Über 61,5 Prozent der jährlichen Drogentoten in Deutschland sterben an den Folgen des Rauchens. 38 Prozent sterben durch Alkohol, 0,5 Prozent an illegalen Drogen.

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Rauchen – Genußmittel oder Droge ?

„Es gibt nichts Leichteres, als mit dem Rauchen aufzuhören. Ich selbst habe es schon 137 Mal geschafft.“ Dieses Zitat, das Mark Twain zugeschrieben wird, zeigt in humorvoller Weise, dass Rauchen selten nur ein Zeitvertreib, sondern oft zu einer Sucht geworden ist.Nikotin ist ein „Alkaloid“ (basische, stickstoffhaltige organische Verbindungen), das vorwiegend in der Tabakpflanze vorkommt. Nikotin ist eine Droge und ein starkes Nervengift.Kein anderes Genussmittel ist so gefährlich wie Tabak. (Zeitschrift für Ärzte, journalMed) Rund 4.000 Substanzen entstehen, wenn sich Raucher eine Zigarette genehmigen. Viele dieser chemischen Reaktionsprodukte sind ausgesprochen schädlich. Darunter befinden sich Blausäure, Toluol, Butan, Kohlenmonoxid, Chrom, Kadmium und sogar das radioaktive Polonium-210, die als krebserregend gelten. (Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft AVP, Studie Lombardi, 2007) 20 Zigaretten pro Tag hinterlassen eine Kaffeetasse Teer pro Jahr in der Lunge. (Bundeszahnärztekammer BZK) Tödliche Dosis bei ungefilterter und purer oraler Aufnahme: ca. 1 mg/kg Körpergewicht (in 3-5 Zigaretten enthalten). (Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch) Die gesundheitlichen Folgen von Nikotin sind höher als die von Alkohol und Adipositas (Fettsucht). (WHO-Studie) 50-75 % der langjährigen Raucher sterben an den Folgen des Tabakkonsums. Das sind allein in Deutschland pro Tag im Schnitt 383 Personen und damit ebenso viele, wie bei einem Jumboabsturz ums Leben kommen würden. Zum Vergleich: Bei Verkehrsunfällen sterben „nur“ bis zu 20 Menschen/Tag. Im Jahr 2001 gab es angabegemäß 24 Millionen Zigarettenraucher in Deutschland. Jährlich 80.000-90.000 Menschen von ihnen litten in diesem Jahr an Herzkreislauf-Erkrankungen und 30.000 Menschen an Bronchial-Karzinomen. (AVP)
40 % der Raucher entwickeln während ihres Lebens eine chronische Bronchitis. (Studie Pelkonen, 2008) Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums gelten mehr als 90 Stoffe im Tabakrauch als krebserzeugend. Forscher weisen zudem darauf hin, dass es keine untere, unbedenkliche Wirkungsschwelle für Tabakrauch gibt. Auch kleine Mengen können schädlich sein. (Deutsches Krebsforschungszentrum, DKZ)  Das Rauchen von einer bis sieben Zigaretten pro Tag verdoppelt das Risiko für Speiseröhrenkrebs. Bei Menschen, die zugleich Alkohol trinken und rauchen, erhöht sich das Risiko um den Faktor 12. (WHO) Rauchen spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von bösartigen Parotis-Tumoren (Speicheldrüsenkrebs) und von Mundhöhlenkrebs. (Studie Sadetzki, 2008) Das Rauchen verursacht 85 % des Lungenkrebses bei Männern und 70 % bei Frauen. (Studie Kabir, 2007) Allein das Passivrauchen am Arbeitsplatz kostet nach Einschätzung der EU-Kommission 2.500 Nichtraucher  pro Jahr das Leben. Ein Nichtraucher, der mit einem Raucher zusammenlebt, hat Untersuchungen zufolge ein um 30 % erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs oder Herzleiden zu erkranken. (EU-Kommission) Tabakrauch in Innenräumen ist, auch wenn es durch die aktuellen Nichtraucherschutzgesetze stark eingeschränkt worden ist, nicht nur eine Belästigung, sondern eine Gesundheitsgefährdung mit möglicher Todesfolge. An den Folgen des Passivrauchens sterben in Deutschland jährlich etwa 2.140 Nichtraucher infolge einer koronaren Herzkrankheit, 770 Nichtraucher an Schlaganfall, 50 Nichtraucher an chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen und 260 Nichtraucher an Lungenkrebs. (BZK) Jährlich werden über 170.000 Neugeborene bereits im Mutterleib den Schadstoffen des Tabakrauchs ausgesetzt. Eine einzige Zigarette beschleunigt beim Embryo den Herzschlag um 10-20 Schläge pro Minute. (BZK) Kinder von Rauchern sind schädlichen Stoffen weit stärker ausgesetzt als vielfach gedacht. Die gefährlichen Rückstände aus dem „blauen Dunst“ halten sich zum Beispiel in Wohnräumen (Oberflächen, Teppiche) lange, selbst wenn diese nach dem Rauchen gelüftet werden. (Studie Winickoff, 2008) Der Begriff Sucht leitet sich von dem Verb siechen (noch gebräuchlich in „dahinsiechen“ = immer kränker werden) ab und bezeichnet eine Krankheit, die der ärztlichen Hilfe bedarf. Ein Suchtverhalten wird erklärt mit der wiederholten und regelmäßigen Einnahme eines auf die Seele (psychotrop, auf das Bewusstsein) einwirkenden Stoffs. In Deutschland sind etwa 70-80% der Raucher tabakabhängig (das sind 8-9 Millionen Männer und 5-6 Millionen Frauen), etwa 17 % der Raucher sind stark abhängig. (AVP) Heidelberger Forscher haben in einer Untersuchung festgestellt, dass von 1.528 aktiven Rauchern 76 % versucht hatten, aufzuhören, 55 % schon mehrfach. Von Diabetes- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen Betroffene hatten schon 89 % vergeblich versucht (u.a. Herzinfarkt, Schlaganfall, Hirndurchblutungsstörung), mit dem Rauchen aufzuhören, obwohl ihnen das wegen ihrer Erkrankung dringend empfohlen wurde. (Uni Heidelberg)
 Sowohl psychologisch wie neurobiologisch gibt es Parallelen zwischen Tabakabhängigkeit und anderen Suchterkrankungen. Als Indizien für eine Suchterkrankung gelten: Steigerung der Toleranzschwelle im Laufe der Raucherkarriere [Vergiftung wird immer weniger empfunden], Entzugserscheinungen beim Nicht-Rauchen, Verlust der Kontrolle über den Konsum. Neurobiologen weisen das experimentell im Gehirn nach. So zeigen Tests, dass der Tabakkonsum zu einer Veränderung von Nikotinrezeptoren im Hirn führt. (Deutsches Ärzteblatt) Tabak ist, was seine Entzugserscheinungen betrifft, nicht mit Kaffee zu vergleichen. Es gibt zwar auch Kaffeesucht. Dabei klingen Entzugserscheinungen jedoch im Regelfall nach zwei Tagen ab. Zudem ist die Einnahme von vier Tassen Kaffee pro Tag normalerweise unbedenklich. (Studie Juliano, 2004) Bibelpraxis.de

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