Romantischer Selbstmord auf der Golden Gate Bridge

"Die Welt ist traurig. Ich habe oft gekämpft, und mich nach jeder Enttäuschung wieder ans Leben rangekämpft. Aber wofür sollte ich weitermachen? Diese kalte graue Welt bietet mir nichts mehr. Ich geh jetzt zur Brücke. Wenn mich auf dem Weg eine einzige Person anlächelt, werde ich nicht springen."

Er ringt mit seiner Angst, denkt nochmal zurück, zweifelt plötzlich, ob er nicht doch weiterleben könnte? Er merkt den Unterschied vom darüber Nachdenken und dem Tun. Für einen Moment wähnt er sich wieder lebendig, schon lange spürte er dem Leben keine solche Bedeutung mehr ab wie jetzt. Dann sieht er einige vorbeirauschende Autofahrer, in deren Gesichtern er an die dämpfende Sinnlosigkeit unserer Existenz erinnert wird. Lieber tot als das. Er springt und schlägt knappe 70 Meter tiefer mit über 100 km/h auf dem Wasser auf. Vier Sekunden bitterer Reue, dann die Ewigkeit.

Das ist der beispielhafte Gedankengang von einem der vielen Verzweifelten, die sich regelmäßig von der berühmten Golden Gate Bridge stürzen.
Sie kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und jedes Alter ist vertreten.

Die Brücke feiert Geburtstag und ist in 70 Jahren Schauplatz vieler Geschichten und Anekdoten geworden. Am tragischsten dabei ist die scheinbar magische Anziehungskraft für Selbstmörder. Etwa alle drei Wochen beendet dort ein Mensch seinen Leidensweg. Zusammengezählt waren es mittlerweile schon weit über 1000 Seelen. Ihre Trauer hat verschiedene Ursachen. Viele Leiden an Depressionen, manche haben Liebeskummer und andere haben zuvor geliebte Menschen verloren. Sogar banale Zahnschmerzen wurden auf Abschiedsbriefen als Grund genannt.

Einen letzten Hollywood-Moment verspricht die rote Brücke. Einmal noch die tragische Figur im Drama zu sein. Nur dass in der Realität keine romantisch herzanrührende Musik im Hintergrund läuft.

Wenn es nicht so grausam und entmutigend wäre, könnte man lange über das Leben philosophieren und sogar das Sterben romantisieren. Aber die harte Realität nimmt unseren originellen Überlegungen jeden Reiz. Hoffnungslos, wie wir nach allem Lernen, allem Denken, allem Lieben, allem Überlegen, allem Arbeiten, allem Streben letztendlich doch vor dem Nichts stehen. König Salomo sagte dazu in der Bibel: Ich habe alle Taten gesehen, die unter der Sonne geschehen. Und siehe, es ist alles Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.(Prediger 1,14)

Die Selbstmordgefährdung macht ehrlich. Betroffene sehen den traurigen Zustand der Welt klarer. Sie sehen, wie nichtig unsere Masken sind, die wir permanent tragen. Wie geheuchelt unsere Rollen sind, die wir spielen.
In der Bibel steht: Wo viel Weisheit ist, ist viel Verdruss. Und wer Erkenntnis mehrt, mehrt Kummer (Prediger 1,18) und tatsächlich sind nicht selten gerade intelligente Menschen von der lähmenden Depression betroffen. Aber in der ehrlichen Verzweiflung bietet sich auch für sie die große Chance, zu Gott zu kommen. War man vorher vielleicht unbewusst stolz und jeder Hilfsbedürftigkeit erhaben, sieht man in solchen Momenten seine Nacktheit. Sieht man, wie wenig unser dürftiges Wissen und unser dürftiger Intellekt wert sind. Wie alle hochtrabenden Gedanken doch nur Schall und Rauch waren. Wie wir Bettler sind, die wenn überhaupt, dann nur verzweifelt vor Gott kapitulieren können. In solchen Momenten kann man endlich befreiend sagen: "Jetzt ist es sowieso egal. Ich habe nichts mehr zu verlieren. Jetzt kann ich ohne Maske nach Gott fragen. Ich bin nicht so stark, wie ich es immer vorgegeben habe."

Es ist schmerzhaft zu sehen, wie alle weinen, wenn ein beliebter Mensch stirbt. Wie viel trauriger ist es aber, wenn einer stirbt und niemand weint um ihn. Er hat seinem Leben ein Ende bereitet, und niemand fühlt mit. Manche springen die Brücke hinunter und niemand merkt es, ganz einfach, weil sie niemand etwas wert sind. Sie werden tränenlos vergessen und in keiner Statistik erwähnt. Und sogar die ehemals Beliebten spielen nach einer Trauerphase bald keine Rolle mehr unter den Lebenden. Wem bedeute ich denn letzenendes überhaupt etwas? Wenn du deine Eltern weglässt, wirst du unter Menschen keine solche beständige Liebe finden. Alle Liebe ist nur auf Leihbasis. Früher nicht gewesen und bald schon wieder vorbei. Der einzige, der dir wahre Liebe schenken kann, ist dein Schöpfer. Liebe, die andauernd ist. Ewige Liebe, die nicht nur für immer bleiben wird, sondern auch schon immer war: Nicht, dass wir ihn zuerst geliebt haben, sondern er hat uns zuvor geliebt und seinen Sohn geschickt als Sühnung für unsere Sünden. (1. Johannes 4, 10)

Ihm bist du etwas wert. Er trauert, wenn du dein Leben zurückgibst.

Oft spüren wir davon nicht viel, aber das ist kein Wunder, denn unsere Gleichgültigkeit in der Beziehung zu Gott hat ihre Spuren hinterlassen: Die Hand Gottes ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer,um zu hören; sondern eure Ungerechtigkeiten haben eine Trennung gemacht zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, so dass er nicht hört. (Jesaja 59,1+2)

Trotz unseres selbstverschuldeten Dilemmas liebt uns Gott so sehr, dass er selbst unsere Strafe auf sich nahm und für unsere Ungerechtigkeiten starb. So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat (Johannes 3,16). An dir liegt lediglich, ihm das dankbar zu glauben und ein neues Leben mit Jesus anzufangen. Lade ihn ein, er ist nur ein Gebet weit entfernt. Sag ihm einfach, was in deinem Herzen ist. Je mehr dich das Leben zerbrochen hat, desto leichter wird es dir fallen.

Kommentare

  1. wolke

    Romantischer Selbstmord ist kontradiktorisch

    Liebe Soulsaver,

    ein Selbstmord, egal ob auf der Golden Gate Bridge oder vom Wasserturm (in Elmshorn) ist kontadiktorisch. Ein Selbstmord ist nie etwas Romantisches.

    Vielleicht solltet ihr da noch an der Formulierung feilen.

    Grüße,

    Wolfram

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