Jesus in Turin

Jesus ist wichtiger als Gold.
Der Snowboard-Circus – nicht der typische Ort, an dem Jesus als
Dauergast akkreditiert ist. Zu viel Show, zu viel Eitelkeit – zu
Rock’n’Roll. Umso schöner, wenn er ganz unangekündigt auftaucht wie am
vergangenen Montag.

Wir schreiben den dritten Tag der Olympischen Spiele 2006: Kelly Clarks
Traum vom olympischen Gold löst sich in der Half-Pipe von Bardonecchia
in Luft auf, nachdem sie alles riskiert und bei der Landung des
schwierigsten Sprungs des Tages patzt. Ein Fehler, der Kelly teuer zu
stehen kommt: Der Siegerin der x-Games 2006 bleibt nur der undankbare
vierte Platz hinter ihren Teamkolleginnen. So weit, so schlecht.

Aber die sympathische Amerikanerin hat nicht nur für den Fall des
Sieges ein paar warme Worte im Gepäck. Siegen scheint für sie zwar eine
Menge, aber noch lange nicht alles zu bedeuten. "Ich liebe Jesus. Ihn
zu kennen macht mich glücklicher als all das Snowboardzeug. Deshalb ist
es auch so fantastisch, für ihn auf dem Snowboard zu stehen.", wird die
22jährige Olympiasiegerin von Salt Lake City im anschließenden
Interview in die Kameras sagen. Als Soundtrack ihrer Choreographie
hatte sie ‘O Praise Him’ ("Preis IHN") von der David Crowder Band
gewählt – nicht gerade Mainstream, und eben deshalb ein echter
Hinhörer. Im Kontext des "Fun-Punk-Wunschkonzerts" ihrer
Mitbewerberinnen fast auf einer Linie mit der Matthäus-Passion von
Händel – vor allem, was den deutlich christlichen Gehalt des Songs
betrifft.

Kellys Zeit auf dem Bord ist irgendwie auch Jesu Zeit im
Blitzlichtgewitter, und eine Zeit der "zigtausend-Watt-starken"
Anbetung in den Membranen der Stadionlautsprecher obendrein.
Unaufdringlich, aber deutlich. Vor rund zwei Wochen bei den x-Games
hatte sie als Siegerin ihr Bord in die Kameras gehalten, unter dem in
riesigen Lettern die Buchstaben JESUS zu lesen waren. Der irritierte
Zuschauer vor dem Bildschirm hat sich schon damals gefragt, was wohl
seltener ist: Dass Christen gut snowboarden oder jemand seine
persönlichen Überzeugungen derart selbstbewusst in die Waagschale wirft.

Für die DenverPost ist Kelly Clark deshalb der eigentliche Rebell einer
Sportszene, die in Stylefragen auf Spur gebracht und deren einstiege
Rebellion zum Mainstream geworden ist. Selbst, wenn man ideologisch
nicht auf einer Wellenlänge mit Kelly Clark sei, müsse man anerkennen,
dass ihr Statement stärker sei als die Sponsorenbefriedung so manch
anderer Sportler, resümiert die Tageszeitung.

Der Meinung wollen wir uns gerne anschließen.

jesus.de

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