Wer weiss, wie Gott ist? Nicht jede Religion ist gleich.

Wie ist Gott? Ein buddhistisches Gleichnis antwortet so: Blinde sollten einen Elefanten beschreiben und dazu durften sie ihn anfassen. Die einen betasteten den Kopf, andere das Ohr oder den Stoßzahn, den Rüssel, den Rumpf, den Fuß, das Hinterteil, die Schwanzhaare. Als sie gefragt wurden: “Wie ist ein Elefant?” antworteten sie widersprüchlich: “Er ist wie ein Schlauch, wie eine Pflugstange, wie eine Säule, wie ein Besen.” Daraufhin – so sagt das Gleichnis – kamen die Blinden in Streit, und mit dem Ruf “Der Elefant ist so und so”, begannen sie zu streiten, zum Vergnügen der sehenden Zuschauer. Einleuchtend, nicht wahr, sozusagen “süffig” rinnt der Gedanke in die Herzen der Menschen: “Wie schön, dass die Sache mit den verschiedenen Religionen so einfach ist. Gut, dass die Geschichte jetzt in den meisten Religionsbüchern steht und alle Rechthaberei als gemeinsame Blindheit entlarvt . . .” Oder doch nicht? Ein Gleichnis darf hinken, aber nicht an der entscheidenden Stelle. Im Johannes-Prolog heißt es: “Niemand hat Gott je gesehen.” Ja, alle sind Blinde, nur einer nicht: “Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.” Der eine Sehende, Jesus, kennt den “Elefanten”.

Die Bibel behauptet, dass Jesus Gott ist

Da wir nachgewiesen haben, dass die Bibel nicht nur menschlichen, sondern letztlich göttlichen Ursprungs ist, können wir uns ihr berechtigterweise zuwenden, um die Göttlichkeit Christi zu bestätigen. Drei neutestamentliche Stellen lassen sich diesbezüglich als Paradebeispiele anführen. Sie sind nicht nur eindeutig und überzeugend, sondern auch leicht aus dem Gedächtnis “abzurufen”, weil sie alle jeweils in Kapitel 1 des betreffenden Buches stehen (Johannes 1, Kolosser 1 und Hebräer 1).Zunächst lesen wir in Johannes 1,1: “Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.” Hier ist Jesus – als “das Wort” (griechisch logos) bezeichnet – derjenige, der nicht nur vor der Erschaffung der Welt existierte. Vielmehr wird er auch vom Vater unterschieden und andererseits zugleich ausdrücklich als Gott bezeichnet. Dies lässt erkennen, dass er mit seinem Vater wesensgleich ist.

Ausserdem teilt uns Kolosser 1 folgenden Sachverhalt mit: “Alles ist durch ihn … geschaffen” (V. 16). Weiter heisst es: Er ist “vor allem” (V. 17), und: “Es gefiel der ganzen Fülle [d.h. Gott], in ihm zu wohnen” (V. 19). Nur ein göttliches Wesen besitzt das Vorrecht, Schöpfer zu sein. Ausserdem existiert er vor allen Dingen und verkörpert in vollem Umfang die göttliche Wesensart und Natur.

Schliesslich lässt Hebräer 1 keinen Zweifel daran, dass Jesus Gott ist – und zwar nach den Worten Gottes, des Vaters, selbst: “… von dem Sohn aber [sagt der Vater]: ›Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit‹” (V. 8). Dabei geht es nicht nur darum, dass Hebräer 1 als ganzes Kapitel dem Anliegen gewidmet ist, die Göttlichkeit Jesu unter Beweis zu stellen. Vielmehr zitiert der inspirierte Schreiber in V. 10-12 eine Stelle aus den Psalmen, die sich auf Jahwe bezieht, um sie direkt auf Christus anzuwenden. Damit erklärt er unmissverständlich, dass Jesus von seinem Wesen her mit dem Gott Israels auf einer Stufe steht.

Viele ähnliche Stellen könnte man als zusätzliche Beweise anführen. In Offenbarung 1 sagt Gott, der Herr: “Ich bin das Alpha und das Omega … der ist und der war und der kommt, der Allmächtige” (V. 8). Im letzten Kapitel der Offenbarung bezieht Jesus dann ebendiese Worte auf sich! Ausserdem wird Jesus in 2. Petrus 1,1 als “unser Gott und Heiland Jesus Christus” bezeichnet. Mit diesen und vielen anderen Stellen sagt die Bibel ausdrücklich, dass Jesus Gott ist.

Jesus behauptete, Gott zu sein

Als Jesus nach Caesarea Philippi kam, stellte er seinen Jüngern die Frage aller Fragen: Was sagt ihr, wer ich bin? (vgl. z.B. Matthäus 16,15). Dan Browns Antwort lautet: “Du bist ›ein grosser und mächtiger Mensch, aber eben … [ein] Mensch – ein sterblicher Mensch‹” (S. 320). Im scharfen Gegensatz dazu antwortete Simon Petrus: “Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes” (vgl. V. 16). Weit davon entfernt, Petrus Gotteslästerung vorzuwerfen, erwiderte Jesus: “Glückselig bist du, Simon Bar Jona; denn Fleisch und Blut haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist” (V. 17). Wie Petrus beantwortete Jesus diese entscheidende Frage dadurch, dass er den Anspruch auf Göttlichkeit erhob.

Erstens behauptete Jesus, der eingeborene Sohn Gottes zu sein. Infolgedessen versuchten die Führer des jüdischen Volkes, ihn umzubringen, weil er “Gott seinen Vater nannte und sich so selbst Gott gleich machte” (Johannes 5,18). In Johannes 8,58 ging Jesus noch weiter: Dort gebrauchte er genau jene Worte, mit denen sich Gott Mose aus dem brennenden Dornbusch heraus offenbart hatte (2. Mose 3,14). Für die Juden war dies der Inbegriff der Gotteslästerung, denn sie verstanden sehr wohl, dass Jesus eindeutig behauptete, Gott zu sein. Bei einer anderen Gelegenheit sagte Jesus den Juden wieder um unzweideutig: “Ich und der Vater sind eins.” An-schliessend heisst es: “Da hoben die Juden wieder Steine auf, dass sie ihn steinigten. Jesus antwortete ihnen: ›Viele gute Werke habe ich euch von meinem Vater gezeigt. Für welches Werk unter ihnen steinigt ihr mich?‹ Die Juden antworteten ihm: ›Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Lästerung, und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst‹” (Johannes 10,30-33).

Ausserdem erhob Jesus unmissverständlich den Anspruch auf Göttlichkeit, als er vor den Hohenpriestern und dem gesamten Hohen Rat – der obersten religiösen Instanz der Juden – stand. Der Hohepriester Kaiphas fragte ihn: “›Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?‹ Jesus aber sprach: ›Ich bin es! Und ihr werdet den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels.‹” (Markus 14,61-62). Demjenigen, der sich in der Bibel nicht auskennt, könnte die Bedeutung der Worte Jesu durchaus entgehen. Doch Kaiphas und die anderen Ratsmitglieder waren im Bilde. Sie wussten, dass Jesu mit den Worten, er sei der Sohn des Menschen, der mit den Wolken des Himmels kommen würde, unverkennbar auf den Sohn eines Menschen Bezug nahm, der in der Prophetie Daniels erwähnt wird (Daniel 7,13-14). Damit sagte er nicht nur, dass er der souveräne Herr des Universums ist, der vor aller Ewigkeit existierte. Vielmehr weissagte er auch, dass sich sein Anspruch als wahr erweisen würde, indem er über genau jenes Gericht, das ihn jetzt für schuldig erklärte, das Urteil sprechen würde. Wenn man dar-über hinaus Daniels Prophetie mit Davids Erklärung in Psalm 110 verbindet, stellt man fest, dass Jesus nach seinen eigenen Worten auf dem Thron des Gottes Israels sitzen und an Gottes Herrlichkeit Anteil haben würde. Für die Ratsmitglieder als Kenner des Alten Testaments war dies der Gipfel der Gotteslästerung: “Sie verurteilten ihn … alle, dass er des Todes schuldig sei” (Markus 14,64).

Schliesslich wies Jesus darauf hin, dass er die ureigensten Eigenschaften Gottes besass. So liess er z.B. seine Allwissenheit erkennen, als er Petrus Folgendes sagte: “Du (wirst) in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, mich dreimal verleugnen” (Matthäus 26,34). Seine Allmacht zeigte sich nicht nur in der Auferweckung des Lazarus (Johannes 11,43), sondern auch darin, dass er selbst aus den Toten auferstand (s. Johannes 2,19). Seine Allgegenwart bekundete er dadurch, dass er seinen Jüngern versprach, “bis zur Vollendung des Zeitalters” bei ihnen zu sein (Matthäus 28,20). Und nicht nur das! Jesus sagte zu dem Gelähmten in Lukas 5,20: “Freund, deine Sünden sind dir vergeben.” Mit diesen Worten beanspruchte er ein Privileg, das Gott allein vorbehalten war. Als ausserdem Thomas Jesus mit den Worten “Mein Herr und mein Gott!” (Johannes 20,28) anbetete, reagierte Jesus seiner Stellung gemäss: Er korrigierte diese Worte nicht.

Christuszeugnisse erhärten seinen Anspruch auf Göttlichkeit

Jesus behauptete nicht nur, Gott zu sein, sondern lieferte auch viele überzeugende Beweise dafür, dass er tatsächlich göttlichen Ursprungs war. Erstens stellte Jesus die Tatsache, dass er Gott in Menschengestalt war, dadurch unter Beweis, dass er ohne Sünde war. Während der Koran Mohammed ermahnt, um Vergebung für seine Sünden zu bitten, bezeugt die Bibel im Blick auf Jesus, den Messias, dass er keine Sünde kannte (vgl. 2. Korinther 5,21). Und dies ist nicht die einzige derartige Aussage. Johannes erklärt: “Sünde ist nicht in ihm” (1. Johannes 3,5), und Petrus sagt, dass Jesus “keine Sünde getan hat, auch ist kein Trug in seinem Mund gefunden worden” (1. Petrus 2,22). Ja, Jesus selbst ging noch weiter: Er stellte seinen Gegnern die herausfordernde Frage: “Wer von euch überführt mich einer Sünde?” (Johannes 8,46).

Darüber hinaus liess Jesus seine übernatürliche Vollmacht über Krankheit, Naturgewalten, Dämonen und sogar den Tod erkennen. Matthäus 4 berichtet davon, dass Jesus in ganz Galiläa umherzog, lehrte und predigte. Er “heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volk” (V. 23). Markus 4 legt dar, wie Jesus den Wind und die Wellen bedrohte, indem er sagte: “Schweig! Verstumme!” (V. 39). In Lukas 4 begegnet Jesus einem Mann, der von einem bösen Geist besessen war. Daraufhin gebietet er dem Dämon: “Fahre aus von ihm!” (V. 35). Und in Johannes 4 sagt Jesus einem königlichen Beamten, dessen Sohn mit dem Tod rang: “Dein Sohn lebt!” (V. 50). Jesus behauptete nicht nur, der Mensch gewordene Sohn Gottes zu sein, sondern lieferte auch zahlreiche handgreifliche Beweise dafür, dass er tat-sächlich von Gott kam. Dies zeigte sich u.a. darin, dass er zig Prophetien erfüllte und Wunder vollbrachte. Und wie wir später noch sehen werden, ist der überzeugendste aller Beweise die Tatsache, dass er aus den Toten auferstand.

Schliesslich sind die Zeugnisse im Blick darauf, dass Christus Gott ist, im Leben zahlloser Männer, Frauen und Kinder zu erkennen. Tagtäglich begegnen Menschen aus jeder Sprache, jedem Stamm und jedem Volk dem auferstandenen Christus, wenn sie ihre Sünden bereuen und Jesus als Herrn und Retter ihres Lebens annehmen. Somit lernen sie Christus nicht nur aufgrund guter Apologetik, sondern letztlich aus Erfahrung kennen. Christus ist seinen Nachfolgern unendlich nah – näher als die Luft, die sie umgibt!

Autor: Paul L. Maier
Quelle: Dan Browns Sakrileg, Hank Hanegraaff & Paul L. Maier, CLV , ISBN 3-89397-553-5

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