Ist Gott ein Monster?

Viele sagen, der Gott des Alten Testaments ist brutal und befürwortet gewaltsame Auseinandersetzung, die Todesstrafe, und zeigt sich als “Kontrollfreak”, der den geschaffenen Menschen missbrauche, um mit ihm Marionette zu spielen. Richard Dawkins kehrt in “The God Delusion” seine dreckigsten Ausdrücke aus seinem Innersten und beschreibt ihn als Volksverhetzer und übelwollenden Tyrannen. Er sei unehrlich, brutal, launenhaft, eifersüchtig und gewalttätig. Sie bekriegen Gott in einem Krieg gegen die judaistischen Religionen oder viel mehr noch, gegen den Respekt vor überhaupt einer Religion. Gott ist eine Illusion, und zwar eine gewaltsame und fürchterliche. Dies ist eine sehr einseitige Betrachtung von einer Perspektive, die grundsätzlich alles Negative aus der Bibel hervorhebt und selbst den durch die Heilige Schrift geförderten gesellschaftlichen Fortschritt verneint.

In der Tat sieht sich der Leser einer Reihe von moralischen und gesellschaftlichen Problemen gegenüber, die in den Geschichten des Alten Testaments eingeflochten sind und in die damalige Kultur verwoben waren. Wir lesen Geschichten von Polygamie, Völkermorden und Sklaventum. Es sind genug Geschichten, die ausreichen, um von Gott ein falsches, negatives und gewaltsames, auch ungnädiges Bild zu malen. Doch dieses Bild ist, wie gesagt, falsch. Welche Dinge kann man Menschen antworten, die dem Gott des Alten Testaments unterstellen, er sei ein gewaltbereites Terroristenmonster, das die Menschen benutzt, um seine Spiele mit ihm zu treiben?

1. Die Schöpfung begann anders

Als Gott die Menschen in seinem Bild schuf, war die Schöpfung ursprünglich noch perfekt. Sie lebten in Harmonie. Gott hatte den Grund über seine eigene Schöpfung zu sagen: Es ist gut! Die Schöpfung hatte keine Anzeichen von Mord und Sklaverei. Diese Verbrechen folgten alle der Sünde, die durch einen Menschen in die Welt gekommen ist, nicht durch Gott. Sünde unterbrach den Gedanken Gottes an die Gemeinschaft mit den Menschen und war nun konstanter Begleiter unserer Charaktere. Sie durchzog die ganze Welt und entfernte den Menschen von Gott. Das Alte Testament beschäftigt sich größtenteils nicht mit dem Ideal der Schöpfung, sondern eben mit dem gefallenen Menschen. Es zeigt uns das Böse des Menschen, nicht das Böse Gottes, und beschäftigt sich auch wenig mit dem Ideal der Neuschöpfung, die Gott in uns durch Jesus (Neues Testament) vollbringen will und wird.

2. Wir befinden uns in einem antiken Kontext des Nahen Osten

Gott schuf nicht einfach ein Volk irgendwo, wo es keine anderen Völker gibt, sondern er ist real und bettete sein Volk in den damaligen Kontext, in die Kulturen des damaligen Nahen Osten, ein. Sehen wir auf die Völker, fällt uns auf, dass ihre gesamte Wirtschaft auf Sklaventum aufbaute, Wachstum nur über Krieg möglich war, Polygamlie Normalität, um die Kontinuität in Familienlinien zu wahren. Gott sagte seinem Volk, dass sie ihre Sklaven menschlich behandeln sollen, sie behielten Rechte und wurden immer wieder freigelassen (2. Mose 21, 2-11). Menschenhandel war dem Volk Gottes verboten. Das Volk Gottes war ein unglaublicher Kontrast zu den Völkern wie die Babylonier, und ein Licht unter ihnen.

3. Die Ehrlichkeit der Bibel

Die Schriften sind absolut ehrlich und verschönigen nichts. Sie beschreiben, was passierte, aber sie beschreiben nicht, was eigentlich hätte passieren sollen. Viele Geschichten sind deskriptiv, also nur beschreibend, und nicht vorschreibend. Die Geschichten sind oft nicht Gottes Geschichten mit den Menschen, sondern Geschichten von Menschen, die üble Dinge mit anderen trieben. Das ist wichtig, wenn wir von Taten der Könige und Patriarchen lesen, denn sie sind fehlerhafte Individuen und die Bibel geht brutal ehrlich mit ihren Unzulänglichkeiten um. Dies fördert das Vertrauen in die Echtheit dieser Schriften, denn sie sind zuverlässig und echt und beschönigen nicht die Fehler ihrer Helden.

4. Die Einflusssphäre der Bibel

Die Autoren und Schreiber des Alten Testaments stehen nicht alleine, denn Jesus ist nun der beste Ausleger ihrer Schriften. Die Aussagen im Alten Testament können nicht zusammengefasst werden durch kurze aus dem Kontext gerissene Zitate, sie müssen im Licht der gesamten Schrift gesehen werden. Sklaverei finden wir im Alten Testament. Doch Jesus liefert uns die Gründe für ihre Aufhebung, denn er ist pure Freiheit (lies nach, was die Bibel darüber sagt: Epheser 6,9; Kolosser 4,1; Philemon 15-16; Galater 3, 28). Die Bibel stellt die moralische Grundlage für die Abschaffung der Sklaverei im römischen Reich und den Sklavenhandel in der Neuen Welt (Afrika).

Was ist mit Völkermorden? Die Bibel ist auch hier eindeutig: Es ging nicht um brutales Niedermetzeln einer Rasse, sondern die Auslöschung von religiösen Kulten, die oft entsetzend und entwürdigend waren. Gott gab auch die Möglichkeit zur Umkehr, siehe Rahab, was zeigt, dass es nicht um die Rasse dieses Volkes ging, sondern um ihren teuflischen Götzendienst. Wie auch immer, Gott richtete diese Völker, und er ist gerecht. Für manche reicht das schon, um ihn als brutales Monster zu charakterisieren. Aber genau das ist auch eine Sache, die uns die Geschichte zeigt: Gott ist gerecht, und er richtet auch. Ja, das muss auch gesagt werden, denn die Bibel bestätigt das immer wieder. Die gleichen Gründe der Abneigung gegen Gott führen Menschen zur Abneigung gegen das Lehren Jesu von der Hölle. Die Gerichte Gottes sind auch ein Vorschatten auf das Gericht dieser Welt in der Zukunft.

Die Hölle stellt nicht die Grausamkeit Gottes dar, sondern sie zeigt Gottes Heiligkeit und unsere Verantwortung. Vielleicht ist das der wahre Grund, warum viele sich gegen den Gott der Bibel wehren? Sie denken nicht, dass er ein Moralmonster ist, sondern sie haben Angst davor, dass Gott ein Richter unserer Moral ist, und das genau diese Wahrheit Auswirkung auf ihr Verhalten haben muss!

Angeregt durch diesen lesenswerten Artikel: www.bethinking.org/bible-…nity-is-god-a-monster.htm

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