Arabischer Alptraum für Christen in Ägypten

Mehr als 100.000 koptische Christen haben in den letzten Monaten schon Ägypten verlassen, so die „Egyptian Union for Human Rights“. Laut Naguib Gabriel, dem Direktor der Organisation könnten es bis Ende des Jahres 250.000 werden und in zwei Jahren ein Drittel der christlichen Bevölkerung. Die Auswanderungen geschehen nicht etwa freiwillig, sondern sind ein Resultat der anhaltenden Verfolgung, die Christen in Ägypten durch Islamisten erleiden, meist ungehindert durch die Regierung und v.A. dem Militär.

Das jüngste Blutbad vom vergangenen Wochenende ereignete sich, nachdem am 30. September die erst kürzlich wiederaufgebaute Kirche „Mar-Gerges“ in Elmarenab im oberägyptischen Assuan von militanten Moslems niedergebrannt wurde. Häuser und Geschäfte von Christen wurden geplündert und zerstört. Muslimische Geistliche hatten zuvor in über 20 Moscheen zur Zerstörung der Kirche aufgerufen. Das ist die dritte niedergebrannte Kirche in sieben Monaten.

Das allein ist schon schlimm genug. Das ganze Ausmaß der Situation in Ägypten wird jedoch in dem Kommentar des Governeurs der betreffenden Region „Sohag“ deutlich – er sagte: „Wenn die Moslems die Kirche an diesem Tag nicht zerstört hätten, würde ich hingehen und sie selber zerstören.“ Diese Aussage löste schließlich die zunächst friedlichen Proteste von diesem Sonntag aus, in denen ein paar tausend Christen in Kairo für die Absetzung des Gouvernors demonstrierten. Am Ende des Tages waren 26 Tote zu verzeichnen, die meisten davon Christen. Wie jetzt ans Licht kommt, wurde in den Medien eine „offene Hetze“ gegen die christliche Demonstranten betrieben. Schlägertrupps von muslimischen Jugendlichen gingen daraufhin auf die Demonstranten los, Militärfahrzeuge fuhren mitten in Menschenmengen. Berichten zufolge griff das Militär selbst das Krankenhaus an, in dem verletzte Christen behandelt wurde.

Gut, dass es internationale Reaktionen darauf gab. Ob sich dadurch an der Situation in Ägypten etwas ändert ist fraglich. Die christliche Minderheit ist verfolgt, benachteiligt, wird bedroht, eingeschüchtert und gewalttätig angegriffen. Das ist die Realität im arabischen Frühling. Das scheint auch Realität in einer mehrheitlich islamischen Gesellschaft wie Ägypten zu sein. Christen haben dort eine uralte Tradition. Ihr eigenes Land gibt ihnen jedoch eine klar Botschaft: Hier ist kein Platz für euch.

„Dann werden sie euch der Drangsal überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen gehasst werden um meines Namens willen.“ (Jesus Christus, Mathäus 24,9)

„Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieb haben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum hasst euch die Welt.  Erinnert euch an das Wort, das ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten. Aber dies alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat.“ (Jesus Christus, Johannes 15,18-21)

Quellen:
pro-medienmagazin.de/nach…on=detail&newsid=4536
www.persecution.com/public/newsroom.aspx?story_ID=NDM0
www.opendoors-de.org/verf…10-2011/11102011eg-kairo/

Kommentare

  1. zahra

    Es ist einfach furchtbar wie das jetzt schon seit Anfang des Jahres im großen Stil dahingeht (Alexandria zu Neujahr, Imbaba im Mai). Ganz zu schweigen von den dreißig Jahren davor, in denen Kopten immer wieder diskriminiert und verfolgt wurden, ohne dass die internationalen Medien das thematisiert haben. Ich hoffe so für dieses Land, dass es nicht alle seine Christen verliert. Und für diese Christen, dass sie die Hoffnung in Jesus nicht verlieren. Und dass sie die Kraft haben, ihre Feinde zu lieben. Wie gut dass Jesus sagt „Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden“ …

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