Bill Hybels ist plötzlich zurückgetreten. Warum wohl?

Die Vorwürfe will ich nicht kommentieren. Das sollte ein Gericht vor Ort klären. Bill Hybels ist für mich wegen seiner Managementmethoden, die in den Freikirchen praktiziert werden, einer der größten Verführer innerhalb der Evangelikalen und der Pfingstbewegung geworden. Bill Hybels hat Anschuldigungen von belästigten Frauen als Lüge zurückgewiesen. Jedoch waren die Ankläger sehr glaubwürdig und Christen von gutem Ruf. Jetzt hat Hybels die Anschuldigungen ja in der Substanz zugegeben, aber als Wahrnehmungen bezeichnet, „die er nicht beabsichtigt habe und wo Menschen sich manchmal unbehaglich fühlten“. Unbehaglich ist noch ein verharmlosendes Wort für die empfundene Belästigung. Da bleibt nur der Rücktritt. Wenig hilfreich finde ich Hinweise in diesen Leserbriefen, es habe jeder mit Sünden zu kämpfen. Meines Wissens hat Hybels keine Verfehlungen eingestanden, sondern nur unterschiedliche Sichtweisen zugegeben. Vielleicht hat Hybels auch nie die strenge Sexualmoral seiner Gemeinde geteilt. Immerhin hat er persönlich und gemeindlich den Kontakt zu Mormonen gepflegt, die bekanntlich ein etwas anderes Ehe- und Frauenbild haben als die Southern Baptist. A.Sch. Jemand kommentierte weise: „Ich kann nicht in sein Herz sehen und deshalb nicht über seine Motive urteilen. … Es könnte sein, dass er sich überhoben hat und nun gefallen ist (siehe Ussija in 2Chr 26,16 und Hiskia 2Chr 32,25). Möge der Herr uns davor bewahren.“

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