen Kurs. Sie töten, sie morden. „[…] da ist keiner, der Gutes tut […]“ (Römer 3,12) schreibt viele Jahrhunderte später der Apostel Paulus an die Gemeinde in Rom. Und im Johannes-Evangelium wird beschrieben, wie sehr sich Gott wieder nach einer intakten Beziehung zum Menschen sehnt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ (Johannes 3,16).


Noch einmal Paulus im Römerbrief: „Um unsere Schuld zu sühnen, hat Gott seinen Sohn am Kreuz für uns verbluten lassen. Das erkennen wir im Glauben und darin zeigt sich, wie Gottes Gerechtigkeit aussieht. In seiner Geduld hatte Gott ja bis dahin die Sünden der Menschen ertragen, um sie jetzt um Jesu Willen zu vergeben und damit seine Gerechtigkeit zu erweisen. So steht fest, dass Gott allein gerecht ist und nur den von seiner Schuld freispricht, der an Jesus Christus glaubt.“ (Römer 3,24-26)


Deshalb gehört, wer an Jesus Christus glaubt, eigentlich zweimal Gott: Weil Gott ihn erschaffen hat – und weil er ihn mit dem Blut seines Sohnes „erkauft“ hat.

Kommentare

  1. alin

    “1Kor 1,30 Aus ihm aber seid ihr in Christo Jesu, der uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlösung;”

    “Kol 2,3 …Christus…in welchem verborgen sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.”

  2. Pegasus

    Sprüche

    Diese Zeilen (Sprüche 8,27-31( habt ihr – wie das bei euch so üblich ist – aus dem Gesamtzusammenhang gerissen! Diese Zeilen sprechen mitnichten von Jesus, sondern von Weisheit! Weisheit o.ä. als eine Person zu sehen ist ein beliebtes Stilmittel, nicht nur in der Bibel! Hier wird Weisheit als Gottes erstes Werk bezeichnet – kann schon mit Jesus nicht übereinstimmen, denn er wurde ja “gezeugt” und nicht “geschaffen”!

    Dass Gott in der Genesis im Plural spricht, deutet an, dass der jüdische Gott sich im menschlichen Denken ursprünglich aus mehreren Göttern entwickelt hat. Auch das Wort Elohim ist ürsprünglich ein Plural gewesen!

    Natürlich kann man in allen Schriften des AT Jesus hineininterpretieren… aber das entspricht genau dem Wunschdenken, das ihr Christen den Nichtgläubigen andauernd unterstellt!

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