Die Wahrheit über Mao


Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und gebeten, daß euch ein Mann, der ein Mörder war, geschenkt würde; den Urheber des Lebens aber habt ihr getötet, welchen Gott aus den Toten auferweckt hat, wovon wir Zeugen sind.


(Apostelgeschichte 3,14-15)


Man sprach von ihm als dem „Leuchtturm des Weltgeistes“ (Frankreichs Präsident Valéry Giscard d’Estaing), vom „Herz und Motor Chinas“ (CSU-Vorsitzender Franz Josef Strauß) oder vom „Titan unserer Zeit“ (US-Außenminister Henry Kissinger). Die 68er zitierten seine Verse auf Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg und Andy Warhol trug dazu bei, dass er zur im Westen zur Pop-Ikone wurde.


Die Rede ist von Mao Zedong. Eine neue Biographie die in diesen Tagen erscheint, räumt endgültig auf mit dem Image des großen Staatsmann und Philosophen. Heraus kommt, dass er wohl der größte Schlächter war, den die Geschichte gesehen hat. Man geht davon aus, dass er für den Tod von 70 Millionen Menschen verantwortlich ist. Dahinter verblassen sogar Hitler und Stalin.


Sein Leben ist ein einzigartiges Beispiel dafür, was geschieht, wenn ein Mensch von der Sucht nach Macht besessen wird und sich selbst zum Gott erhebt.


Von 1949 bis 1976 regierte er ganz China und damit gut ein Fünftel der Weltbevölkerung. Fast jede Familie in China hat Opfer zu beklagen, eine ganze Nation stürzte er ins Chaos. Doch damit nicht genug. Er riet Chruschtschow dazu, den Westen herauszufordern. Auch wenn durch einen Atomkrieg ein Großteil der Welt vernichtet würde. Wenigsten sei dann „der Imperialismus ausgelöscht und die ganze Welt sozialistisch.“


Auf dem Weg zur Macht war ihm jedes Mittel recht. 1930 griff er im Auftrag der Sowjetunion die chinesische Stadt Changsha an. Ihm machte es dabei nichts aus, daß sich seine Frau und ihre drei Kinder darin aufhielten. Sie wurde während der Militäraktion von Soldaten erschossen. Genossen, die ihm unbequem waren, ließ er liquidieren. Die finanziellen Mittel kamen zu 40 Prozent aus dem Drogenhandel.


Im Bürgerkrieg gegen Chiang Kai-shek zogen Maos Soldaten mordend durchs Land. Menschen, die als Großgrundbesitzer galten, wurden im besten Fall geschlagen, ansonsten in Salzwasser getränkt, mit heißem Öl überschüttet oder gesteinigt.


Nachdem der Marsch auf Peking geschafft war, lebte er in Luxus und Perversion. Junge Frauen mussten für seine taoistischen Sexualpraktiken herhalten. Im Koreakrieg bediente er sich der „Taktik der Menschenwelle“. Dabei ließ er die feindlichen Truppen so lange gegen seine Armee anrennen, bis denen die Munition ausging. Menschen hatte er ja genug. Ende der fünfziger Jahre startete er die Kampagne „Großer Sprung nach vorn“. Darin wollte er z.B. die Stahlproduktion Großbritanniens „in 15 Jahren einholen und überholen“. Dazu ließ er dann unter anderem Bauern ihre Töpfe und Woks zur Stahlgewinnung abgeben. Der Bezirk Henan mit seinen 900 000 Einwohnern hatte 220 Fälle von Kannibalismus zu verzeichnen, aus lauter Hunger und Verzweiflung. Wer in Verdachrt stand, Getreide zurückzuhalten, der wurde grausamst umgebracht. Einige wickelte man in Ochsenhaut ein, die man vorher mit Blut bestrichen hatte, die sich beim Trocknen zusammenzieht. Wenn man sie Stunden oder Tage auswickelte, zog sich die Haut mit ab.


Ein weiteres Experiment war 1966 die „Große Proletarische Kulturrevolution“. Lehrer wurden öffentlich erniedrigt, in Peking wurde eine 50-jährige Rektorin von ihren Schülerinnen mit kochendem Wasser übergossen und mit Gürteln ausgepeitscht. Die totale Überwachung und das Spitzelwesen zerstörte Familien und Freundschaften. Die Stadt Nanning, die sich ihm widersetzte, ließ er mit Napalm bombardiern.


Die Biographen sind sich einig. Sein entscheidendes Motiv war die Gier nach Macht.


Doch was machen wir Menschen? Wir feiern Massenmörder als große Philosphen! Wir wollen betrogen werden. So wie die gröhlende Menschenmenge am Kreuz nach dem Mörder Barabbas rief und Jesus verwarf, so verhält sich die überwiegende Mehrheit der Menschen auch heute. Man setzt die Hoffnung in die Versprechen machtgieriger Menschen oder man macht sich, wie Mao, selbst zum Gott.


Gäbe es Gott nicht, dann würde Mao ungestraft in die Ewigkeit gehen, doch ich bin davon überzeugt, dass er sich vor Gott verantworten werden muss.


Wem schenkst du das Vertraueb? Den Lügnern und Mördern unserer Welt dem Urherber des Lebens, Jesus Christus?


 


Quelle: Wiegrefe, Klaus: Der große Zerstörer. In: Der Spiegel Nr 40 / 1.10.05, S. 130-142. 

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