Janis Joplin

Sie lebte schnell, liebte intensiv, und starb jung. Quelle dieses Lebenshungers war ihre große innere Leere, gefüttert von den Minderwertigkeitskomplexen ihrer Jugend, gemästet von dem Leben als Rockstar und verdaut mit viel Alkohol. Das Rampenlicht verwandelt sie von einem hässlichen Entlein zu einem sterbenden Schwan, der auf der Bühne Feuer fängt, schreiend verbrennt und schließlich erlischt. Was bleibt ist weniger als eine Gänsehaut. Ihre Asche wird ins Meer gestreut und ihre Federboa versteigert. Lieber sich auflösen als in Einsamkeit vergehen….

Janis Joplin stammt aus einem piefigen Nest im Staate Texas, wo die Todesstrafe verhängt ist, Waffenfetischisten ihr Unwesen treiben, kriegerische Präsidenten ihren Weg finden und die Seele eines weiblichen Hippiemythos zu leben lernt. Seit 1943 erblickt die kleine Janis das Licht der Welt. Sie wird die brave Tochter von wohlbehütenden Eltern und das liebe Mädchen von nebenan. Als heranwachsende Frau kürt man sie erst mal zur Außenseiterin, denn sie ist so ansprechend wie ein Schluck Wasser. Dates bleiben aus. Janis leidet sehr unter dieser Ausgrenzung. Doch Negative Beachtung ist besser als gar keine, und so provoziert sie ihren schlechten Ruf durch eigensinnige Klamotten und ruppigem Verhalten: ‚Ich brauche Freiheit und ich nehme sie mir’. Auf diese Weise bekommt sie Kontakt zu anderen. Durch die ‚Beatniks’ entdeckt sie eine weitere auffallende und unkonventionelle Lebensart nach ihrem Geschmack. Sie fängt an durch die Bars der schwarzen Musik zu tingeln, auf Partys zu gehen, Alkohohl zu trinken, macht zunehmend blau und widmet sich dem Blues. Wenn sie ihn singt hat sie das Gefühl, aus der weißen Welt ausbrechen zu können. Ihr Traum wird es Sängerin zu werden. Der Schallplattenspieler in ihrem Zimmer dreht sich unaufhörlich. Niemand kann sie zu einem bürgerlichem Leben anhalten.

Nach der Highschool setzt sie sich ab in der Hippiekolonie von Venice, Kalifornien. Dort experimentieren die Blumenkinder mit reichlich Drogen, Alkohol und freier Liebe. Janis probiert alles. Sie nimmt Speed, trinkt exzessiv, schläft mit Männern und Frauen. Gelegentlich tritt sie in Bars auf oder lebt von Fürsorge. Frei wie ein Vogel trampt sie durch die Weltgeschichte, doch bleibt sie unzufrieden. Nach 4 Jahren Hippiefreiheit kapituliert sie erschöpft und kehrt 1965 nach Hause zu ihren Eltern zurück. Sie geht aufs College, aber das Studium erscheint ihr hohl und anspruchslos. Als sie kurze Zeit später die Chance bekommt bei der Band ‚Big Brother & The Holding Company’ in San Francisco professionell zu singen, zögert sie keine Sekunde und startet durch.

Die Joplin verlässt entgültig die geordneten Bahnen des kleinbürgerlichen Lebens und zieht wie ein Sputnik in die höchsten Höhen des Showbusiness. Der funkende Schweif ihrer Stimme reißt die Zuschauer nur so vom Hocker. Grosse Bühnen tun sich auf. Janis Joplin berührt mit ihrer gefühlvollen rauchigen Stimme die Seelen ihrer Zuhörer und verkündet ihnen das pure Leben. Die Menschen fühlen sich verstanden von der Sängerin in der schlichten Schlaghose, die Sehnsucht und Leid auf ihren Stimmbändern zu einer explosiven Mischung komprimiert und zu einem akustischem Orgasmus zelebriert. Im Jubel ihres Publikums hebt sie ab wie eine Rakete, dass ihre Haare nur so wehen. Ihren Durchbruch als Star hat sie beim großen Monterrey Pop Festival im Sommer der Liebe 1967. Die Leute sind fasziniert von der Enthemmtheit der Frau. Sie röhrt wie aus dem Fenster eines Bordells heraus und schraffiert den moralisch befangenen Amerikanern das Paradies. Janis wird angebetete Hippiegöttin. Ihr erstes Album macht es ihr gleich und wird nach drei Tagen zu Gold.

Nie ist sie um ein Seximage bemüht, stattdessen wirft sie sich lieber meterlange Perlenketten um den Hals und trägt stapelweise Armreife. In unabhängiger Weiblichkeit etabliert, findet sich eine ganz neue Jüngerschaft: Obwohl in den 60er Jahren das weibliche Geschlecht im Rampenlicht ungleich schärfer der Kritik ausgesetzt ist, wird die Sängerin trotz oder gerade wegen ihrer Eskapaden zur Ikone des Feminismus. Janis Joplin wird als große Persönlichkeit gefeiert, die jedoch hinter gefallenen Vorhang stets zu einem verlorenen Häuflein Elend schrumpft, immer die glucksende Flasche Southern Comfort im Arm. Etwas läuft falsch.

Sie ist ein Star und doch zerstört sie ihr Leben. Janis trinkt immer mehr. Oft hält sie bei Auftritten in der einen Hand das Mikro und in der anderen das Whiskeyglas. Als ein Reporter fragt ob sie glücklich ist, weicht sie aus und sagt: ‚Ich bin ganz oben’. Janis trägt in sich die Zerrissenheit sich verkaufen zu müssen, um von ihren Fans die Bestätigung zu bekommen, ohne die sie nicht mehr leben kann. Die Bühne wird ihr ‚Kontakt’ ins Leben, aber auch die Startrampe in den frühen Tod. Der Absturz des hübschen Sputniks ist vorprogrammiert. Verzweifelt und gefangen sucht sie die Betäubung und entwickelt ein unstillbares Verlangen nach Drogen. Niemand hält sie auf in dem selbstmörderischem Trip alles zu geben, denn alle profitierten lieber von der Sängerin. Von LSD lässt sie instinktiv die Finger, da das Halluzinogen eine desorientierende Wirkung besitzt und ihre Verlorenheit nur noch unterstreichen würde. Bald probiert sie das erste mal Heroin. Die Lebensweise der ‚knallharten, fluchenden, saufenden, vögelnden und Heroin drückenden Schlampe’ gibt Janis scheinbaren Rückhalt bei ihrer rastlosen Suche nach Anerkennung. Auf dem Woodstockfestival tritt sie mit ihrer neuen Band ‚Kozmic Blues’ auf, doch wird das legendäre Happening für sie persönlich ein Reinfall, da die meisten Zuschauer müde von dem anstrengendem Openair sind und ihr nicht die gewöhnte Euphorie entgegenbringen, von der sie doch so zehrt. Und wieder müssen Drogen herhalten, um das Loch in ihr zu stopfen.

David Niehaus, ihre große Liebe, verlässt sie wegen ihres chaotischen Heroinkonsums. Nun versucht Janis ihr Leben in den Griff zu bekommen und zeigt auch erstmals eine Stabilität. 1970 gründet sie ihre dritte Kapelle ‚Full Tilt Boogie Band’ und erlebt mit den jungen Musikern eine ungewohnte künstlerische Einheit. Doch während der Aufnahmen ihres letzten und sogleich besten Albums, schnellt sie wieder über alle Grenzen hinaus und greift vermehrt zu Drogen. Abends in ihrem Hotelzimmer in Hollywood sitzt sie ausgepowert von den Studioarbeiten verloren herum und kann die Venen mit Stoff nicht voll genug bekommen. Sie setzt sich aus versehen den goldenen Schuss. Freunde meinen‚ Janis starb nicht an einer Überdosis Heroin. Sie starb an einer Überdosis Janis. Die letzten Stunden ihres Lebens hatte sie verbracht, wie sie es hasste. Allein.

Sie war die unbestrittene Königin des Rocks. Mit ihrer musikalischen Pionierarbeit durchbricht sie wahre Schallmauern. Letztlich bezahlt sie das mit ihrem Leben. Der Friedhof der Hippiebewegung ist angelegt, denn keiner von den Blumenkindern will dorthin nachfolgen: Ins Grab. Jesus Christus ist der einzige, der vom Tode auferstanden ist und den Weg zum Leben freimachen kann. Er hat eine Brücke in das Reich Gottes gebaut und verbindet Herzen…..

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich werde euch Frieden geben.“ (Jesus in Matt. 11, 28)

„Zum mitsingen:

Jesus! Nimm ein weiteres Stück meines Herzens Jesus!

Oohooooooh brich es!

Brich eine weitere kleine Spitze meines verhärteten Herzens Jesus!

Uuuuuhuuuuuuuu jetzt mach es!

Halt ein weiteres Stück meines Herzens Jesus…

Nimm es gaaaaaaaaaaaaanz!!! Amen

Antje P.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Ich stimme zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.