AltRockmusik – Wirkung gleich Null

Beim Betrachten der Dokumentation "Déjà vu" über die Tour von Crosby, Stills, Nash und Young 2006 (gerade im Kino) fällt vor allem eins auf: Letztlich ist Rockmusik ohne politische Wirkung geblieben. Neil Young, künstlerischer Kopf des Quartetts, sieht das heute auch selbst so: Für sich genommen verändere ein Rocksong die Welt kein bisschen. Sein berühmter Anti-Vietnam-Song "Ohio" etwa habe den Krieg nicht einen Tag früher beenden können. Heute singt Young "Let’s impeach the President" – gemünzt auf Amtsinhaber George W. Bush. Und auch wenn Bush zeitweise der unbeliebteste Präsident der Geschichte war, braucht er allem Anschein nach nicht zu fürchten, wegen diesem Song das Oval Office vorzeitig räumen zu müssen.

In der Zeit um das ominöse Jahr 1968 sah die Sache anders aus. Rockbands lösten damals jede Menge gesellschaftliche Konflikte aus. Sie provozierten die damalige Erwachsenengeneration, trieben einen Keil in die Familien und veränderten Wertvorstellungen und Benehmen einer ganzen Generation von Jugendlichen. Auch das Private sei politisch, so eine Kernthese der 68er. Es herrschte eine bis dahin unvorstellbare Aufbruchstimmung. Um die nächste Ecke schien eine neue, gerechtere, freiere und glücklich machende Gesellschaft zu finden zu sein.
Von dieser Vision ist nichts übriggeblieben. Was ist da passiert? Schneller als viele meinten erwies sich die Rockkultur als höchst korrumpierbar. Ihr Erfolg war zugleich die Keimzelle ihres Niedergangs. Die zunächst subversive Musik fand ihren Weg in die Massenmedien, wurde mehrheitsfähig und zum Geschäft. Damit aber verlor sie ihre Glaubwürdigkeit. Wie der Verkaufserfolg sicherzustellen ist und wie er wiederholt werden kann, rückte für die Rockkultur in den Mittelpunkt.
Der Spötter Randy Newman war einer der ersten, die das zugaben: "It’s Money that I love." Die Konsumenten machten bei der Kommerzialisierung nur zu gern mit und kümmerten sich nicht weiter um den Verlust des revolutionär Politischen im Rock. Erst in jüngster Zeit gerät die Erfolgsformel ins Wanken, seitdem immer mehr Jugendliche ihre Lieblingsmusik aus dem Internet herunterladen und sich nicht mehr so recht zum Kauf von Platten oder Rockstar-Devotionalien verführen lassen wollen. Von den politischen Anliegen der Rock – Heilsbringer – ist indes kaum noch etwas wahrzunehmen. Hier zu Lande versteht man ihre Texte ja ohnehin nicht so richtig. Aber es genügt schon, dass ein Protestsong zum Ohrwurm und in Radio und TV rauf und runter genudelt wird. Bruce Springsteens "Born in the USA", mit dem er Missstände im konservativen Amerika anprangerte, am schließlich dem Präsidentschaftsbewerber Ronald Reagan als Leitsong für seine Wahlkampf-Kampagne gerade recht. Und die Kritik der frühen Hip-Hopper an der fortgesetzten Unterdrückung der Schwarzen in USA wandelte sich nach wenigen Jahren in peinlichen Hedonismus und Frauenfeindlichkeit. Eine ganze Musikrichtung – Techno – war Ausdruck des Misstrauens von Jugendlichen gegenüber der Jugendkultur ihrer Elterngeneration.

Die Rock-Revolution ist gescheitert. Höchste Zeit, wieder einmal an einen Revolutionär zu erinnern, der im ersten Moment gescheitert zu sein schien, der jedoch sein Ziel, die Menschheit zu erlösen, vollständig erreicht hat: Jesus Christus. Was er erstritten hat, bleibt für alle Zeiten. Es geht um das ewige Leben. Jesus hat am Kreuz die Sünden der Menschen auf sich genommen und sie so mit Gott versöhnt. Wer an ihn glaubt und seine Vergebung für sich in Anspruch nimmt, lebt nicht umsonst. Denn er darf in die weit geöffneten Arme von Gott dem Vater zurückkehren. Und das ist die größte Veränderung, die für einen Menschen überhaupt denkbar ist.

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