Warum ist ein Mensch mit Down-Syndrom an sich eine Bereicherung? Und für wen?

Eine betroffene Mutter:

“Was, wenn ich wüsste mein Kind hat Downsyndrom?
Ich kann Ihnen diesen Satz ganz ausführlich beantworten.
Ich wusste, mein Kind hat Downsyndrom. Und ich habe ihn nicht töten lassen, sondern mich ganz klar für ihn entschieden. Und es war und bleibt die beste Entscheidung meines Lebens. Wenn ich meinen Sohn beschreiben sollte, dann so: liebevoll, humorvoll, wissbegierig, neugierig, lustig, hohe soziale Kompetenz, leidenschaftlich, freundlich aufgeschlossen, er kann sich beispielhaft aus ganzem Herzen und mit jeder Faser freuen, er ist absolut lebensfroh, er schätzt auch die Kleinigkeiten und bedankt sich jeden Tag für alles mögliche, ich könnte diese Liste hier ewig fortsetzen, negative Eigenschaften hat er nicht. Anstrengend und zermürbend ist nicht mein Kind, sondern der Umgang der Behörden und der Gesellschaft mit Menschen, die nicht der Norm entsprechen. Aber was ist die Norm?”
Ich:
” Aus beruflichen Gründen hatte ich schon mehrmals mit Down Syndrom Kindern zu tun. Haben sie mein Leben bereichert ? Ja zweifellos , denn sie waren allesamt liebenswert und hatten die Sonne im Herzen , verfügten über unterschiedliche Fähigkeiten und haben einen relativ hohen Grad an Selbständigkeit erreicht . Dies haben sie meist ihren engagierten Eltern und professionellen Helfen zu verdanken, die sie gefördert und begleitet haben und die sich ein Leben ohne sie kaum vorstellen könnten. Diese Kinder haben unter anderem viele Dinge gelernt.”

Tim, der Junge mit Down-Syndrom und Autismus, der seine eigene Abtreibung vor 21 Jahren überlebte, ist am vergangenen Freitag überraschend in Quakenbrück gestorben. Wie die Familie der Stiftung Ja zum Leben heute mitgeteilt hat, sind alle Familienmitglieder sehr traurig, da Adoptivkind Tim noch ohne Vorzeichen auf seinen plötzlichen Tod Weihnachten und Silvester mit den anderen Geschwistern gefeiert hatte. „Wir sind sehr traurig und wissen noch nicht, wie wir den Verlust unseres einzigartigen, lebensfrohen und Freude verbreitenden Sohns verkraften sollen“, schreiben Simone und Bernhard Guido in einer Mitteilung. Sie hatten über ihre Erfahrungen mit dem Adoptivsohn in dem Spiegel-Bestseller Buch von Kathrin Schadt „Tim lebt!“ (Adeo Verlag, 2015) berichtet. „Wir denken jetzt natürlich sehr viel über Tims Leben nach und haben eine Vielzahl an sehr schönen Erinnerungen für uns abgespeichert. Vor allem die vielen tollen Menschen, mit denen wir durch Tim Kontakt hatten, wie die von der Stiftung Ja zum Leben, waren eine echte Bereicherung….Tim hat mit seinen 21 Jahren die prognostizierte Lebenserwartung der Experten weit übertroffen. Nachdem er seine Abtreibung bereits überlebt hatte, waren auch die übrigen Prognosen von ein oder zwei Jahren Lebenserwartung nicht zutreffend. „Es waren 21 superglückliche, schöne Jahre!“ so Vater Bernhard Guido.

„Uns bleibt das Gedenken an Tim so, wie es Rainer Maria Rilke formulierte: ” Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, lebe ich in euch weiter.” – Tim lebt. (kath.net/pm)

 

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