Im Jahr 1531, heute vor 490 Jahren, starb der Reformator Ulrich Zwingli.

Christus, der sich einst geopfert hat, ist bis in Ewigkeit ein sicheres und gültiges Opfer für die Sünden aller Gläubigen. Ulrich Zwingli

Den Leib können sie töten, die Seele nicht. Huldrych Zwingli

“Eine Bewegung, die damals das gebildete Europa erfasste, gab ihm erste Anstöße: Der Humanismus, der vorurteilslos die Welt erfahren, studieren und verstehen wollte, frei von den engen überwölbenden Begriffen der theologischen Auslegung. Zwingli wurde zum Reformator, der wie Martin Luther nur die Bibel als Autorität anerkannte und die Freiheit von der katholischen Kirche erkämpfte. Aber auf dem Weg zur vollkommenen Gesellschaft wurde die Freiheit nebensächlich und der Kampf gegen Abweichler skrupellos. Und überall in Europa mündeten Humanismus und Reformation in die Ära der Religionskriege. Dabei hatte dieses 16. Jahrhundert so gut angefangen. In Hoffnung und Scheitern war es dem 20. sehr ähnlich.

Ulrich Zwingli, geboren an Neujahr 1484, war das Kind Toggenburger Bauern, keine kleinen, sondern einflussreiche Leute mit Hang zur Geistlichkeit. Ulrich wurde zum Pfarrer ausgebildet, studierte in Wien und Basel, begleitete als Feldprediger schweizerische Söldner in die Schlacht und wurde zum Kriegsgegner im Geist des Evangeliums. 1519, zwei Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg, beriefen ihn die Zürcher ans Großmünster. Sie wollten einen humanistisch orientierten modernen Theologen, der ein bisschen frischen Wind in den Laden bringen sollte. Sie bekamen einen Prediger, der mehr und mehr auf die Seite der Reformation überschwenkte, der also strikt ablehnte: Zölibat, Dogmen, Prozessionen, Reliquienkult, Heiligenbilder.

„Wir haben einen solchen Haufen Götzen: den einen bekleiden wir mit Harnisch, als ob er ein Kriegsknecht sei, den anderen als Lotterbuben oder Hurenwirt, wobei die Weiber freilich zu großer Andacht bewegt werden…! Die seligen Weiber gestaltet man so hurenhaft, so glatt und mit Einzelheiten gemalt, als ob sie da hingestellt wären, dass der Mann von ihnen zur Unehrbarkeit gereizt werde.“

Aber Zürich und den mit ihm verbündeten reformierten Städten, darunter Basel und Bern stehen eisern die fünf innerschweizer Kantone gegenüber die zum Vatikan halten. Am 11. Oktober 1531 kommt es zur Schlacht, in der die Zürcher blitzschnell überrannt werden. Zwingli fällt.

„Die sinkende Sonne glänzte ihm in das noch feste und friedliche Antlitz; sie schien ihm zu bezeugen, dass er schließlich nun doch recht getan und sein Amt als ein Held verwaltet habe.“ Deutschlandfunk.de

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