Kommt die totale Überwachung am Arbeitsplatz? Der Computerkonzern
Microsoft entwickelt nach Informationen der Londoner Zeitung „The
Times“ Programme, die es Unternehmen ermöglichen, nicht nur die
Produktivität, sondern auch die körperliche und emotionale Verfassung
von Mitarbeitern ständig zu kontrollieren.
In
den USA habe Microsoft einen Patentantrag für Computersysteme gestellt,
die mittels drahtlos arbeitender Sensoren die Leistungsfähigkeit von
Beschäftigten misst. Automatisch überwacht werden sollen unter anderem
Puls, Körpertemperatur, Blutdruck, Mimik und Gehirnimpulse. Das System,
das auch das Alter, Gewicht und Gesundheitszustand eines Beschäftigten
berücksichtigt, könnte nach Auffassung des Herstellers Frustration oder
Stress erkennen und Abhilfe anbieten. Datenschützer und Gewerkschafter
kritisieren diese Technologie, die eine neue Dimension der Überwachung
von Menschen am Arbeitsplatz darstelle. Der britische
Datenschutzexperte, Kronanwalt Hugh Tomlinson, sagte der Times, das
System stelle ernste Anfragen an das Eindringen in die Privatsphäre.
Gewerkschafter befürchten, dass Angestellte aufgrund einer
Computerauswertung ihrer physiologischen Verfassung ausgemustert werden
könnten. Der Times zufolge hat das US-Patentamt bestätigt, dass der
Antrag im Dezember veröffentlicht wurde; 18 Monate vorher sei er
eingereicht worden. Microsoft wollte, so die Times, zu dem konkreten
Antrag keine Stellung nehmen. Man halte mehr als 7.000 Patente weltweit
und sei stolz auf die Qualität der Innovationen. In christlichen
Kreisen werden moderne Überwachungsmechanismen der Bürger bisweilen mit
endzeitlichen Voraussagen über den Antichristen in Verbindung gebracht,
wie sie etwa im biblischen Buch der Offenbarung enthalten sind. idea.de
